Baseball

Solingen Alligators starten in eine kuriose Spielzeit

Wayne Ough hatte eigentlich bereits seinen Handschuh an den Nagel gehängt, doch am Wochenende wird der Coach noch mal als Spieler gebraucht. Foto: Christian Beier
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Wayne Ough hatte eigentlich bereits seinen Handschuh an den Nagel gehängt, doch am Wochenende wird der Coach noch mal als Spieler gebraucht.

Baseball-Bundesliga: Am Samstag sind die Hamburg Stealers für zwei Begegnungen am Weyersberg zu Gast

Eigentlich sollte die neue Baseball-Saison in der Nordgruppe der Bundesliga an diesem Wochenende mit acht Mannschaften starten. Tatsächlich aber sind die beiden Partien der Solingen Alligators gegen die Hamburg Stealers am Samstag ab 13 Uhr die beiden einzigen, die ausgetragen werden. Mit Paderborn, Köln, Dohren und Berlin haben gleich vier Clubs noch keine behördliche Erlaubnis, in den Wettkampfbetrieb zu gehen. „Ob sich das ändert, ist auch völlig unklar. Daher wissen wir noch gar nicht, wann unsere Runde endet, oder, ob zwischendurch improvisiert wird“, sagt Alligators-Vorsitzender Peter Niemeyer.

Aufgrund der unterschiedlichen Trainingsmöglichkeiten sind die Voraussetzungen für die Mannschaften so unterschiedlich wie nie zuvor. Das bekamen auch die Solinger bei ihren ersten beiden Testspielen am vorigen Wochenende zu spüren. Sie unterlagen den Bonn Capitals 2:14 und 2:13. Zwar wären die ehemaligen Hauptstädter wohl ohnehin in der Favoritenrolle gewesen, der deutliche Unterschied war aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Bonner bereits diverse Vorbereitungsmatches hinter sich gebracht hatten und insgesamt einen viel besseren Trainingsstand haben.

Sollten die bislang noch gar nicht auf dem Platz stehenden Mannschaften später noch in den Spielbetrieb einsteigen dürfen, werden sie ohne Praxis voraussichtlich erhebliche sportliche Probleme bekommen. „Ich nehme an, dass sich das bis Ende Mai herauskristallisiert“, sagt Niemeyer. „Wenn es dann so kommen sollte, dass es bei vier Teams bleibt, kann ich mir auch vorstellen, dass wir einfach eine Rückrunde dranhängen.“

Keine Frage, die Organisatoren der Baseball-Bundesliga müssen derzeit im Norden mit der heißen Nadel stricken. Im Süden läuft die Bundesliga – natürlich ohne Zuschauer – seit Anfang April nahezu reibungslos. In der Gruppe der Alligators ist der Flickenteppich so gewaltig, dass Zackry Dodson von den Bonn Capitals mit sofortiger Wirkung nach Mexiko wechselt. Der Werfer, im Baseball Pitcher genannt, will dort die Spielpraxis sammeln, die er in der Nordgruppe nicht bekomme – ein bemerkenswerter Schritt, zumal Dodson bereits in den vorigen beiden Jahren für die Bonner gespielt hatte.

„Es bleibt unser Ziel, einen neuen Pitcher schnellstmöglich nach Solingen zu holen.“

Peter Niemeyer, Alligators-Vorstand

Wo die Alligators leistungsmäßig stehen, werden sie am Samstag gegen die Hamburger erfahren. Die Stealers verfügen über einen ordentlichen Kader, den sie unter anderem mit Alex Valdez verstärkt haben. Der Pitcher hat 2020 für die Solinger auf dem Mound gestanden – und würde dem Verein wohl auch aktuell helfen. Denn den Alligators fehlt auf der im amerikanischen Volkssport wichtigsten Position noch ein Spieler, um sich gerüstet zu sehen.

Als Starter im ersten Spiel ist Giovanni Tensen gesetzt. Der Niederländer ist im Solinger Kader inzwischen seit einigen Jahren etabliert. Außerdem stehen Tom Adler und Max Niemeyer als Ersatz zur Verfügung. Einen klassischen Werfer für die zweite Begegnung des Nachmittags, in der auch Importspieler aus Nicht-EU-Staaten einsatzberechtigt sind, haben die Klingenstädter bislang aber nicht. So wird am Samstag wohl das passieren, was Trainer Wayne Ough eigentlich ausschließen wollte: Der Australier geht selbst auf den Hügel.

Das hatte er zuletzt in der Saison 2019 mit großem Erfolg gemacht. Er wurde sogar zum wertvollsten Spieler des Nordens ernannt, danach aber wollte er seine aktive Karriere endgültig beenden. Mit inzwischen 42 Jahren steht nun ein weiterer Rücktritt vom Rücktritt an. „Wir hatten bereits einen College-Pitcher aus Kanada in Aussicht. Doch das ist leider gescheitert, weil wir dort als Profiverein eingestuft wurden und er nebenbei nur im Amateursport aktiv sein darf“, erläutert Niemeyer. „Es bleibt unser Ziel, einen neuen Pitcher schnellstmöglich nach Deutschland zu holen.“

Vor dem Wochenende wird dies aber nicht mehr gelingen. Immerhin: Der Rest der Kaders ist komplett. Der schlagstarke Zugang Brandt Holland ist gelandet und im Auftaktmatch bereits spielberechtigt. Die beiden anderen Importspieler – Jake MacDonald und Julio Perez – waren bereits bei den Testspielen in Bonn dabei.

Solingen Alligators

Spiele: gegen Hamburg (8. Mai); in Dortmund (15. Mai); gegen Bonn (23. Mai); in Paderborn (5. Juni); gegen Köln (4. Juli), in Dohren (10. Juli); gegen Berlin (17. Juli). Ob die vier letztgenannten Gegner überhaupt antreten dürfen, ist noch nicht entschieden.

So könnten sie spielen: Giovanni Tensen (Pitcher), Jake MacDonald (Catcher), Dustin Hughes (1. Base), Julio Perez (2. Base), Nils Hartkopf (3. Base), Daniel Sanchez (Short Stop), Brandt Holland (Leftfield), Lars Szameitpreuss (Centerfield), Florian Götze (Right Field).

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