Handball

Der HSV erkämpft sich das nötige Spielglück

Carina Senel behauptet das Spielgerät gegen Stefanie Hummel (Nr. 36) und Sharleen Greschner – und durfte sich am Ende über die Zähler 28 und 29 freuen. In der Klingenhalle erbeutete der HSV bereits 19 Zähler. Foto: Lars Breitzke
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Carina Senel behauptet das Spielgerät gegen Stefanie Hummel (Nr. 36) und Sharleen Greschner – und durfte sich am Ende über die Zähler 28 und 29 freuen. In der Klingenhalle erbeutete der HSV bereits 19 Zähler.

2. Bundesliga: Die Klingenhalle bleibt ein gutes Pflaster.

Von Lutz Clauberg

Solingen. Beim zehnten Heimspiel des HSV Solingen-Gräfrath deutete einiges auf einen Klingenhallen-Krimi hin. Der HC Leipzig war vor offiziell 303 zahlenden Zuschauern ebenbürtig – bis zwei nahezu identische Aktionen dafür sorgten, dass der alte und neue Tabellenzweite durch das 29:22 (12:10) erster Verfolger von Frisch Auf Göppingen bleibt. „Da haben wir schon Glück gehabt“, meinte Trainerin Kerstin Reckenthäler.

Wenige Augenblicke nachdem Merit Müller von Rechtsaußen zum 20:18 in der 45. Minute für den HSV erhöht hatte, unterlief Tyra Bessert ein Wechselfehler. Der Ballbesitz wechselte den Regeln entsprechend. Mandy Reinarz legte blitzschnell zum 21:18 nach. Und dann geschah etwas, was auch Kerstin Reckenthäler noch nie erlebt hat: Die Leipziger Bank verlor offenbar den Überblick und schickte die 38 Sekunden zuvor hinausgestellte Tyra Bessert wieder aufs Parkett. Erneut griff das Kampfgericht ein, erneut musste das Schiedsrichtergespann Maximilian Engeln/Felix Schmitz aus Burscheid dem 19 Jahre alten Leipziger Spielmacher-Talent eine Zeitstrafe geben. Diese zahlenmäßige Überlegenheit münzte Gräffrath in Tore um. In der 50. Minute war das hochklassige und sehenswerte Spiel entschieden, nachdem Vanessa Brandt das 25:19 markiert hatte.

Lara Karathanassis bekam diese krasse Entwicklung nicht wirklich mit. Kurz nach Wiederanpfiff als Backup für die zum zweiten Mal mit einer Zeitstrafe bedachten Cassandra Nanfack eingewechselt, blieb sie nach einem harten Foul im Leipziger Neunmeter-Raum liegen. Für die immer schwächer leitenden Referees übrigens kein Grund, das Spiel zu unterbrechen; der Leipziger Konter blieb indes ohne Torerfolg. Karathanassis wurde minutenlang am Rücken behandelt, schon auf dem Spielfeld. An Weiterspielen war nicht zu denken.

Kerstin Reckenthäler hatte angesichts der reichlichen Rückraum-Ausfälle (Luca Tesche, Jule Polsz, Jette Clauberg, Melina Fabisch) eigentlich leichtes Coaching: Der Rückraum mit Vanessa Brandt, Mandy Reinarz und Cassy Nanfack stellte sich von selbst auf. Und powerte einfach weiter. Volles Brett, bis zur Entscheidung. „Wir waren ja schon ein bisschen angeknockt nach zwei nicht gerade überragenden Heimsiegen und der Niederlage in Herrenberg“, sagte Kerstin Reckenthäler. „Und haben dann diese tolle Antwort gegeben. Das war absolut sehenswert.“

Nanfack, nach der zweiten temporären Hinausstellung in der Abwehr von Nele Weyh sehr gut vertreten, erzielte die meisten Feldtore. Reinarz kämpfte wie aufgedreht. Brandt spielte total abgezockt, auch ein Pfiff nach Übertritt beim Siebenmeter brachte sie nicht aus dem Konzept. In Halbzeit zwei war Linksaußen Franziska Penz ein wichtiger Faktor. In taktischer Hinsicht stimmte in Verbindung mit läuferischer Klasse auch nahezu alles. Reckenthäler: „Wir haben Leipzig keine einzige erste Welle gegeben.“

Und der Gegner? Wechselte sich mit Wiederanpfiff schwächer, weil die spielstarke Jacqueline Hummel von Tyra Bessert ersetzt wurde. Außerdem kassierte Hummels Zwillingsschwester Stefanie, am Kreis und in der Deckung richtig gut, in der 35. Minute die Rote Karte nach Foul an Mandy Reinarz. Mit Lotta Röpcke, erst 18 Jahre alt und eine der größten Nachwuchshoffnungen im deutschen Handball, agierte nur eine Rückraum-Leistungsträgerin auf konstant hohem Niveau. Zu wenig gegen einen formidablen HSV, der sich das nötige Spielglück vorbildlich erkämpfte.

HSV: Fahnenbruck, Krückemeier; Brandt (11, 7), Nanfack (6), Penz (4), Reinarz (3), Kamp (2), Müller (2), Senel (1), Karathanassis, Weyh, Jörgens

2. Bundesliga

Programm: Der HSV Solingen-Gräfrath muss an den kommenden drei Wochenenden ausnahmslos reisen. Der Aufwand gen Wuppertal am 19. Februar und Aldekerk (25. Februar) ist minimal, am 4. März geht es jedoch ins rund 400 Kilometer entfernte Waiblingen.

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