Schach

SG Solingen wittert einen Showdown zum Finale

Alexander Naumann ist Mannschaftsführer der SG Solingen. Er wird am Wochenende voraussichtlich zum Einsatz kommen. Archivfoto: Andreas Horn
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Alexander Naumann ist Mannschaftsführer der SG Solingen. Er wird am Wochenende voraussichtlich zum Einsatz kommen.

Am Wochenende beginnt eine ungewöhnlich kurze Bundesliga-Saison.

Von Thomas Rademacher

Eigentlich sind die 15 Wettkämpfe, die jedes Team in der Schach-Bundesliga bestreiten muss, über ein Dreivierteljahr verteilt. Da die aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2019/20 erst im Oktober 2021 beendet wurde, startet die neue Spielzeit allerdings entsprechend später. „Zuerst sollte es im Januar losgehen, dann im Februar, aber Omikron hat einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Oliver Kniest, Vorsitzender der Schachgesellschaft (SG) Solingen. Am Wochenende hat das Warten ein Ende. Die Klingenstädter starten in Viernheim gegen den USV TU Dresden (Samstag, 14 Uhr) und BCA Augsburg (Sonntag, 10 Uhr). Mitte Juli soll die Saison auch schon vorbei sein.

Ich werte ihn auch gar nicht als Abgang.

Oliver Kniest über Anish Giri
Markus Ragger spielt seit vielen Jahren an der Spitze für die SG. Das Foto zeigt ihn 2012.

Die Chance, mit zwei Siegen zu beginnen, ist groß. „Dresden und Augsburg zählen wohl eher zur unteren Tabellenhälfte“, weiß Kniest. „Wir haben zwar nicht den Anspruch, ganz oben zu landen, aber in den beiden Wettkämpfen sind wir Favorit.“ Die Solinger wurden in der Saison 19/21 Vierter und in der dazwischen mit weniger Teams ausgetragenen Deutschen Meisterschaft 2020 Fünfter.

Der Kader hat sich kaum verändert. Topspieler Anish Giri ist zwar zur OSG Baden-Baden gewechselt, doch er war für die SG ohnehin fast nie zum Einsatz gekommen. „Ich werte ihn auch gar nicht als Abgang“, sagt Kniest. Alle Spieler, die in der vorigen Saison zum Einsatz kamen, sind den Klingenstädtern erhalten geblieben. Dazu hat sich der Club mit zwei großen Talenten verstärkt: dem amtierenden Jugend-Europameister Alexander Krastev (16 Jahre) und Jonas Roseneck (19 Jahre). Beide sollen an den Spitzenbrettern in der 2. Liga spielen, werden aber auch Einsätze im Oberhaus bekommen. „Außerdem ist Max Warmerdam vom SV Mülheim hinzugekommen. Er wird im März 22 Jahre alt und ist ein Großmeister mit Perspektive“, freut sich Kniest.

Der SG Solingen geht es in dieser Saison nicht nur um eine möglichst gute Platzierung, sondern auch darum, große Talente einzubauen. „Ich glaube, es wird mittelfristig auch mit großen Investitionen nicht zu schaffen sein, an die absolute Liga-Spitze heranzukommen“, sagt der SG-Vorsitzende. „Neben Baden-Baden, das auch in dieser Saison wieder Topfavorit auf die Meisterschaft ist, sehe ich die Schachfreunde Deizisau und den SC Viernheim ganz vorne.“ Eine Platzierung kurz dahinter sei ein realistisches Ziel für die Solinger.

Trotzdem ist die Chance in dieser Saison groß, dass die SG lange ganz oben mit dabei ist. Der Spielplan ist für die Mannschaft günstig. Nicht nur beginnt sie mit zwei lösbaren Aufgaben, sie wird auf die drei vermeintlich stärksten Vereine erst an den letzten drei Spieltagen treffen. Diesmal werden die letzten fünf Wettkämpfe zentral in Berlin gespielt. Wenn es beim anvisierten Termin bleibt, geht es für die Klingenstädter am 9. Juli hintereinander gegen Viernheim und Deizisau, bevor am 10. Juli die OSG Baden-Baden wartet. Läuft die Saison bis dahin optimal, könnte das Finale ein echter Showdown für die SG Solingen werden.

„Auch wenn es nicht unser Ziel ist, würden wir uns natürlich freuen, wenn wir den in der Tat aussichtsreichen Spielplan zu unseren Gunsten nutzen würden“, sagt Kniest, der aber auch auf einige Unwägbarkeiten hinweist: „Da die Saison so kurz ist und extrem viele Turniere parallel stattfinden, ist es kaum planbar, wer uns wann zur Verfügung steht.“ Ein Dauerbrenner wird wieder Markus Ragger sein. Der Österreicher gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zum Inventar der Schachgesellschaft Solingen.

Zu Hause wird die SG am 30. April und 1. Mai gegen Kiel beziehungsweise Hamburg antreten. „Wo die Wettkämpfe stattfinden, ist noch offen“, sagt Kniest. Die jüngst genutzten Spielorte in der Cobra und im Gründer- und Technologiezentrum seien nicht verfügbar.

Schachgesellschaft Solingen

Bundesliga: Die SG ist zwölffacher Deutscher Meister und hat damit hinter der OSG Baden-Baden (15) die meisten Titel. Nur die Solinger haben der OSG seit 2006 eine Meisterschaft streitig machen können. Dies gelang in der Saison 2015/16. Zudem ist die SG neben dem Hamburger SK einziger Verein, der seit Gründung der Bundesliga 1980 ununterbrochen dieser Spielklasse angehört.

Bundesliga-Kader: Pentala Harikrishna, Jorden van Foreest, Markus Ragger, Aryan Tari, Surya Ganguly, Erwin L’Ami, Max Warmerdam, Mads Andersen, Loek van Wely, Borki Predojevic, Jan Smeets, Predrag Nikolic, Florian Handke, Alexander Naumann, Jörg Wegerle, Alexander Krastev, Georg Halvax, Markus Schäfer, Jonas Roseneck, Oliver Kniest, Idris Asadzade, Luisa Bashylina.

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