Schach

SG Solingen visiert einstelligen Tabellenplatz an

Surya Ganguly ist ab Donnerstag bei der Schachgesellschaft Solingen gesetzt. Er wird an zweiter Position hinter Markus Ragger spielen. Foto: Moritz Alex
+
Surya Ganguly ist ab Donnerstag bei der Schachgesellschaft Solingen gesetzt. Er wird an zweiter Position hinter Markus Ragger spielen.

Schach-Bundesliga: Die Saison, die 2019 begonnen hat, wird von Donnerstag bis Sonntag in Berlin zu Ende gespielt.

Von Thomas Rademacher

Die Welt war noch eine andere, als die Schachsaison begann, die ab Donnerstag im Berliner Maritim-Hotel proArte zu Ende gebracht wird. Im November 2019 war es noch unvorstellbar gewesen, dass ein Virus nicht nur das Sportgeschehen so aus den Fugen geraten lassen könnte. Damals begann die Schachgesellschaft Solingen überraschend mit zwei Niederlagen, verlor am nächsten Doppelspieltag erwartungsgemäß gegen Topfavorit OSG Baden-Baden, brachte den Schachfreunden Deizisau allerdings in der Folge auch die erste und bisher einzige Saisonniederlage bei. Die Spielzeit wurde zu Beginn der Corona-Pandemie unterbrochen, doch die Ergebnisse, die sich inzwischen schon wie Relikte anfühlen, zählen mehr als 19 Monate später noch immer. Am Sonntagnachmittag wird feststehen, wer sich Deutscher Meister 2019/21 nennen darf.

„Wir wären mit einem einstelligen Tabellenplatz zufrieden“, sagt Oliver Kniest, der Vorsitzende der SG Solingen. Als Tabellensechster in der nach dem Rückzug des SV Lingen nur noch 15 Teams umfassenden Bundesliga haben die Klingenstädter keine Chance mehr, die Spitze anzugreifen, müssen sich aber auch nicht um den Klassenerhalt sorgen. „Nur der Letzte wird absteigen“, weiß Kniest. Das wäre aktuell der punktlose Aachener SV.

Auf die Mannschaften wartet in Berlin ein echtes Mammutprogramm: Sieben Runden gilt es von Donnerstag bis Sonntag zu absolvieren. Gespielt werden die etwa fünf- bis sechsstündigen Wettkämpfe täglich um 10 und 17 Uhr. Am Sonntag findet nur noch eine Runde am Morgen statt. „Das ist natürlich eine wahnsinnige Belastung“, weiß Kniest. „Mit nur sechs Spielern ist das nicht durchzustehen. Wir werden es mit zehn oder elf Akteuren angehen.“

Da der Terminplan in dem wohl berühmtesten Denksport der Welt aufgrund der Ausfälle in der ersten Jahreshälfte aktuell unheimlich eng ist, die US-Meisterschaft genau wie die in Russland parallel stattfinden und ein wichtiges Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft kurz nach dem DM-Finale angesetzt ist, werden wohl bei einigen Mannschaften Top-Spieler fehlen. Bei der SG betrifft dies Anish Giri, Pentala Harikrishna, Erwin L’Ami, Jorden van Foreest und Aryan Tari.

„Wir sind auf jeden Fall noch gut genug aufgestellt, um ein paar Punkte holen zu können.“

Oliver Kniest, SG-Vorsitzender

Sicher dabei sind hingegen Dauerbrenner Markus Ragger sowie der indische Großmeister Surya Ganguly. Dahinter dürften Mads Andersen, Loek van Wely, Borki Predojevic, Jan Smeets, Predrag Nikolic, Alexander Naumann und Florian Handke gesetzt sein. „Wir sind auf jeden Fall noch gut genug aufgestellt, um ein paar Punkte holen zu können“, meint der SG-Vorsitzende mit Blick auf ein recht entspanntes Restprogramm. Gegen die hochkarätige Konkurrenz haben die Solinger größtenteils schon vor der Pandemie gespielt.

Am Donnerstag geht es gegen Dresden (Tabellen-14.) und Berlin (10.), Freitag gegen Aachen (15.) und Viernheim (3.), Samstag gegen Mülheim Nord (13.) und Augsburg (11.), bevor am finalen Spieltag das Duell mit dem Achten FC Bayern München ansteht. „In Bestbesetzung könnten wir wohl gegen alle bestehen, jetzt hängt es auch davon ab, wie stark die Gegner aufstellen“, erläutert Kniest.

Die Vorfreude bei den Solingern ist aus seiner Sicht gewaltig. „Gerade für Spieler, die hauptsächlich bei Mannschaftswettkämpfen im Einsatz sind, stellt die Veranstaltung die Rückkehr ans Schachbrett dar. Die Motivation ist riesig, die Saison zu einem guten Abschluss zu bringen.“

In den Titelkampf wird die SG nicht mehr eingreifen. Die Meisterschaft machen voraussichtlich die verlustpunktfreien Teams der OSG Baden-Baden und des SV Hockenheim untereinander aus. „Hockenheim stellt eine große Unbekannte dar“, erläutert Kniest. „Es steht bereits fest, dass sich der Verein aufgrund des Verlusts eines wichtigen Sponsors aus der Bundesliga zurückzieht. Ob sie in ihrer letzten Spielzeit nun noch einmal alles investieren, um Baden-Baden den Titel zu entreißen, ist die große Frage.“

Bundesliga

Die Saison 2021/22 beginnt aufgrund der Endrunde der alten Spielzeit erst im Januar. Die Bundesliga kehrt zurück zum üblichen Modus mit Doppelspieltagen an insgesamt sieben Wochenenden. Der Titel soll am 29. Mai vergeben werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Die Spreefüxxe schlagen den HSV 29:27
Die Spreefüxxe schlagen den HSV 29:27
Die Spreefüxxe schlagen den HSV 29:27
Eltern von Nachwuchssportlern bleiben vor der Tür
Eltern von Nachwuchssportlern bleiben vor der Tür
Eltern von Nachwuchssportlern bleiben vor der Tür
TSV hat großen Samstag, Wald 03 plant Eigenwerbung
TSV hat großen Samstag, Wald 03 plant Eigenwerbung
TSV hat großen Samstag, Wald 03 plant Eigenwerbung
Trotz Tabellenführung nicht favorisiert
Trotz Tabellenführung nicht favorisiert
Trotz Tabellenführung nicht favorisiert

Kommentare