Schach

SG legt einen Fabelstart in die neue Saison hin

Mads Andersen war einer der Leistungsträger der Schachgesellschaft Solingen am Auftaktwochenende in Kirchweyhe. Der Däne stellte seine Kontrahenten an beiden Tagen matt.
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Mads Andersen war einer der Leistungsträger der Schachgesellschaft Solingen am Auftaktwochenende in Kirchweyhe. Der Däne stellte seine Kontrahenten an beiden Tagen matt.

Schach-Bundesliga: Dem 6,5:1,5 gegen Kirchweyhe folgt ein 4,5:3,5 über Angstgegner Werder Bremen

Als Pentala Harikrishna sich Luke McShane geschlagen geben musste, stand bereits fest, dass die Schachgesellschaft Solingen mit einer perfekten Punkteausbeute in die neue Bundesliga-Saison starten würde. Die Niederlage des Spitzenspielers war die einzige für die SG am gesamten Wochenende – was in doppelter Hinsicht durchaus als Überraschung zu werten ist.

Zum einen, weil Harikrishna am Spitzenbrett leicht favorisiert war, zum anderen, weil die beiden Gegner, der SK Kirchweyhe und Werder Bremen, das Potenzial hatten, den Solingern das Leben sehr schwer zu machen. Stattdessen aber trumpfte das Team auf, überrollte Aufsteiger Kirchweyhe mit 6,5:1,5 und ließ ein knappes 4,5:3,5 gegen Angstgegner Bremen folgen.

„Wir waren gegen Kirchweyhe zwar nominell an allen Brettern etwas besser besetzt“, sagte SG-Vorsitzender Oliver Kniest. „Trotzdem hatte ich gegen eine solch erfahrene Mannschaft mit acht Großmeistern einen deutlich knapperen Verlauf erwartet.“

Stattdessen spielte sich insbesondere das niederländische Trio der Solinger in den Vordergrund. Max Warmerdam legte mit den schwarzen Steinen furios los und schaffte das 1:0. Loek van Wely und Erwin L'Ami erarbeiteten sich kurz darauf ebenfalls Gewinnstellungen, die sie später erfolgreich umsetzen konnten.

So genügten die Remisen von Harikrishna, Markus Ragger und Alexander Naumann bereits zum sicheren Sieg. Da auch Florian Handke und Mads Andersen geduldig auf einen Erfolg setzten und ihre Gegner schließlich matt stellten, sprang der überraschend klare 6,5:1,5-Endstand heraus.

 „Mann des Tages ist Florian Handke.“

Oliver Kniest

Den guten ersten Eindruck bestätigte die Mannschaft gegen Werder Bremen. Der Verein, der in den vergangenen Jahren zum Angstgegner mutiert war, weil er drei Mal in Serie mit 4,5:3,5 gegen die Solinger gewonnen hatte, ging erneut gut aufgestellt in das Aufeinandertreffen. Doch diesmal stießen die Klingenstädter den Bock um. „Mann des Tages ist Florian Handke“, lobte Kniest.

Am siebten Brett spielte Handke mit den schwarzen Steinen gegen den knapp 50 ELO-Punkte stärkeren Vlastimil Babula und sorgte durch zwei Bauernopfern in der Eröffnungsphase für eine dynamische Partie. „Der Angriff hat sich zum Schluss ausgezahlt“, freute sich der SG-Chef über den nicht zu erwartenden Sieg, der die Weichen stellte.

Bei Ragger, L'Ami, Warmerdam und Naumann deuteten sich die Punkteteilungen früh an, so dass die Partien von Harikrishna, Andersen und Van Wely für die Entscheidung sorgen mussten. Während Erstgenannter eher auf Verlust stand, ging es bei den beiden anderen in der Zeitnotphase hoch her. „Wenn es schlecht läuft, nehmen wir aus den beiden Partien nur einen halben Punkt mit“, wusste Kniest. „Aber es ist dann richtig gut gelaufen.“

Romain Edouard beging gegen Andersen einen Fehler, den dieser konsequent nutzte und damit neben Handke einziger SGer mit zwei Siegen am Wochenende war. Bei Van Wely errechnete der Computer bereits eine Niederlage, doch ihm gelang es, das Remis gegen Zbynek Hracek zu halten und damit den entscheidenden halben Zähler zum Sieg beizutragen. Beim Stand von 4,5:2,5 hatte Harikrishnas Duell am Spitzenbrett nur noch statistischen Wert. „Dass er verloren hat, kann passieren. Luke McShane, sein Gegner, kann an einem guten Tag jeden in der Welt schlagen“, ordnete der SG-Chef ein. „Ich jedenfalls kann sehr gut damit leben – sicher auch, weil er sich einen guten Moment für die Niederlage ausgesucht hat.“

Durch das 4,5:3,5 gegen Bremen haben die Solinger einen Gegner niedergerungen, der ihnen traditionell nicht liegt, und sich gleichzeitig mit den Topfavoriten Baden-Baden, Viernheim und Deizisau an die Bundesliga-Spitze gesetzt. Kniest: „Besser geht's nicht.“

Ausblick

Weiter geht die Bundesliga mit drei Partien am 25., 26. und 27. November. Dann muss die SG nach Mülheim, tritt gegen die Gastgeber sowie Aufsteiger SV Deggendorf und den Münchener SC an – allesamt lösbare Aufgaben.

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