Schach-Bundesliga

SG-Frauen starten mit dem erhofften Erfolg in die Saison

Mit 1,5 von 2 möglichen Punkten war Anna Zozulia beim Bundesliga-Auftakt erfolgreichste Spielerin der SG Solingen.
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Mit 1,5 von 2 möglichen Punkten war Anna Zozulia beim Bundesliga-Auftakt erfolgreichste Spielerin der SG Solingen.

Dem erwartet deutlichen 1:5 gegen Schwäbisch Hall folgt ein 4:2-Sieg gegen Bayern München.

Von Thomas Rademacher

Vereinsvorsitzender Oliver Kniest hatte es angekündigt: Gegen den SK Schwäbisch Hall würden die Frauen der Schachgesellschaft (SG) Solingen keine Chance haben, dafür aber gegen Bayern München um die ersten Tabellenpunkte in der Bundesliga kämpfen. Genau so kam es im Gründer- und Technologiezentrum auch. Einer klaren 1:5-Niederlage ließ die Mannschaft einen 4:2-Erfolg über die Bayern folgen – womit der Auftakt im Schach-Oberhaus als geglückt bezeichnet werden darf.

„Wir standen nach dem ersten Tag gewaltig unter Druck“, sagte Kniest. „Denn am Samstag hat unsere direkte Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt gepunktet.“ Der SG-Chef meinte damit Erfurt (3:3 gegen Rodewisch), Leipzig (3:3 gegen Bad Königshofen) und München, das sich in Solingen überraschend deutlich mit 5:1 gegen den SV Hemer durchgesetzt hatte. Gleichzeitig war die SG gegen Meisterschaftsaspirant Schwäbisch Hall nicht über ein 1:5 hinausgekommen. Anna Zozuilia und Annmarie Mütsch spielten jeweils remis, Inna Gaponenko leistete sich am ersten Brett einen Fehler, als sie einen angegriffenen Turm vergaß und verlor – was sofort zur Entscheidung führte. „Da wäre noch ein halber Punkt mehr drin gewesen, aber zur Sensation fehlte doch noch viel.“ Yaroslava Sereda und die erst 14-jährige Sarah Fetahovic waren in ihren Partien nominell klar schlechter, schlugen sich aber achtbar und stemmten sich jeweils mehr als vier Stunden gegen ihre Niederlagen.

Oberhaus-Debüt mit 14 Jahren: Sarah Fetahovic.

Am Sonntag gegen Bayern München griffen Melanie Müdder und Eva Rudolph ins Geschehen ein, womit die Solingerinnen noch etwas stärker aufgestellt waren. Das zahlte sich in einem engen Wettkampf aus. Tatiana Kononenko schaffte früh ein Remis, alle anderen fünf Duelle wurden erst in der Zeitnotphase entschieden. „Inna hat souverän gewonnen, was sie sehr erleichtert hat“, beschrieb Kniest. „Der Fauxpas am Vortag hatte sie sehr geärgert. Nach eigener Aussage ist ihr so etwas seit 30 Jahren nicht passiert.“

Während Rudolph ihre Partie in einem offenen Endspiel verlor, stellte Müdder Helene Giss matt – immerhin eine Spielerin, die mehr als 100 Punkte stärker bewertet ist. „Das war eine starke Leistung von ihr, die uns mit 2,5:1,5 in Führung gebracht hat“, sagte Kniest, der sich daher sehr über den entscheidenden Favoritensieg von Anna Zozulia freute. Mütsch blieb wie schon am Samstag am längsten am Brett und brachte erneut ein Remis ins Ziel – diesmal zum 4:2-Endstand. „Dieser Sieg war eminent wichtig für uns“, urteilte Kniest.

Einwurf von Thomas Rademacher: Schach auf Erfolgskurs

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Zwei Mal in Folge war das Frauenteam der Schachgesellschaft aufgestiegen und feierte an diesem Wochenende seine Premiere in der Bundesliga. Dass beim 4:2 gegen Bayern München gleich ein Sieg dabei heraussprang, spricht dafür, dass die Solingerinnen für den Klassenerhalt infrage kommen. Ohne Verstärkung würde es auf diesem Level nicht gehen, doch die junge Truppe, die den Sprung auf das höchste Level geschafft hat, kann sogar in der Bundesliga bestehen.

Melanie Müdders Erfolg gegen eine deutlich besser eingestufte Gegnerin ist ein Beleg dafür. Und die stärkste Spielerin des Aufstiegskaders, Luisa Bashylina, konnte aufgrund ihres Einsatzes bei der U20-WM nicht einmal in der Bundesliga dabei sein. Keine Frage, der Solinger Schach bleibt auf Erfolgskurs.

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