Leichtathletik

SLC setzt ein beeindruckendes Zeichen

Hürdenlauf im Solinger Nieselregen – die Athleten freuten sich über einen der selten gewordenen Wettkämpfe. Foto: Andreas Horn
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Hürdenlauf im Solinger Nieselregen – die Athleten freuten sich über einen der selten gewordenen Wettkämpfe.

50 Vereine sind mit guten Leistungen beim ersten Sprintmeeting am Schaberg zu Gast.

Von Daniel Bernards

Die Organisatoren des Solinger Leichtathletikclub wollten in einer wettkampfarmen Zeit ein Zeichen setzen – und taten dies mit der Ausrichtung des ersten Sprintmeetings auf der Herbert-Schade-Anlage. Am Ende starteten etwas mehr als 300 Leichtathleten. Noch eindrucksvoller erscheint eine andere Zahl: Gleich 50 Vereine hatte der SLC zu Gast am Schaberg. Eine Teilnehmerin trug gar das Trikot des SC Magdeburg, wenngleich die 400-Meter-Läuferin Frauke Pöpplow in Nordrhein-Westfalen beheimatet ist.

Möglich geworden wurde die Veranstaltung nur durch eine enge Abstimmung mit der Stadt sowie ein striktes Gesundheits- und Hygienekonzept. Das führte zum Beispiel zu einer Beschränkung der Lauf-Wettkämpfe auf 30 Starter und zu Wartelisten, insbesondere in den stark nachgefragten Klassen U14 und U16. SLC-Jugend-Trainer Sebastian Thelen, eine der treibenden Kräfte im Organisationsteam, bekam jedenfalls in der Woche vor dem ersten Startschuss noch mächtig Arbeit: „Erschwert wurden unsere Planungen durch eine kurzfristig angesetzte Kadermaßnahme des Verbandes. Da kam es zu einigen Absagen, und wir konnten die Wartenden fragen, ob sie nicht doch starten wollen.“

„Wir wollten mal wieder eine Möglichkeit zum Wettkampf geben.“

Sebastian Thelen vom SLC-Organisationsteam

Generell zeigte sich Thelen, der selber im 100-Meter-Wettbewerb der Männer an den Start ging, zufrieden mit dem Ablauf des Tages, besonders aber auch damit, dass sein Verein überhaupt bereit war, eine Veranstaltung in dieser Größenordnung zu stemmen: „Wir wollten in erster Linie unseren eigenen Sportlern mal wieder eine Möglichkeit zum Wettkampf bieten, nachdem so vieles ausgefallen ist. Aber auch den Leichtathleten der Region, die sich derzeit über jeden Wettkampf freuen, der über die Bühne gebracht wird.“ Zumal es noch um wichtige Normerfüllungen geht: In zwei Wochen stehen für den Nachwuchs die Deutschen Jugend-Meisterschaften in Heilbronn auf dem Programm. Und auch für die Landesmeisterschaften der Jugend Ende September brauchen die Leichtathleten ihre Qualifikationsleistungen.

Überregionale Meisterschaften wird es hingegen für Maximilian Kremser 2020 nicht mehr geben. Der 400-Meter-Spezialist des Gastgebers machte beim SLC-Sprintmeeting seinen voraussichtlich letzten Wettkampf im Jahr und gewann standesgemäß die 100 Meter der Männer in 11,12 Sekunden sowie die doppelte Distanz mit riesigem Vorsprung in 21,81 Sekunden. Das gehe besser, sagte der Deutsche Jugend-Vizemeister des vergangenen Jahres. Dafür freute er sich darüber, dass die Großeltern zuschauten: „Das machen die bei entfernteren Wettkämpfen sonst nicht.“ Nicht nur aufgrund der Corona-Einschränkungen sei die Saison allerdings etwas unglücklich gelaufen: „Es kam noch hinzu, dass ich mich an der Wade verletzte, als es gerade wieder mit den Wettkämpfen losging.“ Dass er kurzfristig aus dem Starterfeld der Deutschen Meisterschaften fiel, sieht Kremser hingegen einigermaßen gelassen: „Dort hätte ich deutliche Bestleistung laufen müssen, um ins Finale zu kommen.“ Nun soll im kommenden Jahr ein neuer Angriff gestartet werden – mit dann hoffentlich mehr Start- und Wettkampfmöglichkeiten und normaleren Bedingungen.

Zu einem Pechvogel, was den Start bei Deutschen Meisterschaften angeht, könnte sich mit Leif Deinet auch der zweite hochtalentierte SLC-Leichtathlet entwickeln. Deinet wollte am vergangenen Sonntag die 100-Meter-Qualifikation laufen, fiel aber wegen einer Adduktorenzerrung aus. So ist der DM-Start über die 200 Meter – die Norm wurde von ihm vor kurzem in Zeven eindrucksvoll erfüllt – in Frage gestellt, was sein Trainer Detlef Steigerwald sichtlich bedauert: „In Normalform wäre Leif in der Jugendklasse U18 ein Läufer für die Top Ten, vielleicht gar fürs Finale.“ Jetzt, so der erfahrene Trainer, müsse man schauen, „ob wir ihn bis zu den Deutschen wieder fit kriegen“.

Beim eigenen Sportfest konnten dafür andere Lokalmatadoren Akzente setzen: Alexander John zum Beispiel, der bei seinem Debüt im SLC-Trikot die 200-Meter der Jugend U20 in 23,54 Sekunden für sich entschied.

Helgard Houben

Weit entfernt von der Heimat war am Wochenende Helgard Houben aktiv. Die SLC-Seniorensportlerin nahm in Zella-Mehlis an den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften teil. Und Houben zeigte, was sie drauf hat: Sie holte die Goldmedaille in der Altersklasse W75. Im Fünfkampf siegte sie mit einer Ausbeute von 3154 Zählern – und mit einem Vorsprung von mehr als 400 Punkten auf die Zweitplatzierte.

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