Geburtstag

Dietmar Burkatzkis Herz schlägt für den Turnerbund

Dietmar Burkatzki kann auf mehrere erfolgreiche Jahrzehnte als Leichtathletik-Trainer zurückblicken. Foto: Burkatzki
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Dietmar Burkatzki kann auf mehrere erfolgreiche Jahrzehnte als Leichtathletik-Trainer zurückblicken.

Dietmar Burkatzki feiert an diesem Donnerstag seinen 90. Geburtstag.

Von Daniel Bernards

In diesen, nicht gerade einfachen Tagen vollendet eine bekannte und die Leichtathletik der Stadt prägende Trainer-Persönlichkeit ihr neuntes Lebensjahrzehnt. Wenn Dietmar Burkatzki an diesem Donnerstag seinen 90. Geburtstag feiert, werden sicher auch viele Wegbegleiter und ehemalige Aktive an ihn denken. Viele Sportler der Stadt haben Dietmar Burkatzki als Trainer insbesondere im Solinger Turnerbund (STB), seiner längsten Trainer-Adresse, miterlebt – einige kannten ihn aber auch als Lehrer der Theodor-Heuss-Realschule.

Dabei waren die Anfänge des gebürtigen Masuren (Polen) nicht einfach. In der direkten Nachkriegszeit, genauer gesagt 1946, kam Burkatzki als Flüchtlingskind aus Gedwangen (polnisch: Jedwabno) in die Klingenstadt. Doch er fand sich schnell zurecht, und der Sport sowie später zudem seine Lehrtätigkeiten waren schnell und viele Jahre lang von ganz besonderer Bedeutung.

Nach dem Abitur am Humboldt-Gymnasium und anfänglichen Unsicherheiten, was die berufliche Zukunft anbelangte, so hatte Dietmar Burkatzki kurz das Berufsziel Förster, folgte er dem Rat seines Sportlehrers und schrieb sich an der Universität Köln für die Fächer Sport und Deutsch ein, schloss dieses Studium mit Erfolg ab und legte so den Grundstein für seine Tätigkeit als Lehrer. Bis 1995 arbeitete er mehr als drei Jahrzehnte lang an der Theodor-Heuss-Realschule.

Der Spaß und die Freude am Umgang mit jungen Menschen brachten den Solinger auch ins Trainerleben. Während der sportlich Vielseitige (Turnen/Handball/Leichtathletik) selber beim Wald-Merscheider TV sportlich aktiv war, bereits 1948 beim ersten Deutschen Turnfest teilnehmen durfte, wurde er 1957 Trainer der Leichtathleten des Solinger Turnerbunds. Es begann eine Erfolgsgeschichte in einer Zeit, in der die hiesige Leichtathletik ein vielschichtigeres Bild zeichnete als heute. Immerhin hatte Langstreckenläufer Herbert Schade vom Solinger LC (SLC) erst fünf Jahre zuvor eine olympische Medaille errungen – im Walder Stadion fanden große Wettkämpfe vor Tausenden von Zuschauern statt. In seiner eigenen aktiven Zeit trat Burkatzki dort selbst gegen bekannte Größen wie eben Herbert Schade an.

„Ein menschlicher und sozial kompetenter Trainer, der immer ein offenes Ohr für seine Schützlinge hatte.“

Dirk-Voigt Krämer, Leichtathlet

Die Trainer-Tätigkeit sollte schließlich über 50 Jahre andauern. Erst im Alter von 80 Jahren wurde sie beendet. Anfangs trainierte Burkatzki nicht nur die STB-Athleten, sondern auch die des SLC. Doch sein sportliches Herz blieb auf der Zietenstraße. Dass die dortige Anlage in den 70er Jahren eine 100-Meter-Bahn auf Tartan bekam, ist auch auf Burkatzkis Einsatz zurückzuführen. Dem Vorstand des STB gehörte er viele Jahre lang als zweiter Vorsitzender an, war zudem eine Weile Oberturnwart.

Der Sport spielte bis ins hohe Alter eine große Rolle im Leben des Lehrers und Trainers. Und obwohl es in der Leichtathletik meistens auf die Einzelleistungen ankommt, sah sich Dietmar Burkatzki immer als „Teamplayer“. Unter seiner Leitung fuhren erfolgreiche Schulmannschaften zu den Wettkämpfen, und in seiner Trainerzeit im SLC und STB wurden regelmäßig Mannschaftskämpfe wie die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften besucht. Schüler und Aktive betrachteten ihn oft als „harten Hund“ – doch daraus klang immer Respekt für einen gerechten und fördernden Umgang mit den ihm anvertrauen Sportlerinnen und Sportlern durch.

Nicht wenige von ihnen gewann er durch seine Lehrtätigkeit für die Leichtathletik. So geschehen beim bekannten und erfolgreichen Solinger Langstreckenläufer Dirk Voigt-Krämer: „Der Lehrer Burkatzki hat mich in der sechsten oder siebten Klasse angesprochen, ob ich nicht zur Leichtathletik kommen will.“ Mit Erfolg. Das Urteil des heutigen SLC-Athleten: „Ein menschlicher und sozial kompetenter Trainer, der immer ein offenes Ohr für seine Schützlinge hatte.“

Dietmar Burkatzki

Geboren: am 15. April 1931 in Gedwangen (Masuren). Familie: Zwei Kinder (Katrin und Christian), fünf Enkelkinder und inzwischen auch zwei Urenkel. Bücherei: Nicht nur im Sport war der Realschullehrer engagiert. Viele Jahre arbeitete er regelmäßig ehrenamtlich beim Freundeskreis der Stadtbücherei, beendete diese Tätigkeit erst vor drei Jahren.

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