Fechten

Seefeld attackiert – die EM als große Station

Eines der unzähligen Trainingsduelle von Eric Seefeld – dank der starken Fechtzentrum-Kaderathleten ist das Niveau durchgehend hoch. Foto: Christian Beier
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Eines der unzähligen Trainingsduelle von Eric Seefeld – dank der starken Fechtzentrum-Kaderathleten ist das Niveau durchgehend hoch.

Säbelfechter aus Solingen hat sich international bereits bewährt und weiß ein starkes Team um sich.

Von Jürgen König

Anfang Dezember setzte Eric Seefeld einen weiteren Meilenstein in seiner Karriere. Im polnischen Sosnowiec war der junge Mann mit dem zu vernachlässigenden Zweitnamen Simon bester Deutscher – Platz zehn inmitten von 147 Athleten aus 25 Nationen.

Säbelfechter, angehender Abiturient, Klavierspieler, Pfadfinder – Eric Seefeld ist vielseitig.

„Das war ein richtig guter Tag“, schwärmt der 17-Jährige noch heute nach dem großen Erfolg gegen U20-Säbelfechter aus der gesamten Welt. Auch ein Pole, der Anfang dieses Jahres dann das Turnier von Budapest gewonnen hat, zog gegen den Solinger den Kürzeren.

„Für mich ist immer die Motivation wichtig, und die war an dem Tag optimal“, erinnert sich Seefeld gut. Seine Freundin Alexandra war mit dabei, er selbst top-fit, und die gute Vorrunde machte den Kopf vollends frei. „Technisch bin ich eigentlich immer gut drauf“, weiß das Riesentalent seine Schwächen und Stärken gut einzuschätzen.

Großer Dank geht an Coach Chernous

2009 hatte Eric Seefeld erstmals Berührung mit dem Fechtsport – ebenso wie bei seiner Schwester Lena wurde sein Interesse durch ein Angebot an der Grundschule geweckt. Seitdem nahm die Entwicklung ihren positiven Lauf, erst recht mit Vitaliy Chernous an seiner Seite. „Er hat damals ein gutes Training gemacht, und das ist bis zum heutigen Tag so geblieben“, sagt ein dankbarer Athlet. Und Fechtzentrum-Vereinsvorsitzender Daniel Certa ergänzt: „Vitaliy ist ein Top-Trainer mit einem guten Auge für gute Sportler.“

Die erste Medaille in Kenten 2010, die ersten Siege, vier nationale Meistertitel – es ging stetig bergauf. Auch in den Solinger Teams, denen mit Julian Disler, Peter Schmitz, Pascal Becher und Ben Kochendörfer weitere klasse Säbelfechter angehörten. Gemeinsam ist man bei den Junioren die Nummer eins in Deutschland. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wie die Jungs Gas geben und sich gegenseitig pushen“, freut sich Certa.

Weiterbildung am Bundesstützpunkt

Darüber trohnt bei den Männern Bayer Dormagen mit dem früheren Solinger Richard Hübers. Dorthin zu gehen, reizt Seefeld nicht unbedingt – der regelmäßige Trip zum Bundesstützpunkt Dormagen ist indes fest im Terminkalender notiert. Rang 22 in der deutschen Rangliste der Senioren zeigt die Perspektive des im Juniorenbereich noch zu den Jüngsten zählenden Rechtshänders deutlich auf. Disler wird hier sogar als 17. geführt.

Derzeit sind die Augen eindeutig auf die bevorstehende Europameisterschaft ab dem 27. Februar im kroatischen Porec gerichtet – parallel zur Sport-Gala am 29. Februar. Eric Seefeld sollte bei der EM sicher dabei sein, vielleicht gelingt noch anderen aus dem Solinger Team der begehrte Sprung. Bis dahin stehen weitere Weltcup-Teilnahmen auf dem Programm: in Dormagen, Plovdiv (Bulgarien) und Dourdan (Frankreich). Macht der Reisestress nicht mürbe? Das Säbel-Ass hat die klare Antwort: „Ich werde die Lust am Fechten niemals verlieren.“

Mit seinen 1,91 Metern Körpergröße hat Seefeld Vorteile bei der Reichweite, ist aber dennoch beweglich und agil. Workouts in den heimischen vier Wänden tragen zu einer guten Athletik bei. Alles in allem ein hoher Zeitaufwand. „Es ist natürlich ein Spagat zwischen Sport und Schule“, sagt der Alexander-Coppel-Gesamtschüler, der sich mal ein Physik-Studium vorstellen könnte. 2021 steht für ihn das Abitur an, bis dahin sollen zwei für einen Spitzensportler eher ungewöhnliche Hobbys die notwendige Abwechslung bescheren. Eric Seefeld spielt Klavier und hat sich dies selbst beigebracht, außerdem ist er noch gerne bei den Pfadfindern aktiv. Der große Wurf soll ihm aber auf der Planche gelingen – möglicherweise schon in ein paar Wochen bei der Europameisterschaft.

EUROPAMEISTERSCHAFT

RANGLISTE Eric Seefeld führt das Fechtzentrum-Team als Vierter in Deutschland an. Julian Disler liegt auf dem achten Platz, Pascal Becher auf Rang 13. Peter Schmitz ist 19. und unterstreicht damit das Potenzial der Mannschaft. Lisa Marie Löhr hat als Dritte der Degen U20 beste EM-Aussichten.

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