Schwimmen

Schwimmer haben kein Land in Sicht

Bis Daria Absalon und die vielen weiteren Solinger Schwimmer zurück ins Klingenbad dürfen, werden wohl noch einige Wochen ins Land ziehen. Foto: Moritz Alex
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Bis Daria Absalon und die vielen weiteren Solinger Schwimmer zurück ins Klingenbad dürfen, werden wohl noch einige Wochen ins Land ziehen.

Klingenbad bleibt geschlossen, Heide soll in der zweiten Juni-Woche öffnen

Von Timo Lemmer

Es war ein kleiner Absatz in einer Mitteilung der Stadt, der zu Wochenbeginn eine Menge Zündstoff bot: Die Solinger Schwimmvereine sind pikiert und fühlen sich übergangen. Dass das Klingenbad entgegen der Erwartungen nicht Ende Mai geöffnet wird, sondern „zu Beginn des neuen Schuljahres im August“, lässt sie verwundert und frustriert zurück. Am Mittwochabend hatten sich die Vereine nämlich noch gefreut, auf Ankündigung der Landesregierung bald auch ihrem Sport wieder nachgehen zu können.

Dass das Klingenbad erst spät wieder geöffnet werden soll, habe man nicht mitgeteilt bekommen, sondern per Zufall selbst im Internet entdeckt. „Ich hatte mich unter der Woche gefreut und war dann total perplex, als ich von der Mitteilung erfahren habe“, sagt Bernhard Pantke. Er ist Vorsitzender des Schwimm-Clubs und zudem Chef des Ortsverbands Solinger Schwimmer (OSS), in dessen Funktion er für zehn Vereine spricht. „Das Unfassbare ist für mich, dass sofort Fakten geschaffen wurden“, berichtet er davon, dass im Klingenbad auch prompt das Wasser abgelassen wurde.

„Der ganze Schwimmsport geht so den Bach runter.“
Bernhard Pantke, Vorsitzender des Ortsverbands Solinger Schwimmer

Bernhard Pantke fühlt sich und den Solinger Schwimmsport übergangen.

Die Nicht-Öffnung begründet die Bäder-Gesellschaft mit „Wartungs- und Reparaturarbeiten“, die zurzeit durchgeführt werden. Normalerweise finden diese ganz regulär in den Schulferien statt. Bäderchefin Kirsten Olsen-Buchkremer berichtet von einer schwierigen Entscheidungsfindung. Man habe Ende April beschlossen, die ohnehin geplanten Maßnahmen vorzuziehen und das Wasser abzulassen: „Es ist aktuell die große Herausforderung, dass man Entscheidungen treffen muss auf der Basis, was man an dem Tag weiß. Keiner von uns hat eine Kristallkugel.“ Sie verweist auf andere geschlossene Bäder in der Region: „Jeder in der Bäderbranche ist von der schnellen Öffnung überrascht.“ Die Arbeiten der Sommerferien laufen also schon jetzt. „Eine große Maßnahme sind neue Fugen im 50-Meter-Becken“, erklärt sie.

Pantke formuliert für die Solinger Schwimmer eine Forderung: Das Klingenbad soll dann auch entsprechend wieder früher öffnen. Angeboten habe man bisher, Zeiten im Heidebad zu erhalten. Die Bäderchefin: „Rund um den 11. Juni soll das Freibad öffnen. Wir sind gut in der Zeit, auch wenn es für uns immer wieder Engpässe in der Beschaffung von Material gibt. Es besteht für die Schwimmer die Möglichkeit, bis zu den Sommerferien nachmittags Zeiten dort zu bekommen.“ Sie hofft zudem, dass man im Klingenbad womöglich früher fertig werden könne als Ende der Sommerferien.

Darauf pochen auch die Schwimmer. Pantke möchte zudem lieber ins Hallenbad Vogelsang. Und: „Wir sind der Hoffnung, dass schneller Wasser eingelassen wird. Nur so ist die Situation noch zu retten.“ Die Bädergesellschaft hat zudem angekündigt, gemeinsam mit dem OSS Richtlinien zu entwerfen, wie unter Wahrung der Vorgaben überhaupt trainiert werden kann.

Für die Vereine sei eine unnötige Verlängerung der Sportpause Gift, betonen sie: „Der ganze Schwimmsport geht so den Bach runter. In einer Sportart, die so trainingsintensiv ist, wären 21 Wochen Schließung Wahnsinn.“ Die zehn Wochen des Lockdowns könne man akzeptieren – weitere elf Wochen seien aber nicht zu vertreten. Die Schwimmer fühlen sich weit unter Wert verkauft: Weil es keinen Kontakt gegeben hatte, ehe Fakten geschaffen wurden. Und auch rein sportlich. Schließlich wären Ende des Monats eigentlich eine Handvoll Solinger zu den Deutschen Meisterschaften nach Berlin gereist. Der Abstand zur nationalen Spitze könnte sich mit der langen Pause noch einmal vergrößern.

Die Verordnung

Freibäder dürfen ab dem 20. Mai unter strengen Auflagen von Abstand und Hygiene öffnen. Ausgenommen sind reine Spaßbäder. Für den 30. Mai ist der Sportbetrieb in Hallenbädern erlaubt. Der Leitfaden des Deutschen Schwimm-Verbandes sieht vor, dass zwischen den Bahnen jeweils zwei Meter Abstand gehalten werden sollen. Nach vorne und hinten sind je drei Meter angedacht.

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