Schwimmen

Schwimmer befürchten großen Schaden

Der Signal-Iduna-Cup, eines der Schwimmevents in Solinger Sportkalender, wird in diesem Jahr auch Corona zum Opfer fallen. Foto: Christian Beier
+
Der Signal-Iduna-Cup, eines der Schwimmevents in Solinger Sportkalender, wird in diesem Jahr auch Corona zum Opfer fallen.

Ortsverbands-Chef Bernhard Pantke mit dramatischem Appell – Duo ergänzt den Vorstand.

Von Timo Lemmer

Der Ortsverband Solinger Schwimmer (OSS) setzt seine Entscheidungsebene auf ein breiteres Fundament: Kurz vor dem erneuten Runterfahren von Anlässen aller Art zog er seine Jahreshauptversammlung durch und ergänzte den Vorstand. Mit Alina Rogalski (SV Solingen-Süd) und Stefan Voos (DLRG) trägt nun ein Trio um Bernhard Pantke (Schwimm-Club) die Verantwortung in der Fachschaft, in der alle Vereine der Stadt, die Schwimmen anbieten, zusammenarbeiten.

Dass der Vorsitzende Pantke bleibt, war allein deshalb klar, da seine zweijährige Amtszeit erst 2021 endet. Er ist es auch, der nun einen dramatischen Appell an alle Entscheidungsträger richtet: „Der erneute Lockdown mit der Schließung der Hallen trifft uns sehr hart. Das richtet in Solingen ganz sicher großen Schaden an.“

Pantke hat dabei einerseits die Vereine und ihre Mitglieder im Blick, andererseits aber auch die gesellschaftliche Aufgabe der Schwimmclubs: „Die Nichtschwimmer-Ausbildung ist das A und O. Es gibt ja ohnehin immer mehr Kinder, die nicht schwimmen können.“ Schwimmen beizubringen, das liege nun quasi ein Jahr brach. Nach der ersten, langen Schließung seien die Kurse gerade gut angelaufen, nun erfolge der nächste Stopp. „Dabei haben wir ein super Hygienekonzept, das alle abgesegnet haben und das alle Auflagen erfüllt. Da hätte ich mir eine individuelle Herangehensweise gewünscht.“ Man könne aufgrund der Wartelisten gar doppelt und dreifach ausbilden, stattdessen nun der Komplett-Stopp.

„Alle Vereine werden Mitglieder verlieren. Wenn Corona vorbei ist, werden die Hallen leerer sein als vorher.“

Bernhard Pantke, OSS-Vorsitzender

Bernhard Pantke freut sich über Verstärkung im Team des Ortsverbands.

Andere Sportler könnten die erneuten Schließungen besser kompensieren als Schwimmer. Und Kinder könnten nun eben gar kein Seepferdchen ablegen: „Uns fehlt unser Element nun wieder komplett.“ Das wirke sich zudem auf die Vereine sowie die Leistungsspitze aus: „Alle Vereine werden Mitglieder verlieren. Die Kinder aus den Schwimmkursen fehlen ohnehin schon in den Gruppen. Wenn Corona vorbei ist, wird die Halle viel leerer sein als vorher. Uns fehlen ganze Jahrgänge.“ Auch die Solinger Spitze leide: „Vor Corona hatten wir zehn Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften. Das wirft uns jetzt massiv zurück.“ Was die Schwimmausbildung anbelangt, fordert Pantke, der mit Hygienekonzept gerne weiter ausgebildet hätte: „Ich hoffe, dass uns die Stadt zukünftig dann wenigstens den Sonntagvormittag zur Verfügung stellt.“

Dass die bundesweiten Maßnahmen in Solingen dann noch um einige Tage vorgezogen wurden, „war sehr schade“, sagt Pantke mit Blick auf seinen Schwimm-Club: „Wir wollten unsere Wasserball-Kids noch anständig verabschieden.“ In allen Vereinen habe man die Erfahrung gemacht, dass etliche Kinder nach Monaten der Bad-Schließung einfach nicht mehr aufgetaucht seien, der enge Kontakt sei daher umso wichtiger.

Derweil ist Pantke nun nicht mehr der Einzelkämpfer, der er war, nachdem Daniel Unger aus dem OSS-Vorstand ausgeschieden war. Pantke freut es, denn: „Es war natürlich eine sehr harte Zeit, um den OSS allein zu führen.“ Mit ausgeklügeltem Corona-Hygienekonzept & Co. sei genau in dieser Phase mehr los gewesen, als in allen Vorjahren, in denen kurzzeitige Bäderschließungen das größte Problem gewesen seien.

Rogalski ist fortan im Vorstand Koordinatorin des Wettkampfsports, Voos der Koordinator für den Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport. Im OSS verspricht man sich vor allem mehr Ruhe und bessere Aushandlungsprozesse, was die OSS-Kernaufgabe betrifft: die Verteilung von Wasserzeiten.

Der OSS

Satzung: Auch das zweite, drängende Thema wurde abgeräumt, wie Pantke berichtet: Der Ortsverband hat nun eine Satzung, die beispielsweise den Organisationsaufbau des OSS, Stimmverteilung und Zuständigkeiten, aber auch das Vorgehen, sollten zwei Vereine fusionieren wollen, regelt. Pantke ist froh darüber und berichtet: „Nahezu alle Beschlüsse auf der Versammlung fielen einstimmig.“

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Sportvereinigung triumphiert im dritten Anlauf
Sportvereinigung triumphiert im dritten Anlauf
Sportvereinigung triumphiert im dritten Anlauf
Paladins müssen Berlins Top-Offensive bremsen
Paladins müssen Berlins Top-Offensive bremsen
Paladins müssen Berlins Top-Offensive bremsen
Unveränderter Modus macht in den Kreisligen Hoffnung
Unveränderter Modus macht in den Kreisligen Hoffnung
Unveränderter Modus macht in den Kreisligen Hoffnung
Sportstadt oder nicht? Diese Namen sprechen für sich
Sportstadt oder nicht? Diese Namen sprechen für sich
Sportstadt oder nicht? Diese Namen sprechen für sich

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare