Fußball

Schürg und Zäh überrennen die Britannia

Eric Schürg (r.) herzt Max Zäh, auch Steffen Kugel und Agostino Barretta freuen sich: Der TSV Solingen dominierte das Derby. Foto: Moritz Alex
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Eric Schürg (r.) herzt Max Zäh, auch Steffen Kugel und Agostino Barretta freuen sich: Der TSV Solingen dominierte das Derby.

Fußball-Bezirksliga: TSV Solingen schlägt FC Britannia im Derby 5:1.

Von Timo Lemmer

Zu einigen Britannia-Zuschauern war augenscheinlich nicht durchgedrungen, dass für das Derby beim TSV Solingen Eintrittskarten hätten am Vortag online bestellt werden müssen. Hätten die rund 20 Frustrierten, die nicht mehr auf die Anlage durften, weil die Zuschauerkapazität von 100 bereits erreicht war, indes gewusst, was ihre Britannia im folgenden Derby phasenweise anbot, hätten sie sich wohl kaum so sehr geärgert, nicht reingekommen zu sein. Letztlich setzte sich der TSV an der Höher Heide 5:1 (4:1) durch – beim Zwischenstand von 3:0 für den TSV nach rund einer Viertelstunde hatte sich gar noch ein richtiges Debakel für den FCB angebahnt.

Während die Zuschauerregelung des TSV, die dann auch das Ordnungsamt kontrollierte und auf 16 vorher buchbare Fünfertische an einer Längsseite des Platzes sowie einige Stehplätze setzte, eine gute Idee war, war die Hoffnung auf ein enges Derby schnell dahin.

Denn die Hausherren brannten offensiv zunächst ein Feuerwerk ab. Es war dabei allerdings nicht so, dass die Britannia bis zum 0:3 keine Chancen hatte – im Gegenteil hatten Asmir Tabakovic, Marcel Goronczewski und Samet Yücel in der Anfangsphase jeweils sehr gute Gelegenheiten ohne letzte Konsequenz verstreichen lassen. Doch der Effektivität und dem Tempo des TSV hatten die Weyersberger zunächst rein gar nichts entgegenzusetzen. Entscheidend dabei waren aber auch klägliche Klärungsversuche und mangelndes Rückzugsverhalten der Gäste, die so Tore begünstigten.

„Sehr schön, dass heute mal der erste Schuss drin war.“

Uwe Rütjes, TSV-Trainer

„Dilettantisch“, entglitt es Trainer Sebastian Zupanic beim 0:3, und sein Abwehrchef Daniel Pesch konstatierte lautstark: „Wie 15-Jährige!“

Auf der Gegenseite derweil ein Konzept, das aufging, und in Abwesenheit von arrivierten Spielern wie Nils Esslinger oder Chris Krone Jungspunde, die in die Bresche sprangen.

Eric Schürg traf vor der Pause ebenso doppelt wie Max Zäh, und im zentralen Mittelfeld spielte Agostino Barretta einen unaufgeregten wie lauffreudigen Part. Apropos Lauffreude: Zäh und vor allem Schürg waren zu so gut wie keiner Zeit von einem der Britannia-Spieler zu halten – zumindest nicht legal.

Bis zur 18. Minute machten der 19-jährige Zäh sowie sein 22-jähriger Kollege mit ihren drei Treffern quasi schon den Deckel auf die Partie. Dass das 1:0 auf Schürgs Konto ging, und der Stürmer nach dem ersten Steilpass gleich traf, freute seinen Trainer Uwe Rütjes: „Sehr schön, dass heute mal der erste Schuss drin war. Das ist ja bei ihm nicht unbedingt immer so.“

Auf einigen Positionen klafften im Eins-gegen-Eins-Vergleich eklatante Qualitätsunterschiede zwischen den jeweiligen Gegenspielern, die der TSV gnadenlos ausnutzte und wiederum die Britannia nicht im Kollektiv zu kaschieren verstand. „Es war für unsere Situation heute“, sprach Rütjes die vielen fehlenden Spieler an, „auch ein dankbarer Gegner.“

Goronczewski traf zwar noch vor der Pause zum kurzzeitigen 1:3, die Antwort aber folgte prompt, als Schürg seinen zweiten Treffer nachlegte. Dass Schürg indes nach dem Seitenwechsel von seinen Teamkollegen kein Mal mehr gefährlich in den tiefen Raum geschickt wurde, ärgerte Rütjes. Auch das trug dazu bei, dass das Lokalduell nach dem Seitenwechsel nur noch vor sich hinplätscherte – eine nun etwas griffigere Britannia und der hohe Pausenstand taten ihr Übriges. Lediglich TSV-Joker Niklas Koshorst traf noch: zum klaren 5:1-Endstand.

TSV: Bergen; Lopes, Taheri, Dörr, Kugel; Bernhard, Barretta (46. Orsillo, 83. Heimann), Inden (58. Koshorst), Heuschkel, Zäh; Schürg (90. Jüntgen)

FCB: D. Kreienbaum; Küll, Pesch (62. Stange), Ziehe, Evertz (53. Heck); B. Kreienbaum, Nötza, Akin (46. Schwab), Yücel, Tabakovic; Goronczewski (53. Akgün)

Tore: 1:0 (3.) Schürg, 2:0 (9.) Zäh, 3:0 (18.) Zäh, 3:1 (23.) Goronczewski, 4:1 (33.) Schürg, 5:1 (70.) Koshorst

Einlass

Beschränkung: Mit den steigenden Corona-Werten sind nun nur noch 100 Zuschauer zugelassen. Der TSV setzte für das Derby erstmals auf eine Registrierung per Mail im Vorfeld: Wer zuerst kam, sicherte sich einen Platz.

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