Schach

Schock für die Solinger Schach-Asse

Herbert Scheidt beim letzten ganz großen Erfolg der SG: 2016 holte das Team den Deutschen Meistertitel nach Solingen. Foto: Rainer Falge
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Herbert Scheidt beim letzten ganz großen Erfolg der SG: 2016 holte das Team den Deutschen Meistertitel nach Solingen.

Teamchef Herbert Scheidt verstirbt wenige Tage vor dem DM-Stichkampf in Baden-Baden.

Von Martin Auer

Dass Herbert Scheidt den Stichkampf um die Deutsche Meisterschaft am kommenden Donnerstag bei der OSG Baden-Baden nicht persönlich begleiten könnte, wussten auch die Spieler der SG Solingen. Der 73-Jährige war mit einer starken Erkältung Anfang Mai von der Bundesliga-Endrunde in Berlin zurückgekehrt und hatte sich in stationäre Behandlung begeben müssen. Dennoch kam die Nachricht von seinem Tod am Sonntag einem Schock für sein Team und den ganzen Verein gleich. Mit Herbert Scheidt verstarb der bekannteste und erfolgreichste Bundesliga-Funktionär, der auch beim zwölffachen Deutschen Mannschaftsmeister eine kaum zu schließende Lücke hinterlassen wird.

Zu gerne hätte Scheidt am Donnerstag im DM-Stichkampf noch einmal einen Titel geholt, wie es ihm zuletzt mit einer als Außenseiter gehandelten Mannschaft 2016 gelungen war. Das Bundesliga-Urgestein Herbert Scheidt war tatsächlich an allen zwölf Titeln beteiligt. Bei der ersten nationalen Meisterschaft 1969 gehörte er selbst noch zu den erfolgreichen Spielern. Danach verlagerte er seine Aktivitäten immer stärker in die Bereiche des Sponsorings und der Mannschaftsführung, war von 1980 bis 1995 auch Vorsitzender der SG Solingen 1868.

Schriftliche Verträge mit den Profis brauchte ein Herbert Scheidt nicht, bei ihm galt im wahrsten Sinne immer das gesprochene Wort. Bei der Zusammenstellung der manchmal recht individualistischen Großmeister achtete der gelernte Bankkaufmann immer darauf, „dass die Chemie passt, damit wir eine echte Mannschaft haben“. Nur so waren die riesigen Erfolge über fünf Jahrzehnte möglich – oft mit kleinerem Etat als die Konkurrenz.

„Wir sind sehr traurig und bringen jetzt erstmal die anstehende Woche hinter uns, dann führen wir die nötigen Gespräche“, erklärt SG-Vereinschef Oliver Kniest zur Zukunft des Bundesliga-Teams ohne Scheidt. Tatsächlich steht die intensivste Woche des ganzen Jahres an. Nach dem Stichkampf am Donnerstag ist die SG am Samstag im Clemenssaal Ausrichter der Deutschen Team-Meisterschaft im Blitzschach.

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