Schwimmen

SV Süd schließt sich der SG Bergisch Land an

März 2018: Schwimmfest des SV Süd im Klingenbad, wo der Verein in Kürze unter dem Dach der SG Bergisch Land aktiv wird. Foto: Andreas Horn
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März 2018: Schwimmfest des SV Süd im Klingenbad, wo der Verein in Kürze unter dem Dach der SG Bergisch Land aktiv wird.

Startgemeinschaft aus Solingen und Remscheid erhält Verstärkung. Trainiert wird gemeinsam mit dem TSV Aufderhöhe.

Von Timo Lemmer

Daniel Unger (v. l.), Stefan Kronenberg, Harald Gehring und Thomas Fuhlbrügge schlagen das nächste SG-Kapitel auf.

Auch, wenn sie bei der Gründung wussten, dass sie auf Widerstände stoßen würden: Die Initiatoren der Startgemeinschaft Bergisch Land, die seit über zweieinhalb Jahren die Schwimmer der SG Remscheid und des TSV Aufderhöhe vereint, hatten gehofft, schon eher neue Mitstreiter gewinnen zu können. „Ich habe ja ein Grundverständnis dafür“, sagt der 2. Vorsitzende der SG, Stefan Kronenberg, „dass Vereine sich schwer tun, diesen Schritt zu machen.“ Er sieht aber eine Diskrepanz zwischen den Argumenten für einen Zusammenschluss – und denen dagegen. Auf der einen Seite stünden ausschließlich sachliche Argumente, auf der anderen rein emotionale, traditionsgeleitete Denkweisen. Von daher ist er wie der 1. Vorsitzende Harald Gehring oder Thomas Fuhlbrügge vom TSV froh, verkünden zu können: Der SV Solingen Süd ist ab Oktober als dritter Verein dabei!

Für die Süder ist Daniel Unger der entscheidende Mann in der Talententwicklung. Durchaus ein kritischer Geist, der in den ersten SG-Jahren nicht nur lobende Worte fand. Was hat sich nun verändert? Unger holt aus: „Entscheidend ist immer, welche Menschen im Handeln stehen.“ Diese Struktur habe sich inzwischen geändert, ebenso das Klima untereinander. „Und dann ist man uns auch weit entgegengekommen, indem man Konzepte aufgelockert hat.“ So greift der Zusammenschluss von ganz oben bis nach ganz unten, von Leistungsgruppe (LG) 1 bis zum Breitensport. Auf jeder Ebene wird gemeinsam trainiert – die Süder starten unter dem SG-Dach und trainieren im Klingenbad mit den TSV-Aktiven gemeinsam. Daniel Unger weiter: „Es ist klar, dass es immer schwieriger wird, alleine weiterzumachen. Auch das Klingenbad braucht für die Zukunft Leistungsschwimmen als Zugpferd.“ Nicht zuletzt benötige man eine gewisse Größe, um beispielsweise Mannschafts-Wettkämpfe anzubieten.

Unger wird fortan die LG 2 in Solingen leiten, der neue hauptamtliche SG-Trainer Ivan Abreu die LG 1. Darunter kommen noch LG 3 und LG 4 sowie der Breitensport.

Der Start unter dem neuen Coach ist gelungen

Kronenberg unterstreicht: „Uns ist es auch ganz wichtig, Breitensport anzubieten.“ Auf der einen Seite müsse man Potenzial von unten aufbauen: „Spitzensport entsteht auf der Grundlage von Breitensport.“ Nicht zuletzt gehe es aber auch um eine vernünftige Schwimmausbildung – in Zeiten von Bäderschließungen längst nicht mehr selbstverständlich. Während die SG Remscheid rund 60 Kinder in die SG Bergisch Land entsendet, werden es von TSV und Süd fortan rund 105 sein. Eine ordentliche Mannschaftsstärke, die sich im Leistungsbereich alsbald und vor allem mittelfristig auszahlen soll. Der Start mit Abreu sei mehr als gelungen, sind sich Kronenberg & Co. nicht zuletzt seit den Freiwasser-Erfolgen sicher, den richtigen Mann gefunden zu haben.

Daniel Unger hat klare Vorstellungen: „Die untere Leistungsstärke der LG 1 sollte immer die NRW-Meisterschaften sicher haben, die Spitze zu den Deutschen Meisterschaften kommen.“ Erstes Ziel sei es, zu Vereinen aus vergleichbaren Städten aufzuschließen:

HINTERGRUND

ENTWICKLUNG Die SG Bergisch Land mit ihren Stammvereinen SG Remscheid und TSV Aufderhöhe wurde Ende 2015 gegründet. Ein Ziel: die jungen Aktiven aus dem Bergischen Land an die Region zu binden. Erster Trainer war Jörg Schiemann, ehe Felix Haffke im Oktober 2016 übernahm. Seit diesem Sommer steht der Portugiese Ivan Abreu am Beckenrand – als hauptamtlicher Trainer mit B-Lizenz.

MOTIVATION Für die Kräftebündelung gebe es über den finanzierbaren, hauptamtlichen Trainer hinaus Gründe. Stefan Kronenberg: „Es gibt immer weniger Wasser und das, was es gibt, wird teurer. Außerdem leiden alle unter Mitgliederschwund. Sich zusammenzuschließen, ist da nur logisch.“

SG Neuss oder SG Mönchengladbach beispielsweise. Dann werde man vielleicht auch noch mal nachjustieren müssen, das sei aber normal. Kronenberg: „Wir verstehen uns als lernende Institution.“ Wie sie, Unger und die Süder nun an den Grundsätzen mitarbeiten durften, sollen das auch weitere Vereine, die dazukommen möchten, tun dürfen. Denn so viel ist klar: Die SG Bergisch Land soll nach dem Willen der Protagonisten noch größer werden. Harald Gehring: „Natürlich sind wir in Gesprächen mit weiteren Vereinen. Auch in Solingen.“

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