Wassersport

Schälte segelt wieder zu WM-Bronze

Bernd Schälte in seinem Element. An der Seite von Markus Meilchen gehört der Solinger in seiner Altersklasse – dank vollem Körpereinsatz und großer Hingabe – weiterhin zur Weltspitze.
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Bernd Schälte in seinem Element. An der Seite von Markus Meilchen gehört der Solinger in seiner Altersklasse – dank vollem Körpereinsatz und großer Hingabe – weiterhin zur Weltspitze.

Solinger holt sich beim Master-Cup in Ungarn im 470er Bronze.

Von Fabian Herzog

Vor elf Jahren hatte er einen seiner größten sportlichen Erfolge gefeiert. Beim Master-Cup, der Segel-Weltmeisterschaft in der olympischen 470er-Disziplin für verschiedene Altersklassen, gewann Bernd Schälte in Italien an der Seite seines damaligen Teamkollegen Christian Förster Bronze. Ein begeisterndes Erlebnis für den Solinger und der Karrierehöhepunkt schlechthin, so schien es. Spätestens in der Corona-Zwangspause, als Probleme an der Halswirbelsäule ihn zu zwei Operationen zwangen, rückten weitere Segel-Glanzleistungen in ganz weite Ferne.

Doch nun schaffte es Schälte erneut. Im ungarischen Tihany konnte der 55-Jährige, diesmal in der Grand-Master-Klasse startend, noch einmal WM-Platz drei ergattern. „Die nach neun Wettfahrten scheinbar sichere Silbermedaille haben wir am letzten Wettfahrttag leider verspielt“, berichtet der passionierte Segler, der mit Fünf im Solinger Segelclub angefangen hat, seit Jahren aber für den Akademischen Yachtclub an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen antritt.

Ein gutes Team: Bernd Schälte (l.) und Markus Meilchen.

Am vierten Tag der Masters-Weltmeisterschaft hatten er und sein ähnlich erfahrener Steuermann Markus Meilchen aus Stuttgart, mit dem er seit 2018 ein Gespann bildet, sich sehr auf den ungarischen Verfolger konzentriert, in zwei Durchgängen zu viele Fehler gemacht und Rang zwei noch hergegeben. Was die Freude nur bedingt schmälerte: „Für mich war Bronze in einer starken Konkurrenz ein großer Erfolg“, sagte Schälte.

Schon die Teilnahme an sich begeisterte ihn. Der Master-Cup gleicht einmal im Jahr einem großen Klassentreffen vieler Gleichgesinnter, die vom Segelvirus infiziert sind und ihrem Sport auch im höheren Alter mit riesigem Enthusiasmus nachgehen. „Dort trifft sich immer eine verschworene Gemeinschaft“, berichtet der Solinger. Und das auf einem hohen Niveau. „Man muss etwas können, sonst geht´s nicht. Da sind ambitionierte Breitensportler, aber auch ehemalige Top-Segler dabei, die in jüngeren Jahren Doppel-Weltmeister geworden sind oder bei Olympia waren.“

Dem passe sich das Drumherum der Veranstaltung an. So würde alles hochprofessionell nach internationalen Regularien organisiert und für optimale Bedingungen gesorgt werden. Beispielsweise würden die Boote gewogen und einen ganzen Tag lang vermessen. „Das wirkt nach Außen sehr elitär“, findet Schälte, „gehört aber zur Herausforderung dazu und macht viel mehr Spaß.“ Und es kostet entsprechend: „Zum Glück habe ich Unterstützer in Solingen, Düsseldorf und im Sauerland.“

Schälte selbst sieht sich wegen fehlender Olympiaerfahrung eher in der Kategorie Breitensport. „Aber fragen Sie mal meine Frau“, sagt er lachend und verweist auf Regatta-Teilnahmen in Deutschland im Zwei-Wochen-Rhythmus. „Wir sind bekloppt. Das muss man auch sein“, gibt der 55-Jährige, der in der deutschen Rangliste seiner Altersklasse aktuell Platz fünf belegt, zu.

Phasenweise hätte Bernd Schälte nicht gedacht, so ein Level noch einmal zu erreichen. Erst recht nicht nach drei Implantaten in der Halswirbelsäule. Dementsprechend weiß der Solinger genau, wem ein ganz besonderer Dank gilt: „Ohne Doktor Ralf Buhl, dem Chirurgen am Städtischen Klinikum, wäre das nicht möglich gewesen.“

470er

Die Zweier-Disziplin, benannt durch die Gesamtlänge des Segelboots in Zentimetern, ist seit 1976 olympisch. Sie gilt als taktisch anspruchsvoll, da auf Regatten der Unterschied in der Geschwindigkeit der Kontrahenten relativ gering ist und bei Manövern wenig Tempo verloren wird.

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