Bundesliga

Schachgesellschaft Solingen überwintert an der Tabellenspitze

Loek van Wely gewann am Wochenende alle Partien und ist mit 4,5 von 5 möglichen Punkten bester SG-Spieler dieser Saison.
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Loek van Wely gewann am Wochenende alle Partien und ist mit 4,5 von 5 möglichen Punkten bester SG-Spieler dieser Saison.

Die Klingenstädter schlagen den SV Mülheim Nord, SV Deggendorf und Münchener SC.

Von Thomas Rademacher

Die SG Solingen hat ihren Fabelstart in die neue Saison der Schach-Bundesliga fortgesetzt. Dem 5:3 über den SV Mülheim Nord ließ die Mannschaft ein 4,5:3,5 über den SV Deggendorf und ein 5:3 gegen den Münchener SC folgen. Damit schaffen die Klingenstädter den Sprung an die Spitze und werden dort auch über den Winter bleiben. „Es ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen, weil die Konkurrenten einen Wettkampf weniger absolviert haben, aber wir freuen uns trotzdem“, sagte SG-Vorsitzender Oliver Kniest.

Einer der entscheidenden Spieler bei der SG war Loek van Wely. Der 50-Jährige lieferte sich in seiner ersten Partie des langen Wochenendes gegen Mülheims Daniel Hausrath eine nervenaufreibende Auseinandersetzung über sieben Stunden. Dann setzte er seinen Gegner matt und zementierte damit den 5:3-Erfolg seines Teams. Die Weichen hatten zuvor schon Mads Andersen und Erwin L'Ami gestellt. Erstgenannter hatte eine offensiv geführte Partie für sich entschieden, L'Ami nutzte leichte Vorteile, um spät zu gewinnen. Das Duo sorgte so für die Wende, nachdem die Klingenstädter früh in Rückstand geraten waren. Team-Routinier Predrag Nikolic (62 Jahre) war ein Fehler unterlaufen, der zur Niederlage führte.

Während die SG gegen Mülheim auch bei einem Remis durch van Wely noch gewonnen hätte, war sein Sieg im Wettkampf gegen den SV Deggendorf entscheidend. „Das war so ein typisches Duell, in dem in fast keiner Partie das Stellungsgleichgewicht gestört wird“, sagte Oliver Kniest. Die Solinger waren zwar an allen Brettern nominell besser besetzt, „aber Deggendorf hat einige Spieler in seinen Reihen, die ihren Zenit überschritten haben und deshalb nicht mehr ganz so hohe Werte haben. Sie sind aber immer noch in der Lage, ab und an richtig stark aufzutreten“, erläuterte Kniest. So begnügten sich Pentala Harikrishna, Markus Ragger, Aryan Tari, L'Ami, Andersen, Florian Handke und Alexander Naumann mit Punkteteilungen.

Van Wely schaffte den einzigen vollen Zähler zum 4,5:3,5-Erfolg kurz vor der Zeitnotphase. Hintergrund: Für die ersten 40 Züge hat jeder Spieler 100 Minuten Zeit, bevor er 50 Minuten extra bekommt. Regelmäßig kommt es kurz vor dem Bonus zu Fehlern, weil die Bedenkzeit im kritischen Bereich liegt. Van Wely nutzte einen von Miroslav Miljkovic konsequent und ebnete damit den Weg zur „Wintermeisterschaft.“

Und tatsächlich: Auch ihren fünften Saisonwettkampf gegen den Münchener SC gestalteten die Klingenstädter mit 5:3 siegreich. Van Wely komplettierte ein auch für ihn persönlich perfektes Wochenende, Erwin L'Ami setzte sich ebenfalls durch und bleibt damit im Kalenderjahr in der Bundesliga ungeschlagen (13,5 von 18 möglichen Punkten). Den entscheidenden Zähler steuerte Handke bei, Ragger und Andersen retteten schlechtere Positionen jeweils zum Remis. Tary und Naumann holten ebenfalls halbe Punkte, während Harikrishna etwas überraschend verlor. „Der Wettkampf gegen München war das Gegenteil zu dem gegen Deggendorf. Es ging von Anfang an wild zu an den Brettern – zwischendurch dachte ich, dass wir verlieren könnten.“

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