Schach

Schach-Asse verdienen sich den Bronze-Rang

Der Niederländer Erwin L'Ami ist schon lange bei der SG und liegt in der Spitzengruppe der Erstliga-Spieler dieser Saison.
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Der Niederländer Erwin L'Ami ist schon lange bei der SG und liegt in der Spitzengruppe der Erstliga-Spieler dieser Saison.

SG Solingen überzeugt beim Bundesliga-Finale im Bremer Weserstadion.

Von Jürgen König

Die Schachgesellschaft hat nach kräftezehrenden vier Tagen ihr großes Ziel geschafft – Erwin L'Ami, einer der erfolgreichsten Akteure der Bundesliga, und seine Teamkollegen haben die Spielzeit mit dem Gewinn der Bronzemedaille abgeschlossen. „Das war eine sehr schöne Saison mit einem gelungenen Abschluss“, bilanzierte der Vereinsvorsitzende Oliver Kniest nach der Endrunde in den VIP-Logen des Stadions von Werder Bremen. Der Bundesligist im Schach und Fußball hatte den Denksport prominent ins Licht gerückt, so war unter anderem Ex-Nationalspieler und Vereinsikone Marco Bode das Gesicht einer Schach-Aktion in der Stadt, an der 1000 Grundschulkinder teilnahmen.

Ihren Heimkampf führte die SG im Leistungszentrum von Förderer Michael Kölker durch – Teil einer starken Saison.

Dem schmeichelhaften 5:3 über den Düsseldorfer SK (ST berichtete) ließ die SG den zweiten Pflichtsieg folgen. Gegen den Aachener SV lief es schon glatter, der Niederländer L'Ami, Mads Andersen, Predrag Nikolic und Jörg Wegerle setzten sich durch, Jorden van Foreest, Markus Ragger und Alexander Naumann holten Punkteteilungen zum glanzlosen 5,5:2,5. Wie schon gegen die Landeshauptstädter unterlag einzig Max Warmerdam. Dessen Mannschaft durfte sich am Freitagabend zusätzlich freuen, denn Bronze-Rivale SF Deizisau hatte es mit einer 3:5-Niederlage gegen den Hamburger SK erwischt.

Nicht gerade angenehm war der Samstag für die internationalen und nationalen Profis, mussten sie doch gleich zwei Begegnungen bestreiten. Für die SG änderte sich im Fernduell mit Deizisau nichts, beide kassierten gegen die beiden Top-Vereine OSG Baden-Baden und SC Viernheim jeweils mit 3:5 die erwarteten Niederlagen. Auf Solinger Seite sicherten sich Ragger, Andersen, Loek Van Wely, Naumann, Wegerle und Georg Halvax halbe Punkte.

Das war richtig gut und ungefährdet.

Oliver Kniest zur Deizisau-Partie

Der zweite Teil des Samstags hielt dann die Entscheidung bereit – sowohl im Titelrennen, das Abonnement-Meister OSG Baden-Baden mit einem 5:3 für sich entschied, als auch im Kampf um den dritten Platz. „Zwei Runden gegen Weltklasse-Gegner an einem Tag werden nach sieben bis acht Stunden Gesamt-Spielzeit zu Konzentrationsmängeln führen“, hatte Oliver Kniest einen Aufstellungspoker erwartet. Und so kam es auch, selbst schickte man nach einer vorherigen Schonung Spitzenmann van Foreest ins Rennen.

Aus Sicht der SG ging die Rechnung auf, Deizisau wurde mit 4,5:3,5 bezwungen. Van Wely und Warmerdam, der damit seine bis dahin rabenschwarzen Auftritte kompensierte, gelangen jeweils mit den schwarzen, nachteiligen Figuren die wichtigen Siege. Die Unentschieden von van Foreest, L'Ami, Andersen, Florian Handke und Halvax sorgten dafür, dass nach dem dritten Wettkampftag in der Hansestadt die Bronzemedaille schon virtuell im Reisegepäck war. „Das war richtig gut und ungefährdet“, war Oliver Kniest sehr zufrieden.

Das finale Spiel der Saison gegen Baden-Baden war folglich eine optimale Kür, die 2,5:5,5-Niederlage gegen erneut bärenstark besetzte Champions verschmerzte man im Lager der Solinger locker. Punkte: van Foreest, L'Ami, Andersen, Handke, Jonas Roseneck (jeweils 0,5).

Sie und auch die anderen Schach-Meister durften das „sehr angenehme Flair“, wie es Oliver Kniest und Mannschaftsführer Alexander Naumann beschrieben, genießen. In den weitläufigen VIP-Logen waren Nischen eingerichtet, in denen die Partien ausgetragen wurden. Werder, erst spät mit der Ausrichtung beauftragt, bekam reichlich Lob. SG-Chef Kniest dachte bei seinem Fazit aber auch an den eigenen Heimkampf im Leistungszentrum von Sponsor Michael Kölker (Forst Technologie): „Für mich war es mit den beiden 7:1-Siegen dort ein Höhepunkt der Saison.“ Die mit Bronze belohnt wurde.

2. Bundesliga

Mit einem 7:1-Kantersieg gegen den SC Hansa Dortmund beendete die SG Solingen II ihre Saison in der 2. Bundesliga West. Die Mannschaft um Markus Schäfer hatte den angestrebten Klassenerhalt bereits nach sechs Runden sicher und landete schließlich mit 12:6 Zählern auf einem ausgezeichneten vierten Rang – der zweitbesten Platzierung in der Vereinsgeschichte. Top-Scorer der Saison: Michael Berg mit sechs Punkten aus neun Partien.

Kommentar von Jürgen König: SG erntet die Früchte

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Die Schachgesellschaft produziert seit Jahrzehnten fast nur positive Schlagzeilen. So gut wie derzeit stand der Traditionsverein aber noch nie da. Der dritte Platz der Männer bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft krönt die Erfolge von Frauen und Nachwuchs. Gerade die Arbeit im Schachzentrum bildet die starke Basis, aufgrund der man jetzt die Früchte ernten kann. Dazu zählt die Bundesliga-Zugehörigkeit auf allen Ebenen, die organisatorisch und finanziell fordernd wird. Die SG wird es aber schon richten.

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