Handball

Saisonauftakt vor leeren Rängen droht

Freunde des Handballs sehnen sich nach solchen Bildern. Euphorisierte Fans in einer prall gefüllten Klingenhalle wird es aber wohl noch eine Weile nicht geben. Foto: Kurt Kosler
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Freunde des Handballs sehnen sich nach solchen Bildern. Euphorisierte Fans in einer prall gefüllten Klingenhalle wird es aber wohl noch eine Weile nicht geben. Foto: Kurt Kosler

Handball-Bundesligist Bergischer HC könnte von Beschluss betroffen sein.

Von Andreas Boller

Droht dem Bergischen HC ein Saisonstart vor leeren Rängen? Eine am Donnerstag von Bund und Ländern vereinbarte Regelung sieht vor, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden dürfen. Zu diesen Veranstaltungen gehören etwa Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern und Konzerte. Von der Regelung könnte Handball-Bundesligist Bergischer HC direkt betroffen sein. Das erste Heimspiel des BHC in der kommenden Saison ist für Anfang Oktober (6./7.) gegen den HC Erlangen geplant. Ob dann zumindest ein Teil der Ränge besetzt werden kann, muss in den kommenden Tagen noch geklärt werden.

Um die neue Lage zu sondieren, haben die Geschäftsführer der Vereine und die Handball-Liga für die kommende Woche eine ergebnisoffene Gesprächsrunde vereinbart. Dann könnte der Vorschlag der beiden einflussreichen Vereine THW Kiel und SG Flensburg wieder auf den Tisch kommen. Die hatten angeregt, die Saison erst am 1. Januar zu beginnen. Für zusätzlichen Gesprächsstoff wird folgende Meldung sorgen: Alle 380 Saisonspiele werden live auf Sky übertragen. Bei einem Start im Oktober würden die Vereine zwar auf existenziell wichtige Zuschauereinnahmen verzichten müssen, aber zumindest würden sie von den Fernsehgeldern profitieren.

Jörg Föste, Geschäftsführer des Bergischen HC, hatte den Beschlussvorschlag der Bundesregierung am Donnerstagmorgen gegenüber unserer Zeitung kritisiert. „Es wird in dem Vorschlag mit keinem Wort erwähnt, was unter Großveranstaltungen zu verstehen ist.“ Außerdem bemängelte Föste, dass es Ausnahmeregelungen für Vereine geben sollte, die in Regionen beheimatet sind, in denen aktuell weniger Corona-Infektionen vorliegen.

Arbeitsgruppe soll Lösungen bis Ende Oktober finden

Eine Ausnahmeregelung über den sogenannten Inzidenzwert herzuleiten, verstoße gegen die Gleichbehandlung. Darunter versteht man die Zahl der Neuinfektionen in einer Stadt oder einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen berechnet auf 100 000 Einwohner. „Da der Inzidenzwert in Relation zur Zahl der vorgenommenen Tests in einer Region steht, ist dieser Ansatz unausgereift“, sagte Föste. Übersetzt auf die Handball-Bundesliga wäre eine Partie mit Zuschauern in Magdeburg möglich, während dies an den Spielorten des Bergischen HC in Wuppertal, Solingen oder Düsseldorf nicht gestattet wäre. Dass diese Regelung zu einem Flickenteppich führen würde, wurde auch in der Gesprächsrunde von Kanzlerin und Ministerpräsidenten erkannt. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern wird daher eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis Ende Oktober allgemeingültige Regelungen ausarbeiten soll.

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