American Football

Rostock Griffins haben hauchdünn die Nase vorn

Quarterback Dylan VanBoxel führte seine Rostocker zum Sieg. Er war entscheidender Mann beim ersten und letzten Touchdown. Foto: Christian Beier
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Quarterback Dylan VanBoxel führte seine Rostocker zum Sieg. Er war entscheidender Mann beim ersten und letzten Touchdown.

American Football: Die Solingen Paladins drehen das Zweitliga-Spiel, verlieren aber trotzdem 14:17 (0:7)

Von Thomas Rademacher

Das Spiel war gerade ein Viertel alt, da sahen die Solingen Paladins gegen die Rostock Griffins noch wie die klaren Verlierer aus. Die Gäste gingen in ihrer ersten Angriffsserie gleich 7:0 in Führung, während die Klingenstädter im Angriff zunächst kaum Mittel fanden. Als Quarterback Jeremy Konzack ohne Not einen Mond-Pass spielte und dieser ganz locker vom gegnerischen Abwehrspieler aus der Luft gepflückt wurde, schwante den etwa 550 Fans im Walder Stadion nichts Gutes. Doch dieses Missgeschick war in dem Zweitliga-Spiel so etwas wie der Weckruf für Konzack und seine Mannen. Die 14:17 (0:7)-Niederlage war zwar bitter, doch letztlich ein achtbares Resultat gegen einen Kontrahenten, der in seinen drei Partien zuvor jeweils mindestens 35 Punkte erzielt hatte.

Die Defensive der Paladins funktionierte ein Mal mehr in herausragender Manier. Andre Revere erwischte Griffins-Quarterback, Dylan VanBoxel, kurz vor der Endzone. Den folgenden Field-Goal-Versuch, der den Gästen drei weitere Zähler eingebracht hätte, blockten die Paladins. Und plötzlich setzten sie auch offensiv Akzente. Vor allem Moses Harris war kaum zu stoppen, wenn er den Ball erst einmal hatte. Zwei Mal tankte er sich für viele Yards durch, so dass die Solinger Sekunden vor der Halbzeit noch die Chance zum Touchdown hatten. Konzack versuchte es zwei Mal mit einem Pass, dann tickte die Uhr herunter. Doch die Paladins waren nun am Drücker. Konzack fand Noah Gehring nach Wiederbeginn mit einem langen Wurf. Der fing, nutzte seine Schnelligkeit und trug das Spielgerät zum Touchdown in die Endzone. Yannic Schorn erzielte den Extra-Punkt zum 7:7.

Die Rostocker gingen zwar durch ein Field-Goal 10:7 in Front, aber erneut hielt die Paladins-Defensive in der sogenannten roten Zone – also kurz bevor der Touchdown droht – dem Druck stand. Das Spiel kippte nun merklich in Richtung der Gastgeber, die durch den starken Harris (inklusive Extra-Punkt von Schorn) beim 14:10 die Führung übernahmen und kurz darauf wieder in Ballbesitz kamen.

„Das war unstrittig. Wir mussten es abhaken.“

Michael Tiedge, Paladins-Chefcoach, zum nicht gegebenen Touchdown

Wieder war es Harris, der das Spielgerät in Empfang nahm, seine Gegenspieler austanzte und in die Endzone durchzog. Der Jubel war groß, aber er währte nicht lange. Die Unparteiischen hatten ein Halten bei einem seiner Mitspieler erkannt, so dass der gesamte Spielzug zurückgepfiffen wurde. „Das war unstrittig“, gestand Cheftrainer Michael Tiedge. „Er hätte ohne das Foul den Touchdown wohl auch nicht machen können. Wir mussten es abhaken.“

Es galt nun, die Rostocker um ihren cleveren Quarterback VanBoxel, der die frühe Führung im ersten Durchgang per Alleingang erzielt hatte, ein letztes Mal von der Endzone fernzuhalten. Die Paladins warfen alles herein. Raphael Hasenbeck verhinderte einen fast schon sicheren Griffins-Touchdown. Zweieinhalb Minuten vor Schluss hatten die Gäste ihren vierten und letzten Versuch der Angriffsserie. Statt eines Field-Goals, das nur das 13:14 bedeutet hätte, setzten sie alles auf eine Karte. VanBoxel stand unter Druck. Felix Losch schoss zu ihm durch und war eine Zehntelsekunde davor, ihn zu erwischen. Doch der aus der Football-Hochburg Green Bay, USA, stammende Quarterback bekam seinen Pass gerade noch weg und fand seinen Empfänger punktgenau in der Endzone.

Von diesem Nackenschlag erholten sich die Paladins nicht mehr. Die letzten Angriffsbemühungen brachten keinen nennenswerten Erfolg. „Die Jungs haben in einem von beiden Seiten gut geführten Spiel alles gegeben“, lobte Tiedge sein Team. „Rostock war eben den Tick besser. Das müssen wir anerkennen. Trotzdem bin ich zufrieden, dass es uns gelungen ist, sie mit 17 Punkten so kurz zu halten wie keine andere Mannschaft in der 2. Liga.“

Ausblick

Die Solingen Paladins haben nun zwei Wochenenden frei, dann geht es zu Topfavorit Berlin Adler. Bei den ungeschlagenen Hauptstädtern kommt es unter anderem zum Wiedersehen mit Runningback Daniel Rennich.

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