Handball

HSV ringt Wuppertal im Derby nieder

Augen zu und durch: Mandy Reinarz bestach gegen Wuppertal ein Mal mehr durch ihre Zweikampfstärke. Trotz der vielen Tore agierten die Deckungsreihen robust. Fotos: Moritz Alex
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Augen zu und durch: Mandy Reinarz bestach gegen Wuppertal ein Mal mehr durch ihre Zweikampfstärke. Trotz der vielen Tore agierten die Deckungsreihen robust.

Die Solingerinnen werden ihrer Favoritenstellung beim 34:30 (17:13) in der 2. Liga gerecht.

Von Thomas Rademacher

Zweitligist HSV Solingen-Gräfrath hat gegen den TV Beyeröhde Wuppertal die Zähler 18 und 19 gesammelt. „Damit fehlt uns nur noch ein Punkt, um unser vor der Saison gestecktes Ziel zu erreichen“, freute sich Trainerin Kerstin Reckenthäler über den 34:30 (17:13)-Erfolg, der nie ernsthaft in Gefahr geraten war.

Ob Carina Senel gerade Vanessa Brandt zu ihren 13 Toren gratuliert? Die Zufriedenheit steht der Kreisläuferin jedenfalls ins Gesicht geschrieben.

Obwohl die Solingerinnen nach einer überragenden Hinrunde als Favorit in das Zweitliga-Derby gegangen waren, war der Erfolg für den Coach keine Selbstverständlichkeit: „Man muss ja auch sehen, dass es für uns nicht einfacher wird. Wir werden von keinem Gegner mehr unterschätzt, der Überraschungseffekt, den wir zu Beginn der Saison noch hatten, ist weg.“

Gegen die abstiegsbedrohten Wuppertalerinnen hatten die Gastgeberinnen in der Klingenhalle nur zu Beginn Probleme. Den 2:4-Rückstand holte der HSV aber schnell auf. Aktivposten war ein Mal mehr Vanessa Brandt, die den Ball stibitzte und den Gegenstoß gleich selbst lief. Oder sie zog aus dem Rückraum ab, um einen ihrer Gewaltwürfe zu versenken. Die Rechtshänderin bekamen die Gäste nie unter Kontrolle, so dass sie es in der zweiten Halbzeit sogar mit einer Sonderbewachung für die Spitzenhandballerin versuchten.

„Dann werden wir uns intern neue Ziele setzen.“
Kerstin Reckenthäler, HSV-Trainerin

Zu diesem Zeitpunkt war das Team aus der Nachbarstadt allerdings bereits klar im Hintertreffen. Die Solingerinnen hatten in der ersten Halbzeit das Kommando übernommen. Offensiv neben Brandt durch Melina Fabisch auf der rechten Rückraumseite sowie Mandy Reinarz im Zentrum sowie Lara Karathanassis, die zur Entlastung hereinkam. Die beiden Letztgenannten bestachen mit einer unheimlichen Zweikampfstärke. Herausragend war vor allem Karathanassis’ Treffer zum 11:11 aus der zweiten Welle. Dabei ließ sie ihre Gegenspielerinnen wie Slalomstangen stehen und tankte sich erfolgreich an den Kreis durch. Ähnlich war es beim 6:6 Reinarz gelungen.

Neben ihr sah Fabisch wie eine zweite Spielmacherin aus. Die Linkshänderin traf nicht nur selbst, sie setzte auch ihre Mitspielerinnen – zum Beispiel Carina Senel am Kreis – in Szene. Aufmerksam agierte die ehemalige TVB-Spielerin auch in der Deckung, als sie den Ball eroberte und Reinarz für den Gegenstoß zum 12:11 bediente. Einen klareren Vorsprung erarbeitete sich der HSV fünf Minuten vor der Pause. Lisa Fahnenbruck war für Natascha Krückemeier zwischen die Pfosten gerückt, kam gleich gut rein und hatte damit ihren Anteil am 17:13-Vorsprung zur Halbzeit.

Den gab die Truppe nach Wiederanpfiff nicht mehr her. Es blieb eine Partie mit unheimlich vielen Abschlüssen, die zeitweise von beiden Seiten auch hektisch geführt wurde, so dass die Deckungsreihen trotz der vielen Treffer immer wieder auch gut funktionierten. So blieb Vanessa Brandt stets die Versicherung des HSV. Wenn die Mannschaft mal keine Lösung gegen die TVB-Abwehr fand, war immer noch die Anführerin der ligaweiten Torschützenliste da, die es aus allen Positionen gewaltig krachen ließ. 13 Treffer gingen auf ihr Konto – eins mehr als auf Wuppertals Ramona Ruthenbeck, die zweiterfolgreichste Schützin der Liga.

Am Schluss bekamen die Gäste Brandt über die Sonderbewachung zwar etwas besser unter Kontrolle. Zudem spielte Nika Matavs eine starke zweite Halbzeit für Wuppertal, doch es war zu spät. Reinarz, Karathanassis, Senel und Franziska Penz besiegelten mit ihren Toren den Gräfrather Sieg.

„30 Gegentore sind zwar etwas viel, aber insgesamt bin ich trotzdem voll zufrieden“, lobte Reckenthäler ihre Mannschaft. „Jetzt wollen wir so schnell wie möglich, den 20. Punkt holen. Dann werden wir uns intern neue Ziele setzen. Wie die aussehen, entscheidet das Team. Ich werde das nicht vorgeben.“

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck; Brandt (13, 3), Reinarz (6), Penz (5), Fabisch (4), Senel (3), Karathanassis (3), Müller, Nanfack, Tesche, Bongartz, Winkelhoch

Rund um den HSV

Torjäger: Mit 117 Treffern liegt Vanessa Brandt in der ligaweiten Statistik vor Wuppertals Ramona Ruthenbeck (113). Im Schnitt trifft die 21-Jährige 8,4 Mal pro Partie – auch das ist Liga-Spitze.

Programm: Für den HSV stehen nun zwei Auswärtsaufgaben bevor. An den kommenden beiden Samstagen geht es nach Bremen beziehungsweise Kirchhof. Die Hinspiele gingen jeweils klar an die Solingerinnen.

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