Die Woche im Sport

Richtlinien für Spielausfälle müssen transparent sein

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de
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Die Bundesliga-Handballer des Bergischen HC sind geimpft. Das dürfte für die große Mehrheit der Profis im Oberhaus gelten.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Einer davon ist, dass man auch als Erstkontakt eines positiv auf das Coronavirus Getesteten nicht in Quarantäne muss. Das wiederum erhöht die Sicherheit des Spielbetriebs – sollte es zumindest. Denn die Rhein-Neckar Löwen haben ihr Heimspiel gegen den SC DHfK Leipzig verschoben, weil einige Spieler positiv getestet worden waren.

Symptome sollen die vier oder fünf betroffenen Handballer nicht oder kaum haben. Doch es waren wohl alle geimpft, was zumindest nahelegt, dass eine gewisse Portion Vorsicht auch unter Immunisierten weiterhin vernünftig ist. Dennoch: Die Regeln sind klar. Erstkontakte unterliegen der Quarantäne-Pflicht nicht. Die Rhein-Neckar Löwen dürfen weiter trainieren, warum sollen sie also nicht ohne ihre Ausfälle antreten?

So ärgerlich dieser Einzelfall sein würde, ist es durchaus denkbar, mit einem dezimierten Kader aufzulaufen – wie es bei einer normalen Erkältungswelle auch wäre. Eine zusätzliche Testung kurz vor dem Spiel ergibt bei Corona natürlich Sinn, aber eine Absage wirkt voreilig. „Wir mussten kurzfristig reagieren und sind der Empfehlung von den Gesundheitsämtern im Mannheimer Raum gefolgt“, begründet Kirsten Lampe von der Handball-Bundesliga (HBL). „Das Infektionsrisiko soll sehr unübersichtlich sein. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Spieler infiziert sind, sich aber noch in der Inkubationszeit befinden.“

Immerhin: Es ist die erste Verschiebung in dieser Saison. Doch wird es auch die letzte sein? Wahrscheinlich nicht. Umso wichtiger ist es, dass die Richtlinien für Spielverlegungen dieser Art transparent sind. Grundsätzlich gibt es in der HBL die Regel, dass eine Begegnung verschoben werden kann, wenn mehr als die Hälfte der vertraglich gebundenen Sportler nicht einsatzfähig ist. Dabei spielen die Gründe keine Rolle – es kann sich auch um Verletzungen handeln.

Corona ist nach wie vor ein Sonderfall, der Umgang damit ist und bleibt unklar und je nach Region unterschiedlich. Auf dem Weg zurück zur sportlichen Normalität sollte aber auch die Liga daran interessiert sein, Klarheit zu schaffen. Und es mutet schon etwas merkwürdig an, dass sich die spielleitende Stelle verhält, als sei mit der Situation im Vorfeld nicht zu rechnen gewesen. In der Bundesliga der Frauen gab es einen ähnlichen Fall gleich am ersten Spieltag, in der 2. Liga war der HSV Solingen-Gräfrath betroffen, weil Gegner Bremen einen Fall hatte. Auch da war der Umgang alles andere als souverän, und die Diskussionen um die Richtigkeit der Absagen entbrannte. So etwas ist vorher zu klären, und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wie auch diesmal.

TOP Erster Schwimmwettkampf nach der Corona-Pause lief grandios.

FLOP Handballer Alex Weck bleibt vom Verletzungspech verfolgt.

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