Football

Rhein Fire ist wieder entfacht - mit Solinger Rückenwind

Vergangenes Jahr fand das erste Finale der ELF in der Düsseldorfer Arena statt. Martin Wagner (2. v. r.) und Co. nutzten die Partie zwischen Frankfurt und Hamburg, um vor den 22 000 Zuschauern Werbung für das neue Rhein-Fire-Projekt zu machen. Foto: Tanja Krämer
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Vergangenes Jahr fand das erste Finale der ELF in der Düsseldorfer Arena statt. Martin Wagner (2. v. r.) und Co. nutzten die Partie zwischen Frankfurt und Hamburg, um vor den 22 000 Zuschauern Werbung für das neue Rhein-Fire-Projekt zu machen.

Martin Wagner ist Geschäftsführer und Gründungsgesellschafter des neuen Projekts, Patricia Klemm fungiert als General Managerin.

Von Ben Busch

Rhein Fire – ein Name, der jedem Solinger Footballfans vertraut sein dürfte. Ein Name mit Tradition. Nach 15 Jahren kehrt mit der Rhein-Fire-Neugründung ein Stück nostalgische Vergangenheit in den rheinländischen Profifootball zurück – und das mit Solinger Rückenwind. Mit Martin Wagner steht ein Football-Urgestein der Klingenstadt als Geschäftsführer und Gründungsgesellschafter an der Spitze des neuen Teams, welches ab der kommenden Saison in der European League of Football (ELF) um die Spitze des europäischen Profifootballs kämpfen wird.

Ein Rückblick: Die Idee einer europäischen Profiliga existiert nicht erst mit der 2020 gegründeten ELF. Um ihren Nationalsport Nummer eins auch in Europa zu etablieren, gründeten Besitzer amerikanischer Profimannschaften 1991 die World League of American Football, welche nach 15 Spielzeiten 2007 als NFL Europe eingestellt wurde. Zum Bedauern Hunderttausender europäischer Footballfans, welche bis zur ELF-Gründung auf internationalen Football verzichten mussten.

Doch damit ist jetzt Schluss. Die in den letzten Jahren stetig steigende Nachfrage an American Football bewegt immer mehr Investoren zu dem Schritt der Franchise-Gründung. So auch Martin Wagner und seine Rhein-Fire-Mitgründer. Der seit Jahrzehnten im Klingenstadt-Football verankerte Wagner fungierte zuletzt 2019 bei den Solingen Paladins als Trainer und zwischenzeitlich als Interims-Headcoach.

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Als vergangenes Jahr die Anfrage kam, mit dem wiederentflammten Rhein Fire Teil der ELF zu werden, musste der Solinger Rechtsanwalt nicht zweimal überlegen. Denn neben den Paladins begleitet ihn auch Rhein Fire bereits Jahrzehnte. Er erinnert sich gerne an seine Funktion als Kommentator, bei der er die NFL-Europe-Spiele der Düsseldorfer begleitete. Eine engere Bindung an den Verein entstand jedoch durch seine Ehefrau, welche jahrelang Teil der Rhein-Fire-Cheerleader war und auch heute wieder ist. Als Cheftrainerin bringt sie einige ihrer ehemaligen Schülerinnen, welche mittlerweile als „Heavenly Force“ aktiv sind und seit Jahren bei den Heimspielen der Paladins für Stimmung sorgen, mit an den Rhein.

„Die ELF-Teams haben einfach andere Möglichkeiten der Professionalisierung.“

Martin Wagner

Doch das ist längst nicht die einzige Verbindung des mit Spannung erwarteten und für riesiges Aufsehen sorgenden Projekts mit der Klingenstadt. Die ehemalige Receiverin der Paladins-Frauen Patricia Klemm besetzt seit diesem Jahr die Vollzeitstelle der General Managerin. Ihr Masterstudium im General Management mit Ausrichtung Sportbusiness absolvierte die 31-Jährige beim VfL Wolfsburg und begeisterte Geschäftsführer Wagner schon in gemeinsamen Paladins-Zeiten: „Patricia war schon immer motiviert für neue Themen und extrem fleißig – sie wollte schon immer bei allem die Beste sein. Nichts anderes zeigt sie jetzt bei uns in der Organisation. Sie gibt richtig Gas!“

Fluktuation gibt es jedoch nicht nur am Spielfeldrand und auf der Vorstandsebene, auch auf dem Feld werden Paladins- gegen Rhein-Fire-Helme eingetauscht. Ehemalige Solinger wie Martin Pinter oder Patrick Poetsch werden bis zum Saisonstart im Frühjahr um weitere Talente mit Paladins-Vergangenheit ergänzt.

Immer mehr Leistungsträger und Ausnahmetalente der German Football League verlassen diese, um in die professionellere ELF zu wechseln. Eine Entwicklung, die GFL-Fans durchaus kritisch sehen und auch Martin Wagner nicht leugnen kann: „Ich sehe schon einen kleinen Run auf die größten Talente der GFL. Die ELF-Teams haben einfach andere Möglichkeiten der Professionalisierung“, erklärt Wagner.

Neben Faktoren wie der professionelleren medizinischen Versorgung und einer enorm hohen Qualität im Trainerstab ist es für Wagner besonders die mediale Präsenz, die den Unterschied zwischen den Ligen ausmacht. TV-Partner wie ProSieben Maxx und ran.de übertragen die Spiele im Live-TV. „Natürlich finden die jungen Talente es reizvoll, im Fernsehen aufzutauchen und sich zeigen zu können“, sagt Wagner. Die Befürchtung, dass die Qualität der deutschen Footballligen langfristig unter der professionellen europäischen Liga leide, teilt Wagner nicht. Jeder neugewonnene Fan, der durch Fernsehübertragungen zum Football kommt, sorge langfristig für mehr Zulauf auch bei den kleineren Mannschaften.

Seine Heimspielstätte hat Rhein Fire wider Erwarten nicht wie vor 15 Jahren in Düsseldorf gefunden, sondern in der Schauinsland-Reisen-Arena des Fußball Drittligisten MSV Duisburg. Coronabedingte Nachholtermine von großen Konzerten gepaart mit einem hohen monetären Aufwand ließen die Merkur-Spiel-Arena als Heimstadion ausscheiden.

Saison 2022

Headcoach: Pünktlich zum Super Bowl am vergangenen Montag wartete Rhein Fire mit einer großen Neuigkeit auf. Jim Tomsula wird die Posten des Defensive-Coordinators und Headcoaches übernehmen – und das nicht zum ersten Mal. Er war bereits 2006 Cheftrainer bei Rhein Fire, bevor er in Amerika Positionstrainer des NFL-Teams der San Francisco 94ers wurde. 2015 übernahm er dort sogar die Rolle des Cheftrainers. Martin Wagner ist begeistert: „Unser Headcoach hat eine Qualität, die Football-Deutschland noch nicht gesehen hat.“

Spielplan: Der Auftakt am 5. Juni bei Titelverteidiger Frankfurt Galaxy hat es gleich in sich. Zwei Wochen später steigt dann das erste Heimspiel der Düsseldorfer, wenn die Istanbul Rams zu Gast sein werden.

Mehr Infos: www.rheinfire.eu

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