Tennis

Rettung mit dem Defibrillator beeindruckt sogar eine Ärztin

Dr. Helmut Flosbach und Dr. Stefanie Binus präsentieren den Defibrillator im Clubhaus des Solinger TC.Foto: STC
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Dr. Helmut Flosbach und Dr. Stefanie Binus präsentieren den Defibrillator im Clubhaus des Solinger TC.

Dr. Stefanie Binus half beim Solinger TC einst in großer Not

Von Thomas Rademacher

Der Zwischenfall bei der Fußball-EM im Match zwischen Dänemark und Finnland bewegte die Welt. Christian Eriksen brach zusammen und musste auf dem Platz wiederbelebt werden. Wie wichtig schnelle Hilfe in solchen Fällen ist, weiß Dr. Stefanie Binus: „Nach drei bis vier Minuten nimmt das Gehirn einen Schaden. Daher ist es unbedingt nötig, sofort zu reagieren. Sogar eine falsch angewandte Herzdruckmassage ist besser als keine.“ Die ehemalige Notärztin, die inzwischen im Klinikum als Betriebsärztin tätig ist, kam selbst sogar schon abseits ihres Berufs in eine solch lebensbedrohliche Situation. Auf der Tennisanlage des Solinger TC erwies sich der dort platzierte Defibrillator als weitsichtige Anschaffung.

2007 kam Dr. Helmut Flosbach auf die Idee, ein solches Gerät für den Verein anzuschaffen. Das Vereinsmitglied besorgte das Instrument und organisierte regelmäßige Schulungen. Doch so recht hatte wohl niemand daran geglaubt, dass der Defibrillator wirklich benötigt würde. Zehn Jahre später war es aber soweit. An Pfingsten war die Anlage komplett belegt, als plötzlich ein Spieler beim Herrendoppel zusammenbrach. Stefanie Binus, die seit 2010 Teil des STC ist, war zufällig auf der Anlage und wurde als Ärztin sofort hinzugezogen. „Der Spieler hatte noch Schnappatmung“, blickt sie zurück. „Das wird von Laien oft als ausreichend betrachtet, so dass viele davon ausgehen, eine stabile Seitenlage genüge in diesem Moment.“

Doch weit gefehlt. „Wären nicht sofort Maßnahmen eingeleitet worden, wäre der Mann gestorben.“ Unterstützt von Dr. Eric Sondergeld, der seinem Sohn beim Spiel zusah, begann Binus sofort mit der Herzdruckmassage, während der Defibrillator geholt wurde. „Der hat dann einen Schock empfohlen, den wir auch gegeben haben“, sagt die heute 56-Jährige. Ein einziger genügte, und der Sportler kam nach weiteren Reanimationsmaßnahmen wieder zu sich. „Als der Notarzt eintraf, fühlte er sich offenbar wieder gut und saß auf der Bank, als sei nichts passiert. Das war für uns alle sehr beeindruckend.“

Was hier von zwei Ärzten geleistet wurde, hätte auch von jedem anderen gemacht werden können. Es sei eine Reanimation unter Laienbedingungen gewesen, erläutert Binus. Spätestens seit diesem Ereignis sei beim STC jeder dankbar, dass das Gerät im Notfall zur Verfügung steht.

Seit mehreren Jahren kümmert sich Binus selbst darum, dass die Mitglieder wissen, wie die Bedienung funktioniert. „Herr Flosbach hat mir diese Aufgabe anvertraut, als er sich als aktives Mitglied zurückgezogen hat“, sagt sie. „Dass er mit der Anschaffung des Defibrillators so weitsichtig war, ist ihm hoch anzurechnen.“ Das Gerät ist übrigens während des Spielbetriebs im Clubhaus öffentlich zugänglich – was gerade für die Widderter Nachbarschaft im Notfall Gold wert sein könnte. Weitere Informationen zur erfolgreichen Ersthilfe:

einlebenretten.de

laienreanimationkannjeder.de

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