Motorsport

Powerfrauen geben auf Pitbikes Vollgas

Ein großer Vorteil des Pitbike-Fahrens: Es kann auf Kartbahnen gefahren und sich – wie in diesem Fall mit Daniela (vorne) und Nikita Radermacher – verfolgt werden. Foto: Heiko Kemme
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Ein großer Vorteil des Pitbike-Fahrens: Es kann auf Kartbahnen gefahren und sich – wie in diesem Fall mit Daniela (vorne) und Nikita Radermacher – verfolgt werden.

Daniela und Nikita Radermacher haben eine Leidenschaft für die kleineren Zweiräder entdeckt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

In der Lounge mit Lederkissen auf den gemütlichen Palettensofas hat man einen optimalen Rundblick auf die Werkhalle. Nicht nur die vier glänzenden Motorräder – zwei Pitbikes und zwei große Maschinen (eine Yamaha RJ 15 und eine Triumph Daitona) – locken das Auge des Betrachters an. Auch die Regale und Ablagen mit Werkzeug, Ersatzteilen und Equipment.

Seit drei Monaten haben die Solingerinnen Daniela (35) und Nikita Radermacher (42) hier ihr Zuhause für sich und ihr Hobby, das Motorradfahren, gefunden.

Nikita (l.) und Daniela Radermacher auf ihren Bikes.

Ein großzügiger, hoher und weiter Raum auf einem ehemaligen Betriebsgelände, den sie sich akribisch und mit spürbarer Liebe und Passion eingerichtet haben. „Vorher haben wir aus unserer Garage heraus agiert, das war aber zunehmend nicht optimal“, sagt Nikita Radermacher.

Vor 14 Tagen hat sie ihr letztes Saisonrennen für dieses Jahr absolviert. In Jüterbog fand der abschließende Lauf der Pitbike-Europameisterschaft statt.

„Pitbikes bringen auch viel Fahrspaß und verlangen noch mehr Können ab.“
Daniela Radermacher

Seit rund fünf Jahren fährt das weibliche Power-Ehepaar mit Leidenschaft Motorrad-Rennen. Eine Passion, die sich aus dem „immer schon dagewesenen“ Faible für zweirädrige Maschinen entwickelt hat. 2017 kamen dann die kleineren und wendigeren Pitbikes ins Spiel, die „auch viel Fahrspaß bringen und einem als Fahrer eher noch mehr Können, Know-how und Geschicklichkeit abverlangen als die schweren Teile“, sagt Daniela Radermacher. „Jeder Fahrfehler wird sofort aufgezeigt, und man muss Schräglage oder Kurventraining besonders akribisch absolvieren.“

Im Vergleich seien Pitbikes als Hobby übrigens günstiger; sowohl im Verschleiß als auch was die Teilnahme an Rennen angehe. „Das Beste aber ist, dass man ganzjährig auf Kartbahnen trainieren kann.“

Über Bekannte – „im Motorradsport ist man schnell Teil eines dichten Netzwerks“ – gelang der Kontakt zum Rallye-Club Haltern. Am 11. und 12. Juli starteten die ersten Läufe der European Scooter Trophy (EST) am Harzring in Sachsen-Anhalt, wo die neue, frisch gegründete Pitbike-Gruppe bei den ersten Läufen beste Ergebnisse erzielte.

Nikita Radermacher bringt als gelernte Zerspanungsmechanikerin viel technisches Wissen mit. Genug, um die Wartung der Maschinen selbst zu übernehmen und ihre Frau so gut anzulernen, dass die gelernte Kauffrau auch längst mit dem erforderlichen Werkzeug dafür umgehen kann. „Auch hier ist es Gold wert, dass wir so gut mit Gleichgesinnten vernetzt sind. Man hilft sich untereinander als Biker“, sagt Daniela Radermacher.

Sie ist Initiatorin der Aufkleber-Manufaktor „NDDesign“, die das Duo vor einiger Zeit erfolgreich ins Leben gerufen hat. „Angefangen hat es damit, dass wir keine Aufkleber von der Stange für unsere Maschinen haben wollten und das, was uns gefiel, allenfalls in großer Stückzahl zu haben war“, erinnert sich Daniela Radermacher. „Also haben wir einen Plotter angeschafft und selbst das gemacht, was wir haben wollten.“ Anfragen von Freunden weiteten sich aus auf Anfragen von Fremden. „Mit dem so verdienten Geld konnte wir die Pitbikes anschaffen und auf dieser Ebene buchstäblich durchstarten.“

Aus dem Wissen heraus, wie schwer es ist, Sponsoren und Unterstützer zu finden, versuchen die beiden Frauen, ihren Möglichkeiten nach Rennteams zu unterstützen. Da das monetär nicht funktioniert, fertigen sie dann Startnummern, sonstige Aufkleber und Teamware als Sponsoring.

EM

Die Pitbike-Europameisterschaft findet im Rahmen der EST (European Scooter Trophy) statt. Da das Pitbiken immer populärer wird, sind Jahr für Jahr mehr Teilnehmer am Start.

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