2. Handball-Bundesliga

Penz glänzt bei ihrem HSV-Comeback

Franziska Penz in Aktion: Die Linksaußen-Spielerin war erst im Dezember wegen Knieproblemen ausgestiegen und meldete sich nun mit sieben Feldtoren bei acht Versuchen eindrucksvoll zurück. Fotos: Kurt Kosler
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Franziska Penz in Aktion: Die Linksaußen-Spielerin war erst im Dezember wegen Knieproblemen ausgestiegen und meldete sich nun mit sieben Feldtoren bei acht Versuchen eindrucksvoll zurück. Fotos: Kurt Kosler

Handball: Zweitligist Solingen-Gräfrath lässt Freiburg beim 32:25 (15:10) keine Chance - Zwischenfall in der 15. Spielminute.

Von Jürgen König

Solingen. Die erste Führung am Samstagabend gehörte den weit gereisten Gästen aus dem Breisgau – es sollte die einzige für die HSG Freiburg bleiben, die als nächste Mannschaft der 2. Bundesliga die hohe Qualität des HSV Solingen-Gräfrath zu spüren bekam. Dieser musste und konnte diesmal wohl auch nicht in den Glanz-Modus hochschalten, was der sportlich Verantwortlichen nach dem 32:25 (15:10)-Sieg relativ egal war. „Es war kein Highlight-Spiel zu erwarten, aber wir waren selbstsicher genug, an Punkte zu glauben“, sagte Kerstin Reckenthäler nach dem nächsten souveränen Heimerfolg.

Dieser zeichnete sich trotz eben jenes 0:1-Rückstandes und der HSG-Taktik, zu Beginn sowie über weite Strecken auf sieben Feldspielerinnen ohne Torhüterin zu setzen, früh ab. Bis zur 20. Minute spielte sich das Geschehen auf Augenhöhe ab, weil sich die favorisierten Gastgeberinnen in Sachen technischen Fehlern und vergebenen Torchancen den abstiegsgefährdeten Süddeutschen anpassten, dann war aber der Weg frei zu den nächsten beiden Punkten. Zumal Lisa Fahnenbruck zwischen den Pfosten mit einigen wichtigen und hochwertigen Paraden für Sicherheit sorgte. Der Dreierpack von Vanessa Brandt, die ihre Führung in der Zweitliga-Torjägerliste behauptete, legte direkt einen gehörigen Abstand zwischen beide Teams.

„Schade für die beiden, da sie die Mannschaft auch mittragen.“

Kerstin Reckenthäler über vergebene Chancen von Laura Winkelhoch und Henriette Clauberg

Dieser Lauf wurde kontinuierlich auch nach dem Seitenwechsel fortgesetzt, mit dem 27:17 in der 48. Minute war die höchste Führung erreicht. Maßgeblichen Anteil daran, dass es bis auf die fehlerhafte Anfangsphase eine sehr souveräne Vorstellung wurde, besaß Franziska Penz. Die Linksaußen wirkte erstmals nach ihrer Meniskusverletzung, die optimale Behandlung erfahren hatte, wieder mit. Zunächst verfolgte sie auf der Bank noch das Wurfpech ihrer Positionskollegin Barbara Bongartz, dann griff sie selbst ins Geschehen ein und hatte mit dem Abpfiff sieben Feldtore auf dem persönlichen Konto stehen – gleichermaßen von außen wie per Gegenstoß. „Ich bin sehr froh, dass ich wieder so gut reingekommen bin“, strahlte die 29-Jährige.

Fünfter Sieg und insgesamt elf Punkte in der Klingenhalle – da lässt es sich vortrefflich jubeln.

Ganz anders war die Gemütslage bei einer Spielerin des HSV auf der Tribüne. Alina Bohnen verfolgte das Geschehen mit einem Gips am linken Arm, die 20-jährige Rechtshänderin hatte sich in der vergangenen Woche einen Mittelhandbruch zugezogen. Auch sie wäre ansonsten sicherlich noch zum Einsatz kommen, schickte Kerstin Reckenthäler doch bis auf die geschonte Lara Karathanassis (Knieprellung) nach und nach alle Spielerinnen mal aufs Feld. Dabei erhielten auch die Youngster ihre Chance, das Abschlussglück war ihnen aber nicht hold. Laura Winkelhoch scheiterte im Gegenstoß, besonders bitter wurde es kurz vor Schluss für Henriette Clauberg. Sie setzte ihren Siebenmeter an die Latte, kam zum Nachwurf, erhielt den nächsten Siebenmeter – und scheiterte an Freiburgs Torhüterin. „Schade für die beiden, da sie die Mannschaft auch mittragen“, meinte die Trainerin, die ansonsten einfach nur glücklich war. „Gut gespielt, gute Stimmung“, fasste Reckenthäler den nächsten Samstagabend in einer Klingenhalle ohne Zuschauer zusammen.

HSV Solingen-Gräfrath: Fahnenbruck, Krückemeier, Ariöz; Brandt (10, 4), Penz (7), Reinarz (5), Fabisch (3), Müller (2), Nanfack (2), Senel (2), Bongartz (1), Clauberg, Tesche, Winkelhoch

Zwischenfall

HSV-Hilfe: In der 15. Minute war es am Samstagabend nicht nur ruhig, sondern total still. Freiburgs bis dahin zweifache Torschützin Nadine Czok hatte sich bei einer Angriffsaktion schwer an der Schulter verletzt und große Schmerzen. Der HSV leistete direkt und später in Person von Eva Pohl Hilfe. „Ich werde sie für die lange Heimreise noch gut verpacken“, sagte die Physiotherapeutin vor der Gäste-Abfahrt.

Eine weitere Nachricht vom HSV Gräfrath: Fabisch verlängert ihren Vertrag bis 2022

Meinung: Prächtige Entwicklung

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de

Von Jürgen König

Wer hätte das gedacht? Einen Spieltag vor dem Hinrunden-Ende hat sich der HSV Solingen-Gräfrath in der Spitzengruppe der 2. Handball-Bundesliga der Frauen festgesetzt. Für die Vereinsverantwortlichen bleibt es eine Momentaufnahme, da ihre einzigen Ambitionen dem Klassenerhalt gelten. Aber, so wie Reinarz, Brandt & Co. auftreten, dürfte dieser schon bald in der Rückrunde in trockenen Tüchern sein. Vermessen bleibt es – und das tut im Lager des HSV auch niemand –, den Blick nach oben zu richten. Stolz ist indes durchaus berechtigt, dass man sich nach der Hälfte der Saison auf Tuchfühlung mit den Füchsen Berlin oder Sachsen Zwickau befindet. Der aktuelle HSV hat sich gegenüber dem HSV 2019/20 enorm weiterentwickelt, was auch der guten Kaderplanung zuzuschreiben ist. Wie bitter ist es, dass kein Zuschauer diese prächtige Entwicklung vor Ort verfolgen darf.

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