Jugendfootball

Paladins-Nachwuchs möchte es Coach nachmachen

U19-Headcoach Alexander Thomas (Mitte mit Pfeife) an der Seite von (v.l.) Lukas Schulze-Eyßing, Timo Knuth, Jason Scholtes, Nabeil Butt, Carl Menning, Jan Offermann, und Connor Ritterskamp.
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U19-Headcoach Alexander Thomas (Mitte mit Pfeife) an der Seite von (v.l.) Lukas Schulze-Eyßing, Timo Knuth, Jason Scholtes, Nabeil Butt, Carl Menning, Jan Offermann, und Connor Ritterskamp.

Sieben U19-Spieler hoffen auf die Teilnahme am Auswahlturnier – Aber: Allgemein verheerende Entwicklung.

Von Fabian Herzog

Das Jugendländerturnier ist – nach Corona-Zwangspause – in diesem Jahr wieder die große Bühne für den deutschen Football-Nachwuchs. Der prestigeträchtige Vergleich der Bundesländer findet am 29. und 30. Oktober zwar nicht mehr in Solingen, sondern in Mannheim statt, genießt in der Paladins-Jugend deswegen aber nur bedingt einen geringeren Stellenwert. Sieben Spieler erhoffen sich den Sprung in die U18-Auswahl Nordrhein-Westfalens und kämpfen seit dem vergangenen Wochenende um ihren Platz.

Ein Solinger hat diesen schon sicher: Alexander Thomas. Der frühere Headcoach der Paladins ist nicht nur seit 2020 Cheftrainer der Walder U19, sondern seit vergangenem Jahr auch für die O-Line der GreenMachine verantwortlich, wie die NRW-Auswahl genannt wird. „Das Länderturnier ist für jeden Nachwuchsfootballer ein riesen Event“, findet Thomas, der sich sogar noch an seine eigene Teilnahme erinnert. „1995 und 1996 war das. Die Medaillen davon habe ich noch.“

„Die Jugendlichen leben in einer Komfortzone, aus der sie kaum rauszuholen sind.“

Alexander Thomas, Jugendcoach

In diesem Jahr wollen es Carl Menning, Timo Knuth, Connor Ritterskamp, Jan-Lukas Offermann, Lukas Schulze-Eyßing, Jason Scholtes und Nabeil Butt schaffen. Sie müssen sich allerdings gegen eine qualitativ wie quantitativ große Konkurrenz durchsetzen. So haben sich 170 Footballer aus ganz NRW für die ersten Tryouts, also Trainings-Sichtungen, angemeldet. Aber nur um die 50 werden am Ende zum Kader gehören, der in Mannheim den Titel holen möchte. Auf dem Weg dorthin findet diverse Maßnahmen und Camps statt, bei denen der Kader immer weiter verkleinert wird.

Gerne hätten die Paladins das Jugendländerturnier auch selbst ausgerichtet. Wie in den Jahren 2016 und 2017, als man die Adolf-Clarenbach-Straße zwischen Walder Stadion und der Tennisanlage des WMTV gesperrt und für ein großes Spektakel gesorgt hatte.

Bei der ersten Auflage waren gar Promis wie Ex-NFL-Profi Björn Werner und TV-Ikone Patrick „Coach“ Esume als Trainer der Hamburger Auswahl dabei. „Uns fehlt derzeit aber die Manpower“, begründet Thomas, warum es vorerst keine Fortsetzung gibt. „Dafür brauchst du so viele Freiwillige.“

Nicht nur an denen mangelt es derzeit im Verein. Auch in Sachen Nachwuchsspieler klafft eine große Lücke. Im Spielbetrieb befindet sich nur die U19, die in der Verbandsliga bislang einmal gewonnen (27:14 gegen die SG Herne/Bonn) und einmal verloren (18:20 gegen Wuppertal) hat. Und das im 9er-Tackle, also wegen eines kleinen Kaders im Modus Neun gegen Neun (statt Elf gegen Elf). „Die Situation ist schlimm“, findet Thomas, was jedoch nicht alleine bei den Paladins der Fall ist. „Das zieht sich durch alle Verein in NRW.“

Maßgeblich führen die Verantwortlichen den Schwund im Nachwuchsbereich auf die Corona-Pandemie zurück, wegen der zwei komplette Saisons ausfielen. Für Thomas ist es aber auch ein Generationenproblem. „Die Einstellung bei den Jugendlichen fehlt. Die leben in einer wahnsinnigen Komfortzone, aus der sie kaum rauszuholen sind.“ Was den U19-Headcoach am meisten frustriert: „Wir bieten ihnen eine echt gute Plattform. Trotzdem müssen wir Trainer jeden Tag darum kämpfen, dass genügend Spieler zu den Einheiten erscheinen.“ Während der Coronapause habe es dank Video-Alternativen nicht ein Training gegeben, das ersatzlos ausfallen musste. Thomas bedient: „Bei vielen rennst du aber einfach gegen eine Wand.“

Probetraining

Wer Lust hat, mal bei der Paladins-Jugend hineinzuschnuppern, kann einfach beim Training vorbeischauen. Weil der Platz an der Adolf-Clarenbach-Straße derzeit saniert wird, müssen die Footballer ausweichen. Dienstags zum Schaberg, freitags ins Walder Stadion – jeweils von 17.30 bis 19 Uhr.

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