American Football

Paladins gehen kritisch mit der Saison um

Gegen die Cologne Crocodiles starteten die Paladins um Johannes Wieding in Freundschaft, das Happy End sollte folgen.
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Gegen die Cologne Crocodiles starteten die Paladins um Johannes Wieding in Freundschaft, das Happy End sollte folgen.

Der Zweitliga-Klassenerhalt löst keine Euphorie aus – die Erleichterung ist riesig.

Von Jürgen König

Was sich am vergangenen Sonntag auf der Sportanlage Am Hallo in Essen abspielte, wird einen festen Platz in der Historie der Paladins erhalten. Nach dem 25:13-Erfolg im Hinspiel durften die Solinger nicht mit mehr als zwölf Punkten verlieren, sonst wäre der Sturz in die Drittklassigkeit besiegelt gewesen. Beim Stande von 12:20 aus Sicht der Gäste warf der Quarterback der Cardinals einen kurzen Pass, der von einem seiner US-Runningbacks akrobatisch gefangen wurde. Der Jubel auf Essener Seite war frenetisch, glaubte man ihn schon in der Endzone. Allerdings hatte es nicht ganz gereicht. Die Paladins hatten noch einen einzigen Yard Raum zu verteidigen.

„Eine ganze Saison und die Entscheidung über den Verbleib in der GFL2 würde vom nächsten Spielzug abhängen“, verspürte das Team um Cheftrainer Michael Tiedge höchste Spannung. Essen nahm seine letzte Auszeit, ein großes Gedränge folgte. Bis die endgültige Entscheidung verkündet wurde, war es total still im Stadion. Die Ansage des Hauptschiedsrichters brachte dann Klarheit: Der Runningback konnte nur wenige Zentimeter vor dem Eintritt in die Endzone gestoppt werden, und der Abstieg der Cardinals war besiegelt. Der dortigen Fassungslosigkeit stand die totale Erleichterung bei den Paladins gegenüber. Wir beleuchten die Lage danach.

Lässt die sportliche Analyse Raum für Freude?

Nicht gerade von Sektlaune sprach Jens Merten, auch für Öffentlichkeitsarbeit zuständiger Coach, unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Es herrschte viel Freude, aber nicht mit dem Ergebnis insgesamt – Ziel sei es gewesen, mehr zu gewinnen, als zu verlieren. Was bei drei Siegen und sieben Niederlagen nicht gelang. Dennoch: Das A und O sei es, die Klasse gehalten zu haben.

Wo wird der Hebel bei Selbstkritik angesetzt?

Ingo Hübner sieht in der personellen Struktur keine Defizite, erwähnt zwei gute Quarterbacks sowie leistungsstarke Passempfänger – und natürlich Runningback Moses Harris als überragende Liga-Figur auf dieser Position. „Wir waren eigentlich gut aufgestellt, haben die PS in der Offensive aber nicht auf die Straße gekriegt“, erwähnt der Vereinsvorsitzende unter anderem Abstimmungsprobleme.

Die Saison war eine krasse Zweiklassen-Gesellschaft – kann sich dies wieder ändern?

Davon ist der Paladins-Chef überzeugt, die „Wundertüte 2. Bundesliga Nord“ werde wie zu Beginn dieser Spielzeit, als es Überraschungen gab, zur neuen Saison auf null gestellt. Personelle Veränderungen, der Umgang mit Corona-Ausfällen – die Spannung dürfte erneut groß sein. Und das eigene Team soll sich möglichst nach oben orientieren.

Wird es einen personellen Umbruch im Team geben?

Mit dieser Frage konfrontiert, bringt Ingo Hübner zunächst erneut seine Erleichterung über den Klassenerhalt zum Ausdruck: „Die 3. Liga hätte uns in ein personelles Loch gezogen.“ Der Grund dafür liegt auf der Hand. Das Oberhaus der German Football League mit den West-Vereinen und auch die europäische Liga entwickeln ohnehin schon viel Sog. Dieser hat für einen Zweitligisten weniger Stärke. Moses Harris erwägt das Karriereende, die Abschlussgespräche mit den anderen Import-Spielern wie Basiru Jobe verliefen durchweg positiv. Fest steht aus familiären Gründen der Abgang von Markus Blessmann, dem Koordinator der Offensive. Für ihn übernimmt Carsten Schumacher.

Wie ordnen die Paladins die Saison wirtschaftlich ein?

Hübner benutzt bei dieser Bewertung das Wort durchwachsen. Mit 648 Zuschauern im Schnitt wird der offizielle Wert bei den fünf Heimspielen im Walder Stadion angesagt, in denen die sechs Meisterschaftspunkte errungen werden konnten. Besseren Kulissen standen unter anderem konkurrierende Top-Veranstaltungen in Solingen sowie die teilweise Terminierung in den Sommerferien entgegen.

Was bedeuten das neue Vereinsheim im Stadion sowie frischer Kunstrasen?

Auch hier bedient sich der Vorsitzende der Paladins einer klaren Wortwahl. „Das ist für uns ein absoluter Jackpot“, sagt Ingo Hübner und lobt die Zusammenarbeit mit dem Stadtdienst Sport und Freizeit. Auch wenn bei der Sanierung des alten, schlechten Kunstrasens nicht das volle wünschenswerte Programm gefahren werden konnte, so sei man zum Beispiel in Sachen Football-Linien zufrieden.

„Es ist für uns ein ganz wichtiger Schritt in Richtung Attraktivität“, weist Hübner auch auf den neuen Container am Trainingsplatz hin, in dem das Equipment verstaut wird. Dass der Verein für die Maßnahmen einen Eigenanteil in Höhe von 9000 Euro aufbringen muss, sei eine fordernde Aufgabe – die man nun neben Jugend und Frauen auch gesichert für ein Männer-Zweitliga-Team angehen kann.

Der Modus

Die Signale vom Verband scheinen eindeutig zu sein. „Es wird so bleiben“, sagt Ingo Hübner zum Modus, der vorsieht, dass zwei Begegnungen nur gegen West-Clubs stattfinden. Auf die Nord-Teams trifft man hingegen einmal. Geringere Reisekosten sorgen somit für Kostenersparnis.

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