American Football

Paladins feiern einen erleichternden Erfolg

Lucas Busch erzielte mit einem starken Fang in der Endzone die ersten Punkte für die Solingen Paladins. Der Receiver gehörte in beiden Halbzeiten zu den favorisierten Pass-Empfängern der Quarterbacks.
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Lucas Busch erzielte mit einem starken Fang in der Endzone die ersten Punkte für die Solingen Paladins. Der Receiver gehörte in beiden Halbzeiten zu den favorisierten Pass-Empfängern der Quarterbacks.

Football: Der Solinger Zweitligist schlägt die Rostock Griffins in einem wegweisenden Duell mit 42:28 (19:21).

Von Thomas Rademacher

Am Ende lagen sich die rund 900 Zuschauer im Walder Stadion in den Armen. Sie feierten ihre Solingen Paladins, die dem Druck gegen die Rostock Griffins standgehalten und sich durch einen 42:28 (19:21)-Sieg Luft im Abstiegskampf der 2. Bundesliga Nord verschafft hatten. „Man kann in dieser Situation schon von Erleichterung sprechen“, sagte Vereinsvorsitzender Ingo Hübner. Auch Chefcoach Michael Tiedge atmete auf: „Das war ein ganz wichtiges Spiel für uns.“

Eines, das in der ersten Halbzeit nicht wunschgemäß verlaufen war. Zwar ging der „Gameplan“, so Tiedge, von Anfang an auf, doch einen echten Vorteil auf der Anzeigetafel erarbeiteten sich die Solinger nicht. Nachdem die Rostocker den ersten Touchdown der Begegnung geschafft hatten, bediente Quarterback Alexander Busch seinen Bruder Lucas zum 7:7 (Extrapunkt durch Yannic Schorn). Durch ein Field-Goal von Schorn und einen tollen Touchdown von Moses Harris, der sich wieder einmal durchgetankt hatte, gingen die Paladins zwar 16:7 in Front, aber Rostock antwortete umgehend zum 14:16.

„Die Offensive Line hat Moses Harris noch etwas mehr Platz verschafft.“

Michael Tiedge, Cheftrainer

Maximal unglücklich verliefen die letzten Minuten vor der Pause. Der über jeden Zweifel erhabene Harris startete durch, schüttelte bei seinem Lauf über das gesamte Feld einen Gegenspieler nach dem anderen ab und schien einen sicheren Touchdown zu erzielen. Noah Gehring aber beging, kurz bevor sein Mitspieler die Endzone erreicht hatte, ein Foul, so dass es zunächst keine Punkte gab. Schorn erzielte schließlich ein Field Goal für drei Zähler. Angesichts der verpassten sechs beziehungsweise sieben Punkte für einen Touchdown inklusive Extrapunkt war die Stimmung im Walder Stadion bereits leicht angespannt.

Und die Lage spitzte sich wenige Minuten später noch zu. Die Gäste hatten bei vier Sekunden auf der Uhr nur noch eine letzte Chance, den Ball in die Endzone zu bekommen. Die Szene schien bereits gelöst zu sein, doch ein leicht verzweifelter Pass aus etwa 35 Metern fand sein Ziel in der Endzone, was den Gästen eine 21:19-Halbzeitführung einbrachte – ein Ergebnis, an dem die Paladins zu knabbern hatten.

Wie im Vorfeld abgesprochen, wechselte Tiedge Jeremy Konzack auf der Quarterback-Position ein. Mit Wut im Bauch funktionierten die ersten Spielzüge nach der Pause. Konzack bediente Gehring, Harris legte einen Lauf hin, erneut fing Gehring einen Pass, und den Touchdown (Extrapunkt Schorn) zum 26:21 besorgte Konzack schließlich selbst. Spätestens nachdem Basiru Jobe den gegnerischen Quarterback niederstreckte und im nächsten Versuch beim Pass dazwischen kam, war der Glaube an einen Paladins-Sieg im Stadion auch wieder deutlich hörbar.

Harris, Harris und immer wieder Harris sowie die Kombinationen Konzack auf Gehring oder Lucas Busch drückten der Partie nun ihren Stempel auf. Harris erlief seine Touchdowns zwei und drei – da konnten zwischendurch die einzigen Rostocker Punkte in der zweiten Halbzeit die Stimmung nicht trüben. Der 42:28-Erfolg stand bereits deutlich vor Schluss fest.

„Defensiv hatten wir hin und wieder Probleme, weil Rostock sehr variabel und teilweise überraschend gespielt hat“, sagte Cheftrainer Tiedge. „Aber in der Offensive waren wir sehr konsequent und konzentriert.“ Ein Sonderlob sprach der Coach den wohl robustesten Spielern seines Kaders aus: „Die Offensive Line hat Moses Harris noch etwas mehr Platz verschafft.“ Positiv bewertete Tiedge zudem, dass es seinem Team gelungen sei, unnötige Strafen zu vermeiden.

Ausblick

Eine Woche haben die Paladins nun frei, danach kommt Paderborn (Samstag, 13. August, 17 Uhr) ins Walder Stadion. Das Hinspiel verloren die Solinger deutlich mit 13:28.

Kommentar von Thomas Rademacher: Harris ist überragend

thomas.rademacher@solinger-tageblatt.de

Ein Blick auf die Statistik der 2. Bundesliga Nord belegt es: Moses Harris ist ein überragender Footballer. Mit 1005 erlaufenen Yards vor dem jüngsten Spiel gegen die Rostock Griffins führte er die Spielkasse bereits deutlich an. Wer sich nun genau diese Partie anschaute, sah sich darin bestätigt, dass die Statistik des US-Amerikaners mehr als nur ein Indikator seiner Qualität ist.

Harris ist ein absoluter Unterschiedsspieler, der in vielen Situationen einfach nicht zu stoppen ist, selbst wenn vier Leute an ihm drankleben. Seine jüngsten drei Touchdowns sind nur ein weiterer Beweis dafür, dass er der beste Spieler der Liga ist.

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