Football

Paladins dürfen nach Zitterpartie und skurrilem Fehler jubeln

Robert Cummings hat das Spielgerät von den Gästen erobert – und darf sich des Zuspruchs seines Teams gewiss sein. Fotos: Christian Beier
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Robert Cummings hat das Spielgerät von den Gästen erobert – und darf sich des Zuspruchs seines Teams gewiss sein.

23:20 (20:7)-Erfolg in der 2. American-Football-Bundesliga. Ein ungewöhnlicher Fehler besiegelt das Endergebnis.

Von Ben Busch

Solingen. 500 Fans im Walder Stadion sorgten beim dritten Heimspiel der Paladins für Stimmung bis zur letzten Sekunde. Zum Rückrunden-Auftakt in der German Football League 2 Nord empfingen die Paladins die noch punktlosen Assindia Cardinals aus Essen.

Das Hinspiel hatten die Paladins souverän mit 20:6 gewonnen. „Wir hatten einen Auftrag zu erfüllen. Das ist uns gelungen. Dadurch können wir uns vom Unterhaus abheben und sind derzeit die Nummer zwei bei den westdeutschen Clubs“, sagte Solingens Vereinsvorsitzender Ingo Hübner.

Ab Minute eins des ersten Spielviertels zeigte die Defensive um Kapitän Jan Berens, dass die Paladins ihre Niederlagen-Serie beenden wollten. Das erste Angriffsrecht ging zwar an die Gäste aus Essen, diese wussten dem enormen Druck der Solinger Verteidigung allerdings nichts entgegenzusetzen.

In der ersten Halbzeit zeigen die Solingen Paladins, was in ihnen steckt

Immer wieder gelang es den Paladins, den Essener Spielmacher in Bedrängnis und gar für Minus-Yards zu Fall zu bringen. So war es einer dieser „Quarterback-Sacks“, der für den ersten Angriffswechsel sorgte. Die Paladins-Offensive nutzte diesen prompt. Zwei Spielzüge, und der Ball landete nach Pass von Jeremy Konzack auf Moses Harris in der Endzone. Yannic Schorn sorgte per Kick durch die Torpfosten für den Extrapunkt und die 7:0-Führung.

Solingens Defense erwischte einen großartigen Start und sorgte im ersten Spielviertel für zwei spektakuläre Balleroberungen. An beiden beteiligt: Robert Cummings. Erst fing er einen Pass der Cardinals ab, kurz darauf konnte Cummings den von Tim Bauder frei geschlagenen Ball und damit das Angriffsrecht in bester Feldposition erobern. Dazu auch: Moses Harris verstärkt die Paladins als Runningback.

Nach fünf Minuten des zweiten Viertels kämpfte sich Runningback Noah Whittle seinen Weg in die gegnerische Endzone. Mit dem Zusatzpunkt von Schorn stand es 14:0. Suchte Konzack zwar immer wieder seine Passempfänger, waren es diesmal die Runningbacks, die den Ball in die Essener Endzone trugen.

Heimspiel der Paladins: So lief es am Samstag

Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals.
Heimspiel der Solingen Paladins gegen die Essen Cardinals. © Christian Beier

Fünf Minuten vor Ende der ersten Halbzeit erlief Moses Harris seinen zweiten Touchdown des Spiels und erhöhte auf 20:0 für die Paladins. Den auf den Touchdown folgenden Kick-off nutzen die Gäste für ein starkes Lebenszeichen. 80 Yards trugen die Essener den Ball bis in Solingens Endzone zurück. Der erfolgreiche Zusatzpunkt besiegelte den 20:7-Stand in einer Halbzeit, in der die Hausherren zeigten, was in ihnen steckt.

„Ein Sieg ist ein Sieg, auch wenn es eine knappe Kiste war.“

Ingo Hübner, Vorsitzender der Paladins

Besser als in die erste Halbzeit fand der Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet in die zweite. Quarterback Joe Newman gewann trotz nicht abreißendem Druck der Paladins-Defense an Selbstsicherheit und Spielfreude. Nach weniger als fünf Minuten im dritten Viertel fand er seinen Lieblingsreceiver für einen 60-Yard-Touchdown der Cardinals.

Die Paladins lieferten erneut den Beweis ab, dass ihr Corona-Konzept bei Heimspielen greift. Und die Fans hatten Grund zur Freude.

Essen verkürzte nach erfolgreichem Extrapunkt auf 14:20. Es wurde somit wieder spannend in der Jahnkampfbahn. Mit dem nächsten Angriff erreichten die Paladins die Essener Endzone zwar nicht, jedoch traf Paladins-Kicker Yannic Schorn aus 30 Yards per Fieldgoal zum 23:14. Es sollte die letztlich entscheidende Aktion sein.

In der Schlussphase drehen die Essener nochmal richtig auf

In den Schlussminuten drehte Essens Quarterback noch einmal richtig auf. Im Alleingang näherte er sich Spielzug für Spielzug der Solinger Endzone. Zehn Minuten vor dem Spielende sorgten die Cardinals mit ihrem 20:23-Anschluss-Touchdown für aufgeheizte Stimmung.

Nach vergebenen Angriffsversuchen der Paladins war es erneut eine Defense-Aktion, die einen weiteren Angriffswechsel nach sich zog. Diesmal war es Batuhan Giray, der einen langen Pass der Cardinals aus der Luft pflückte. Das Ganze geschah drei Minuten vor Schluss. Die Gäste schickten noch ein letztes Mal ihre Offense auf das Feld. Solingens Janek Wenke gelang es, Essens Quarterback für Minus-Yards zu Fall zu bringen.

Was dann passierte, sorgte im Walder Stadion erst für Verwirrung, gefolgt von maximaler Euphorie. Die Gäste hatten sich schlicht verzählt. In der Annahme, noch einen Spielzug mehr zu haben, warfen die Cardinals den Ball gleich zu Beginn auf den Boden, um die ablaufende Spieluhr zu stoppen. Im Football wird dieser Spielzug Spike genannt.

Da sich Essen jedoch im vierten und nicht im dritten Versuch befand, besiegelte dieser skurrile Fehler den Endstand von 23:20 für jubelnde Hausherren. Ingo Hübner: „Ein Sieg ist ein Sieg, auch wenn es eine knappe Kiste war.“ Zuletzt waren die Paladins in Berlin untergegangen.

Hintergrund: Rund um die Paladins

Schlüsselspiel: Nächsten Samstag ab 16 Uhr können die Paladins schon den Klassenerhalt in trockene Tücher bringen. Ein Sieg bei den Hamburg Huskies, und diese würden wie Essen wohl als Absteiger feststehen. Nächstes Heimspiel: am 4. September um 17 Uhr gegen die Düsseldorf Panther.

2. Bundesliga Nord - Ergebnisse und Tabelle

Solingen Paladins - Essen Cardinals 23:20
Düsseldorf Panther - Langenfeld Longhorns 17:0
Rostock Griffins - Hamburg Huskies 48:7
Lübeck Cougars - Berlin Adler 21:48

1. Berlin Adler 5 229:117 10:0
2. Düsseldorf Panther 6 121:86  10:2
3. Rostock Griffins 6 201:91   9:3
4. Solingen Paladins 6  82:121  6:6
5. Lübeck Cougars 6 148:176  5:7
6. Langenfeld Longhorns 5 156:167  4:6
7. Essen Cardinals 5  79:123  0:10
8. Hamburg Huskies 5  62:197  0:10

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