Leichtathletik

Oswald Igel: Rekorde in Coronazeiten

Oswald Igel in seinem Element. Der gebürtige Solinger geht auch im Alter von 70 Jahren noch mit großer Leidenschaft seinem Sport nach. Inzwischen hat er sich auf die Wurf-Disziplinen spezialisiert. Fotos: Graeme Dahl
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Oswald Igel in seinem Element. Der gebürtige Solinger geht auch im Alter von 70 Jahren noch mit großer Leidenschaft seinem Sport nach. Inzwischen hat er sich auf die Wurf-Disziplinen spezialisiert.

Der in Westaustralien lebende Ur-Solinger feiert Erfolge in der Leichtathletik.

Von Daniel Bernards

Nein, unbehelligt von der Corona-Pandemie und den rigorosen Auswirkungen von Covid-19 lebt auch der inzwischen in Westaustralien ansässige Solinger Oswald Igel nicht. Dennoch: Auch dank strikter Maßnahmen bei allen Einreisenden ist die Lage dort so beherrschbar, dass der Senioren-Leichtathlet, der bei internationalen Meisterschaften inzwischen wieder für den Solinger Leichtathletikclub an den Start geht, eine Reihe an Wettkämpfe bestreiten konnte – und diese mit beachtlichen Leistungen abschloss.

Seit Beginn des Jahres 2021 startet der Solinger Auswanderer – er wohnt etwa 70 Kilometer südlich von Perth – in der M70. In den vergangenen Wochen, solche Schlagzeilen mag man in diesen Wochen kaum glauben, stellte Oswald Igel gleich acht westaustralische Landesrekorde auf. Zwei von seinen Leistungen warten noch darauf, als kontinentale Rekorde in der neuen Altersklasse anerkannt zu werden. Diese beiden Landesrekorde holte sich der inzwischen zum Wurfspezialisten umgesattelte Leichtathlet im Gewichtwerfen, das sich in Australien wie in anderen englischsprachigen Ländern großer Beliebtheit erfreut.

Im Super-Gewichtweitwurf mit einem 15,8 Kilogramm schweren Gerät verbesserte Igel den Australien-Rekord um 53 Zentimeter auf 8,87 Meter. Im Gewichtwurf-Fünfkampf steigerte er eine zehn Jahre alte Bestmarke um 350 Zähler auf 4682 Punkte. Igel hofft darauf, es bis zum Ende des Jahres einige Male unter die Top Ten der Weltrangliste zu schaffen. In der aktuellen, nicht ganz aussagekräftigen Rangliste, führt er im Kugelstoßen und im Gewichtwurf.

Internationale Wettkämpfe erst wieder im nächsten Jahr

Dennoch: Die Auswirkungen der Pandemie behindern den 70-Jährigen, der immer noch mit SLC-Seniorensportlerin Helgard Houben gut befreundet ist, auch in Westaustralien bei der Ausübung seines Sportes. So seien die australischen Master-Meisterschaften, für den März in Canberra geplant, nach einigen Coronafällen in Sidney und Melbourne abgesagt. Dort hätte er, so berichtet der gebürtige Solinger, „gute Aussicht auf einige nationale Titel gehabt“. Australische Seniorenleichtathleten würden wohl erst wieder 2022 an internationalen Wettkämpfen teilnehmen können, da Auslandsreisen bis auf wenige Ausnahmen noch für längere Zeit nicht erlaubt seien.

Auch das Kugelstoßen beherrscht Igel exzellent.

Die trotz alledem „gute“ Coronalage im Westen des fünften Kontinentes sei ein Resultat strikter Abschottung: Alle Reisende aus dem Ausland müssten für 14 Tage in Quarantäne, dürften diese nur nach einem negativen Corona-Test beenden. Würden in den anderen Bundesstaaten Australiens Krankheitsfälle auftauchen, schließe der Staat Westaustralien sofort seine Grenzen – Einreisende aus diesen Staaten müssten dann ebenfalls in Quarantäne und bräuchten den negativen Test.

Die Quarantäne-Maßnahmen würden fast immer in Hotels durchgeführt und von den Betroffenen selbst bezahlt werden. Seit sechs Monaten habe es außerhalb dieser Quarantäne-Hotels keine Erkrankungen mit dem Coronavirus mehr gegeben, was den Sportbetrieb „nahezu normal“ ermögliche.

Sie fühlen sich wohl in ihrer Wahlheimat: Karin und Oswald Igel bei einem Ausflug in Westaustralien.

Nicht nur aufgrund der Reisebeschränkungen wird es einen internationalen Meisterschaftsstart Igels, der dann für Deutschland und seinen Heimatverein antreten würde, in diesem Jahr allerdings nicht geben: Die für Juli in Tampere anstehenden Senioren-Weltmeisterschaften wurden ebenso abgesagt wie die Hallen-Titelkämpfe, die im April in Edmonton hätten stattfinden sollen. Beide Titelkämpfe werden nun im Jahr 2022 neu angesetzt. Oswald „Ossi“ Igel setzt vor allem auf die Freiluft-WM, die nach Göteborg verlegt wurde: „In den Sommermonaten bin ich eh oft mit meiner Frau in Europa. Das würde passen.“ Voraussetzung auch hierfür: eine weltweite Normalisierung der Coronalage.

Oswald Igel

Alter: Geboren ist Igel am 7.12.1950. Er startet erst dieses Jahr in der M70, weil sich in Australien die Klassenzugehörigkeit – anders als in Deutschland – nach dem Geburtstag, nicht nach dem Geburtsjahr richtet.

Auswanderung: 2011 zog Igel nach Beendigung seines Berufslebens mit seiner Ehefrau nach „Down Under“. In Mandurah lebt das Paar 400 Meter vom Indischen Ozean entfernt. Regelmäßig sind sie im Sommer in Solingen.

Historie: Von 1966 bis 1973 startete Igel für den SLC. Mit dessen Zehnkampf-Mannschaft wurde er 1967 Niederrheinmeister. 1970 und 1971 qualifizierte er sich als Dreispringer für die Deutschen Meisterschaften. Bestleistungen – erzielt etwas später im Trikot der LG Staufen – sind 14,65 Meter im Dreisprung, 6,82 Meter im Weitsprung und 5808 Punkte im Zehnkampf.

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