Schwimmen

Olympiapass erinnert an große Schwimmzeiten

Uta D. Rose mit ihrem Olympiapass für die Spiele 1964 in Tokio. Die Teilnahme daran verpasste sie knapp, die Erinnerungen an ihre Zeit als Schwimmerin bleiben unvergessen. Foto: Christian Beier
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Uta D. Rose mit ihrem Olympiapass für die Spiele 1964 in Tokio. Die Teilnahme daran verpasste sie knapp, die Erinnerungen an ihre Zeit als Schwimmerin bleiben unvergessen.

Rückblick: Die Solingerin Uta D. Rose verpasste die Spiele 1964 in Tokio nur knapp.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Heute würde sie auf den ersten Metern der Bahn ertrinken, scherzt Uta D. Rose, wenn sie von ihrer Parade-Disziplin erzählt: dem Delfin-Schwimmen über 100 oder 200 Meter. Mit ihrer Düsseldorfer Mannschaft hat die Solingerin in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren sieben Deutsche Meisterschaften geholt (Mannschaftsmeisterschaften und Staffeln) und zehn Rekorde in Schmetterlings-Staffeln aufgestellt: entweder über 4x100 oder 10x100 Meter. Einzeln sei aber „nur“ eine Deutsche Vizemeisterschaft herausgesprungen, erzählt sie.

Dafür kann die promovierte Philosophin einen Olympiapass vorweisen, denn sie gehörte seit 1962 zur Kernmannschaft der Deutschen Schwimm-Athleten für Tokio 1964. Als Uta Exler, so der Familienname in ihrer Teenager-Zeit, verpasste sie das Reiseticket damals äußerst knapp: „Es gab zum letzten Mal eine gesamtdeutsche Mannschaft für die Olympischen Spiele und damit ein sogenanntes Ausschwimmen zwischen Ost und West, um gesamtdeutsch die Schnellsten zu ermitteln. Zu den Deutschen Meisterschaften 1964 in Berlin war ich dann nur noch unter den ersten Sechs, so dass ich keine Chancen mehr hatte, mit nach Tokio zu fliegen“, erinnert sich die Gründerin und Leiterin des „Philosophie-Cafés“, in dem sie regelmäßig seit 20 Jahren in der Bibliothek der VHS mit Interessierten über das Leben nachdenkt und diskutiert.

Immerhin gab es Postkarten mit Grüßen von den Team-Kameraden, und Silbermedaillen-Gewinnerin Wiltrud Urselmann brachte ihr wie zuvor vereinbart eine in Japan erstandene Perlenkette mit. „So etwas war dort deutlich günstiger als hier“, sagt Rose schmunzelnd. „Also habe ich meine damalige Freundin mit dem Kauf beauftragt.“

Ihre (Leistungs)-sportliche Jugend kommt der Vielbeschäftigten und Viel-Engagierten eigentlich selten in den Sinn. Als sie aber im ST jüngst über Jürgen Altenhofen, ihren Ex-Schwimm-Kollegen aus gemeinsamen Kern-Mannschafts-Zeiten, las, kramte sie doch Erinnerungen aus. Fotos und Pass inklusive.

Mit nassen Haaren aus der Mittagspause zurück ins Büro

Durch Zufall war sie zum Leistungssport gekommen, denn als sie als „Backfisch“ in den Schwimmverein 1898 ihrer Heimatstadt Düsseldorf eintrat, wollte sie in erster Linie den Familienurlauben mit den Eltern entkommen und setzte auf willkommene Alternativen. „Dass eine Trainerin in mir Talent entdecken und mich entsprechend fördern würde, hätte ich nie gedacht.“ Als junge Anwaltsgehilfin habe sie „nebenbei trainiert“, oft auch in den Mittagspausen. „Da saß ich dann für den Rest des Tages mit nassen Haaren im Büro.“

Nach und nach verlor der Schwimmsport dann an Bedeutung. Berufliche Fortbildungen und immer neue und anspruchsvollere Aufgaben rückten zunehmend in ihren Fokus. Sport wurde irgendwann endgültig zum Hobby – zum Durchatmen und Auftanken. Heute sind Radfahren und Joggen ihre Fitness-Quellen. In die Klingenstadt verschlug es sie im Jahr 1977: Liebe, Heirat und Sohn folgten, dann das Studium der Philosophie in Wuppertal, inklusive Dissertation.

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