American Football

Neuer Paladins-Headcoach lebt die Loyalität

Michael Tiedge freut sich darauf, in den Spielen die Verantwortung bei den Paladins zu tragen. Foto: Werner Thorenz
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Michael Tiedge freut sich darauf, in den Spielen die Verantwortung bei den Paladins zu tragen.

Michael Tiedge möchte mit dem Football-Zweitligisten etwas Nachhaltiges aufbauen und aus Fehlern lernen.

Von Fabian Herzog

Einen finanziellen Kollaps, durch den schon so viele Footballvereine – wie jüngst die Elmshorn Pirates, 2018 und 2019 Zweitliga-Konkurrent der Solingen Paladins – das Zeitliche gesegnet haben, hat Michael Tiedge auch schon erlebt. Pikanterweise ausgerechnet in der Stadt, in der der 59-Jährige vor wenigen Wochen den Posten des Headcoaches übernommen hat. Als es Ende der 1990er mit den Solingen Hurricanes zu Ende ging, gehörte Tiedge zum Trainerstab und kümmerte sich vornehmlich um die Defense Backs. „Ich war der Letzte, der von Bord gegangen ist“, erinnert er sich.

Bei der Weihnachtsfeier 2019 beeindruckten der 2. Vorsitzende Ingo Hübner (l.) und die Paladins den neuen Headcoach Michael Tiedge sehr.

Alleine dieses Beispiel macht deutlich, was Tiedge für ein Typ ist. Loyalität wird bei ihm ganz groß geschrieben. „Ich habe immer meine Verträge erfüllt und nie jemanden im Stich gelassen“, sagt er. Das war ihm auch bei den Canes wichtig, wo er trotz des unschönen Endes „eine klasse Zeit“ hatte. Vor allem an die Stimmung im Stadion – damals wurde ja nicht nur in Wald, sondern auch am Hermann-Löns-Weg gespielt – hat Tiedge beste Erinnerungen. „Da war immer richtig Halligalli.“ Was ihn aber heute noch wurmt: „Ich habe nie konkret erfahren, warum damals die Lichter ausgegangen sind.“

„Unser Ziel muss es sein, den Verein auf eine breite Basis zu stellen und Identität zu schaffen.“
Michael Tiedge, Paladins-Coach

Nach Solingen kehrte Michael Tiedge in der Vorbereitung auf die 2019er-Saison zurück. Bei Erstligist Cologne Crocodiles, bei dem er über mehrere Jahre sehr erfolgreich im Jugendbereich tätig gewesen war, hatte er Cevin Conrad kennengelernt. Als dieser die Paladins als Headcoach anführte und Verstärkung für sein Trainerteam suchte, fanden beide schnell wieder zueinander. „Es war Zeit für eine Veränderung.“

Tiedge übernahm erneut die Defense Backs und brachte sich sofort mit seinem großen Erfahrungsschatz als Trainer ein. Als ehemaliger Spieler der Düsseldorf Panther 2 und Düsseldorf Puma wechselte der frühere Judoka schon in jungen Jahren an die Seitenlinie. An die Anfänge vor rund 30 Jahren erinnert er sich noch genau: „Damals gab es in den Vereinen oft nur einen Trainer. Wie da gecoacht wurde – heute würdest du die Hände über den Kopf zusammenschlagen.“ Aber: „Wir hatten immer großen Spaß.“ Noch heute trifft er sich mit Mitstreitern von damals.

Wo immer – die Duisburg Dockers und Assindia Cardinals stehen ebenfalls in seiner Vita – Tiedge auch tätig war, immer legte er großen Wert auf Nachhaltigkeit. Oder, wie er ausdrückt: „Ich möchte meinen Stempel aufdrücken.“ Einen Verein entwickeln, etwas aufbauen. Das ist das, was dem Düsseldorfer vorschwebt. Deshalb ist er auch großer Fan des Nachwuchsbereiches. „Ich lege Wert auf eine gute Ausbildung“, verdeutlicht Tiedge, der nach seiner Rückkehr in die Klingenstadt immer auch ein Auge auf die Jugend geworfen hat. „Dort“, sagt er, „sollten generell die besten Trainer eingesetzt werden.“ Logisch, dass der neue Paladins-Headcoach froh ist, dass einer wie Alexander Thomas nun in der U19 die Verantwortung trägt.

In Solingen trat der Düsseldorfer die Nachfolge von Bernd Janzen an, gegen den er zu aktiven Zeiten selbst gespielt hat, und fiebert nun seiner ersten Saison als verantwortlicher Trainer im Erwachsenenbereich entgegen. Kurzfristig gelte es, sich in der 2. Liga zu etablieren. Tiedge denkt aber noch weiter: „Unser Ziel muss es sein, den Verein auf eine gesunde und noch breitere Basis zu stellen.“ Ganz wichtig ist ihm dabei, „noch mehr Identität zu schaffen.“ Die Voraussetzungen dafür könnten seiner Meinung nach kaum besser sein. Denn: „Ich habe wenige Vereine erlebt, wo der Zusammenhalt derart gelebt wird.“ Einen bleibenden Eindruck hat seine erste Weihnachtsfeier mit den Paladins in 2019 hinterlassen: „Das war einfach nur genial.“

Erfolge

Michael Tiedge, der im Besitz der höchstmöglichen Trainerlizenz ist, feierte speziell mit dem Nachwuchs der Cologne Crocodiles große Erfolge. Zweimal wurde er mit der U19 Deutscher Meister, dreimal führte er die U16 der Kölner zum Titelgewinn in Nordrhein-Westfalen.

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