Volleyball

Neuer Jugend-Bundestrainer heißt Justin Wolff

Justin Wolff hat sich bis zur höchsten Stelle des deutschen Nachwuchs-Volleyball vorgearbeitet.
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Justin Wolff hat sich bis zur höchsten Stelle des deutschen Nachwuchs-Volleyball vorgearbeitet.

Ex-Spieler und -Coach der Solingen Volleys kümmert sich in Berlin um den weiblichen Volleyball-Nachwuchs

Von Sonja Bick

Für Justin Wolff ist ein Traum in Erfüllung gegangen – und das schneller als gedacht. Die Karriereleiter ist er dabei nicht hoch geklettert, er ist sie gefühlt hoch gerast. Im Dezember 2016 stand der damals erst 24-Jährige zum ersten Mal so richtig im Fokus, als er die Solingen Volleys als Cheftrainer in der 1. Bundesliga coachte. Weiter ging es für ihn nach Düren, wo er in seiner zweiten Saison als Interimschef in der Verantwortung stand – obwohl eigentlich als Co-Trainer des gestandenen Bundesligisten verpflichtet. Vor genau drei Jahren eroberte der heute 29-Jährige die zweithöchste Jugendstelle im Deutschen Volleyball-Verband (DVV) und wurde Trainer am Volleyball-Bundesstützpunkt Münster. Jetzt ist er auf der höchsten Position im Nachwuchsbereich angekommen – als Berliner Stützpunkttrainer ist er gleichzeitig Jugend-Bundestrainer, und zwar für die weibliche U16 bis U18.

„Mit der Stelle habe ich schon geliebäugelt, allerdings eher in fünf bis sechs Jahren“, sagt Wolff. So sei der nächste Schritt auf der Karriereleiter schneller gekommen als gedacht. Seit 1. August ist er Nachfolger von Jens Tietböhl, der die Position knapp sechs Jahre innehatte. Im Mai hatte er sich ganz offiziell beworben und ist nun sehr glücklich und stolz, dass es geklappt hat. DVV-Sportdirektor Christian Dünnes erklärt, warum die Wahl auf den Ex-Volleys-Trainer gefallen ist: „Er ist sehr gut ausgebildet, bringt für sein junges Alter schon eine Menge an Erfahrung mit und ist uns bereits in seinen früheren Positionen als sehr akribischer und engagierter Trainer positiv aufgefallen.“

In den vergangenen drei Jahren wohnte Wolff in Münster und arbeitete dort „mit hochmotivierten und talentierten Leistungssportlerinnen. Es hat einfach alles gepasst, und es war ein extrem guter Jahrgang“. Alle 14 Mädels sind vor kurzem im Profibereich, also in der 1. oder 2. Liga, untergekommen. Der 29-Jährige war aber nicht nur Bundesstützpunkttrainer, sondern auch Cheftrainer des VCO Münster und durfte mit dem Nachwuchs in der 2. Bundesliga antreten. Eigentlich spielt der Nachwuchs in der 3. Liga.

Jetzt ist der gebürtige Langenfelder in Berlin gelandet. Seine Freundin kommt aus der Hauptstadt, das hilft bei der Orientierung. Bei der Wohnungssuche war hingegen eine ordentliche Portion Glück im Spiel: Der Vermieter seiner neuen Bleibe in Friedrichshain ist ehemaliger Leistungssportler. „Da passte es von Anfang an“, sagt Wolff glücklich. Und auch der Weg zum Bundesstützpunkt im Sportforum Hohenschönhausen ist mit nur zehn Minuten Bahnfahrt optimal.

„In Münster bin ich fast nur Rad gefahren, das möchte ich hier auch gerne machen – obwohl es etwas gefährlicher ist“, sagt der 29-Jährige mit einem Augenzwinkern. Zu seiner täglichen Trainingsarbeit werden Sichtungen sowie Dienstreisen zu den Stützpunkten und Vereinen in ganz Deutschland hinzukommen. Alles Aufgaben, auf die sich der neue Jugend-Bundestrainer freut. Und was sind seine Ziele? „Ich will das System voranzubringen, gemeinsam Konzepte entwickeln und die Mädels noch besser machen.“

Wie könnte sein nächster Karriereschritt aussehen? Hier bleibt Justin Wolff – wie immer – sehr zurückhaltend und bescheiden. „Ich würde erst mal einen Stopp setzen und schätzen, dass fünf bis zehn Jahre nichts Neues kommt.“ Schließlich ist er ja schon auf der höchsten Stelle im deutschen Nachwuchs-Volleyball gelandet. Doch einen weiteren Traum hat der Trainer: die Teilnahme an den Olympischen Spielen. Und eines ist sicher: Unerreichbar scheint dieses Vorhaben keineswegs zu sein.

Justin Wolff

Laufbahn: Seit seinem 13. Lebensjahr ist Justin Wolff Mitglied der TSG Solingen und den daraus hervorgegangenen Solingen Volleys. Als Spieler (Libero) kam er zu einigen Zweitliga-Einsätzen. Als Co-Trainer schaffte er gemeinsam mit Bernd Werscheck 2015 den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Im Verein war er zudem für den weiblichen Nachwuchs verantwortlich. Früher stand Wolff außerdemdem im Handball-Tor des Ohligser TV.

Kontakt nach Solingen: Mit Christian Haas, Trainer der Oberliga-Männer der Solingen Volleys, verbindet Justin Wolff eine gute Freundschaft. So ist er auch bestens über die Geschehnisse des ehemaligen Erstligisten informiert. „Es ist schon schade und traurig, wie zuletzt alles gelaufen ist“, sagt Wolff zum Rückzug der ersten Mannschaft aus der Regionalliga.

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