Fußball

Der neue König darf endlich regieren

Das Trainer-Team des VfB, v. l.: Necati Ebrem, Sascha Riemer, Rossi Tilaro, Willi Fichner und Erdim Soysal. Foto: Kurt Kosler
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Das Trainer-Team des VfB, v. l.: Necati Ebrem, Sascha Riemer, Rossi Tilaro, Willi Fichner und Erdim Soysal.

Fußball-Landesligist setzt auf Trainer-Team um Rückkehrer Necati Ebrem.

Von Timo Lemmer

Necati Ebrem ist so etwas wie der König ohne Land. Der Fußball-Trainer ist mittlerweile seit Monaten beim VfB Solingen, ackert – aber seit er da ist, finden schlicht keine Spiele statt. Seit der zweiten März-Woche dauert diese schwierige Phase schon an, als Ebrem für André Springob geholt wurde. Der 56-Jährige hätte es ab seiner Verpflichtung gerne allen beweisen wollen. Er, der Retter, er hat es noch drauf. Doch aus der sportlichen Rettung des VfB Solingen in der Landesliga wurde nichts. Gerade einmal zwei Trainingseinheiten unter Ebrem waren absolviert, da wurde die Saison abgebrochen.

Wenn es am 6. September in der Landesliga endlich losgehen soll, dann wird der VfB 182 Tage, nahezu sechs Monate, kein Pflichtspiel bestritten haben. Als Fußball-Enthusiast nervt es Ebrem, dass unter ihm nicht mehr gespielt werden konnte. Er ist weiterhin davon überzeugt, dass man den Karren noch aus dem Dreck gezogen hätte. Darin steckte der VfB tief: Ebrem hatte gesehen, wie sehr die Elf in Moral und Nerven am Boden lag. Die Truppe knackte in den Ebrem-Einheiten gerade einmal die Spielfähigkeit. „Ich kenne solche Situationen“, sagt Ebrem heute, „und zwar schlimmere. Wir hätten es geschafft.“

„Alleine schaffe ich sowieso nichts. Es geht nur zusammen.“

Necati Ebrem, VfB-Trainer

Immerhin: In absehbarer Zeit ist Ebrem dann nicht mehr der König ohne Land. Sondern der Cheftrainer eines Sechstligisten, der es allen beweisen möchte – das gilt für den Trainer und die Mannschaft. Die Mannschaft, weil extern die meisten behaupten: „Ohne Abbruch wäre der VfB abgestiegen!“ Und der Trainer, weil der Ruf lautet: „Ebrem, der kann nur Retter!“ Sagen, dass er das Gegenteil beweisen will, das würde der neue Hauptprotagonist am Bavert so nie. Ebrem, der von außen durch seine durchdringende Stimme und die klaren Anweisungen vielleicht hart wirkt, ist Teamplayer durch und durch, den Spielern zugewandt. Er ist eine Vaterfigur, mal streng, immer fair und schützend, wenn die Spieler genügend Leidenschaft entgegenbringen. „Alleine schaffe ich sowieso nichts“, sagt er, „es geht nur zusammen. Der Trainer ist nur ein Punkt von vielen.“

Für den VfB könnte Ebrem aber ein ganz entscheidender werden, da er die Spieler packen kann. Im Februar 2017, als Ebrem einmal mehr nervenaufreibende Monate bei der Union erlebt hatte, war der Trainer müde und tief erschöpft abgetreten. Zwei Jahre habe er keine Lust auf Fußball gehabt, sagt er: „Und das als Fußball-Verrückter.“ Das ist jetzt wieder anders. Erste Anfragen lehnte er ab, da Ebrem in Solingen arbeiten wollte. Der Klingenstadt-Fokus ist ihm, der fußläufig vom Bavert wohnt, ohnehin wichtig – auch im Kader. Ebrem baut auf die Mannschaft und den aktiven Vorstand – sowie auf seine Kollegen.

Neben Urgestein Rossi Tilaro und Torwarttrainer Sascha Riemer, der in seine zweite Saison geht, sind Betreuer Willi Fichner und Co-Trainer Erdim Soysal neu. Dem 37-jährigen Soysal kommt eine ganz entscheidende Rolle bei. Nach fünf Jahren beim Nachwuchs und zwei Jahren als Co-Trainer des BV Gräfrath ist es nicht zuletzt ihm zu verdanken, dass junge Spieler – häufig mit VfB-Vergangenheit – am Bavert gelandet sind. Soysal hat den Solinger Jugendbereich jahrelang studiert: „In den nächsten Jahren kommen viele gute Spieler raus. Neben Naci waren zwei Gründe für meinen Wechsel wichtig: Ich kann meine B-Lizenz machen, und wir haben alle gemeinsam den Wert auf Jugendspieler festgelegt.“

Vorbereitung

Auftakt: Nach anderthalb Wochen Training beginnt der VfB Solingen in dieser Woche mit seiner Testspiel-Serie. Bis zum Landesliga-Saisonauftakt am ersten September-Wochenende sollen mindestens sieben Freundschaftsspiele absolviert werden.

Testspiele: Am Dienstagabend geht es um 19 Uhr gegen die Sportfreunde Baumberg 2 los. Alle Spiele finden am Bavert statt, einzige Ausnahme ist der Auftritt beim VfL Benrath am 2. August um 15 Uhr. Danach gibt es folgende Begegnungen in Solingen: am 9. August gegen HSV Langenfeld und am 16. August gegen den FC Monheim 2 jeweils um 15.30 Uhr. Dann folgt ein Dienstagabend-Spiel, wenn am 18. August um 19.30 Uhr der Düsseldorfer Oberligist SC West zu Gast ist. Am 23. August gegen den SC Sonnborn sowie am 30. August gegen den TSV Solingen wird dann wieder um 15.30 Uhr zum Test angestoßen.

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