Eiskunstlaufen

In der Natur kann Stephanie von der Thüsen entspannen

Stephanie von der Thüsen hat die zurückliegenden schönen Wochen bestens zur Entspannung im Freien nutzen können, Lesen gehört zu ihren Hobbys – ihr Name ist in der Klingenstadt untrennbar mit dem Eiskunstlaufen auf hohem Niveau verbunden. Foto: Joachim von der Thüsen
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Stephanie von der Thüsen hat die zurückliegenden schönen Wochen bestens zur Entspannung im Freien nutzen können, Lesen gehört zu ihren Hobbys – ihr Name ist in der Klingenstadt untrennbar mit dem Eiskunstlaufen auf hohem Niveau verbunden.

Die langjährige Trainerin der STB-Eiskunstlaufabteilung und Ex-Spitzensportlerin plaudert über das „Jetzt“ und „Früher“.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Ihr wöchentlicher Yoga-Kurs ist Stephanie von der Thüsen eigentlich heilig. Aber nach einer vierstündigen Wanderung („Ich nehme gerade meinen Resturlaub“) mit einer Freundin bei schönem Wetter gönnte sich die nach wie vor gut trainierte Sportlerin dann doch lieber einen freien Abend. „Für heute reicht es“, sagte sie gut gelaunt und erzählte begeistert von Wisenten im Neandertal, die sie unterwegs gesehen hat und von lauschigen Wald- und Wiesenwegen. „Ich liebe es, in der Natur zu sein, da entspanne ich so richtig“, sagt sie.

Zeit also, in Ruhe zu plaudern und die Gedanken vom „Jetzt“ zum „Früher“ zu schicken. Und schnell spürt man, dass die ehemalige Spitzensportlerin im Eislaufen mit beidem in innerem Seelenfrieden lebt. Als engagierte Trainerin der STB-Eissterne, leidenschaftliche Team-Playerin mit den sechs Kolleginnen dort und detailverliebte Organisatorin des vorweihnachtlichen „Eiszaubers“ steht die 38-Jährige nach wie vor gerne auf Schlittschuh-Kufen. Es mache ihr Riesenspaß, einerseits Talente zu entdecken und zu fördern sowie bei eislaufbegeisterten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen diese Freude zu mehren, sagt sie.

Per Zufall zur Trainer-Lizenz

Und dass, obwohl sie in ihrer Zeit als Aktiv-Sportlerin ein künftiges Trainerleben für sich ausgeschlossen hatte. „Die Trainer-C-Lizenz sollte sozusagen nur der offizielle Punkt hinter meiner Karriere sein, nicht mehr und nicht weniger“, erinnert sie sich. Aber dann wollte es der Zufall, dass für ein STB-Sommer-Trainingslager der Schlittschuh-Abteilung Helfer gesucht wurden. „Da bin ich mitgefahren und war danach so drin und so angesteckt von dem schönen Miteinander der Trainer und ihrem Engagement für die Eis-Kids, dass ich im darauffolgenden Herbst meine erste Übungsgruppe übernommen habe.“ Die Sache mit den B- und A-Lizenzen war eine spontane Gemeinschaftsidee von bundesweiten ehemaligen Sport-Kolleginnen und Kollegen. „Du machst doch auch mit?“ hatte es geheißen – und natürlich machte die Solingerin mit, und nahm die fachlich zertifizierte Kompetenz ebenso mit wie bleibende Erinnerungen.

„Alleine die viele Hin- und Her-Fahrerei war der Wahnsinn.“

Stephanie von der Thüsen

Ihr Element: das Eis. Sogar Olympia war im Visier.

Folglich könnte Stephanie von der Thüsen heute Meisterklassen für Olympia trainieren – ist aber beim STB rundum glücklich. Im Laufe der Jahre sei der Breitensport für sie immer wichtiger geworden als der Hochleistungssport, sagt sie. „Da bin ich einen inneren Weg gegangen. Der Leistungssport war eine tolle Zeit, die ich auch nicht missen möchte.“ Mehr denn je fühlt sie sich in ihrem „Brot- und Butter“-Beruf als Medienberaterin zu Hause. Viele Jahre hat sie die Inhouse Grafik in einer Firma geleitet und genießt nun die weltweiten Begegnungen und Netze bis nach Hongkong, die sie als Projektmanagerin pflegt.

„Ein Team muss funktionieren.“ Dass es beim STB längst nicht mehr die hierarchische Struktur eines „Chef-Trainers“ mit „Unter-Trainern“ gibt, sondern dass sich die sieben Übungsleiterinnen auf Augenhöhe anschauen, ist ihr sehr wichtig. So sehr sie das Eis liebte und immer noch liebt – mit Anfang 20 stand fest, dass sie nicht auf die Profi-Seite wechseln würde. „Das war nichts für mich, und damals galt man als Läuferin mit Mitte 20 zum alten Eisen, also war klar, da kommt jetzt ein Bruch und ein Wechsel in ganz neue Gefilde, die Medienberatung.“

Wie hatte es aber eigentlich angefangen mit dem Eislaufen und wann war klar, dass das mehr sein würde als ein „normales“ Hobby? Ein Ausflug mit ihrem Widderter Kindergarten hatte die dreieinhalbjährige „Steffi“ Blut lecken lassen. Schon bei diesem ersten Mal hatte sie die spiegelnde Eisfläche als „ihre Element“ entdeckt und kurzerhand das „blöde Hütchen“, das die Kleinen zur Sicherheit vor sich herschieben sollten, weggestellt und hatte das Gleiten auf den dünnen Kufen genossen bis ins Mark. Ihre Eltern hätten dieser aufgeflammten Leidenschaft nicht viel entgegenzuhalten gehabt – eine Anmeldung beim STB in der Schlittschuh-Abteilung war die konsequente Folge.

Ihr Talent wurde schnell erkannt und gefördert, die sportlichen Erfolge für die zielstrebige und ehrgeizige Schwertstraßen-Schülerin wurden mehr – es ging von Solingen in die Leistungszentren nach Leverkusen, Köln, Essen und schließlich auf Bundesebene nach Dortmund. Sie sei ihren Eltern riesig dankbar für die uneigennützige Unterstützung auf der ganzen Linie, betont Stephanie nachdrücklich und aus tiefem Herzen. „Alleine die viele Hin- und Her-Fahrerei war der Wahnsinn.“ Nach dem Abi konzentrierte sie sich ein Jahr lang ausschließlich auf ihren Sport – und dann kam der Cut, das „Abtrainieren“. Heute ist der Job beim STB ein geliebtes Hobby, neben Lesen, wandern, radeln, joggen, mitunter golfen, Freunde treffen und der Zuwendung zu Kater „Uncle Sam“, der sie seit 17 Jahren durchs Leben begleitet.

Sechsmal in Folge wurde sie NRW-Landesmeisterin, zweiter Platz beim deutschen Nachwuchs, dritter Rang der deutschen Jugend, Fünfte bei der Deutschen Meisterschaft – eine tolle Bilanz. Teilnahme an mehreren internationalen Grand Prix und ein Beinahe-Einsatz bei den Olympischen Spielen in Nagano 1998; in diesem Jahr und 2000 wurde sie von den ST-Lesern zur Sportlerin des Jahres gewählt.

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