Handball

Mit dem elften Sieg Platz eins festigen

Die formstarke Hannah Kamp und der HSV einigten sich auf einen neuen Vertrag bis Juni 2023. Foto: Lars Breitzke
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Die formstarke Hannah Kamp und der HSV einigten sich auf einen neuen Vertrag bis Juni 2023.

2. Handball-Bundesliga: Der HSV Solingen-Gräfrath spielt am Samstag gegen Ketsch.

Der Weg des HSV Solingen-Gräfrath vom Tabellenende an die Spitze der 2. Bundesliga ist mehr als außergewöhnlich. Die Spielzeit 2020/21 war schon überragend. Kein Außenstehender hatte mit dem fünften Platz gerechnet. Offenbar hatten Trainerin Kerstin Recken–thäler und Stefan Bögel bei der Kaderzusammenstellung exakt auf die richtigen Pferde gesetzt – sportlich wie charakterlich. Die Mannschaft funktioniert. Und: „Wir trainieren deutlich mehr als die meisten anderen“, sagt Bögel. Er ist der Kümmerer und Macher in einer Person. Wenn Not am Mann ist, steht der Geschäftsführer der Frauenpower Spielbetriebs-GmbH auch an den Spieltagen am Würstchengrill, an der Kasse oder hinter dem Biertresen. Ansonsten hat er dafür gesorgt, dass vieles besser wurde rund um die Mannschaft. Zum Beispiel die medizinische Versorgung, die auch eine Ernährungsberatung umfasst. Bögel: „Dafür bin ich der Helios-Klinik sehr dankbar.“

Unser Ziel ist Platz eins bis vier.

HSV-Manager Stefan Bögel

Wenn der HSV am Samstag – Anwurf ist um 18.15 Uhr in der Klingenhalle – sein elftes Saisonspiel gegen die auf Platz fünf notierten Kurpfalz Bären aus Ketsch für sich entscheidet, nimmt er die Tabellenführung mit ins neue Jahr, bevor es am 8. Januar zum Aufeinandertreffen mit dem aktuell punktgleichen VfL Waiblingen kommt. „Ketsch wird eine harte Nuss“, sagt Erfolgstrainerin Reckenthäler, deren Ablauf an den Heimspiel-Tagen komplett durchstrukturiert ist: „Ich bin dann total fokussiert, der Ablauf ist immer gleich.“

Mit 21 Pluspunkten und der Tabellenführung im Rücken stellt sich auch die Frage, in welcher Liga der HSV 2022/23 spielt. „Es würde mich schon sehr überraschen, wenn es Göppingen nicht als Erster schafft“, meint Bögel. „Das ist die stärkste Mannschaft.“ Und der HSV? „Unser Ziel ist Platz eins bis vier“, ergänzt Bögel. „Also besser als letztes Jahr.“ Und er stellt klar: „Der Verein wird nicht regulierend auf die Mannschaft einwirken, um einen möglichen direkten Aufstieg oder die Relegation gegen den Erstliga-Vorletzten zu verhindern.“ Soll heißen: Absichtlich verlieren gibt es nicht.

Auch den „Meenzer Dynamites“ wurde am vergangenen Samstag gezeigt, was mit Einsatz und Einstellung alles möglich ist. Die Gastgeberinnen hatten der Gräfrather Überlegenheit nichts entgegenzusetzen. Das 37:18 war beinahe noch gnädig für Mainz. „Ich hoffe auf eine gut gefüllte Klingenhalle und somit einen würdigen Rahmen für die Mannschaft“, sagt Bögel. Dass der Bergische HC am gleichen Abend gegen den SC Magdeburg spielt, findet er zwar schade. „Aber das Spiel ist ja in Düsseldorf. Ich gehe davon aus, dass deshalb einige BHC-Fans lieber zu uns in die Klingenhalle kommen.“

Personell ist fast alles in Butter aus HSV-Sicht. Merit Müller muss allerdings wie bereits in Mainz passen. Sie wurde prima zunächst von Hannah Kamp vertreten, später von Jule Polsz. Hannah Kamp hat derweil ihren Vertrag um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, auch einer Verletzung geschuldet, hat sich die 22 Jahre alte Linkshänderin, die in der Jugend bereits mit Top-Torjägerin Vanessa Brandt zusammengespielt hat, kontinuierlich gesteigert. Auf sie wird eine wichtige Rolle gegen Ketsch zukommen, da der Gegner laut Reckenthäler eine „rattige 5:1-Deckung“ bevorzugt. Gegen solch eine Formation kommt es oft auch darauf an, dass die Außenspielerinnen im richtigen Moment einlaufen – damit der außergewöhnliche HSV Solingen-Gräfrath auch am Samstagabend gegen 19.30 Uhr noch an der Spitze der Zweitliga-Tabelle steht.

Karten: An der Abendkasse und im Internet. Einlass nach 2G-Regel.

solingen-live.de

Frauen-Oberliga

Heimspiel: Drei Siege und sechs Niederlagen stehen bei der HSV-Zweiten zu Buche – das Polster auf Abstiegsplatz 13 beträgt vier Punkte. Alexander Braun ist verhalten optimistisch, dass am Sonntag gegen den SV Straelen der Vorsprung ausgebaut wird. „Zuhause mit Harz haben wir meistens gut gespielt“, sagt der Trainer. Das Ziel sei es, mit Tempospiel die knackige 6:0-Deckung des Gegners zu überlisten.

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