Handball

Mit Abstand die Besten im Westen

Emotional immer bei 100 Prozent, sportlich auch: Natascha Krückemeier. Die HSV-Torhüterin hat großen Anteil am Höhenflug, der am Samstag beim starken Neuling Regebensburg fortgesetzt werden soll. Foto:
+
Emotional immer bei 100 Prozent, sportlich auch: Natascha Krückemeier. Die HSV-Torhüterin hat großen Anteil am Höhenflug, der am Samstag beim starken Neuling Regebensburg fortgesetzt werden soll.

Frauenhandball, 2. Bundesliga: HSV Solingen-Gräfrath schlägt Lintfort souverän

Von Lutz Clauberg

Vier Mannschaften aus Nordrhein-Westfalen mischen mit in der 2. Liga. Spätestens seit Samstagabend steht fest: Die Besten im Westen sind die Handballerinnen des HSV Solingen-Gräfrath. Dem haushohen und absolut überzeugenden 32:20 gegen den Vorletzten TVB Wuppertal und dem äußerst mühsamen 30:29 gegen das tapfere Schlusslicht TV Aldekerk ließ der Tabellenzweite den dritten Niederrhein-Derbysieg folgen. Mit dem 26:19 (14:10) war der auf Platz zehn notierte Tus Lintfort sogar noch gut bedient.

„Natascha Krückemeier ist eine Instinkt-Handballerin.“

Trainerin Kerstin Reckenthäler

Wer nämlich gegen den HSV gewinnen möchte, der muss Emotionen ins Spiel bringen. Jederzeit dagegenhalten. Zweikämpfe entscheiden, um Überzahlsituationen zu kreieren. „Lintfort hat auf einem emotional erstaunlich niedrigen Niveau agiert“, stellte Kerstin Reckenthäler fest. Auf die Auslösehandlungen des eigentlich recht gut bestückten Gegners war der HSV wie immer bestens vorbereitet. Tatsächlich gelang dem Gegner auch das ein oder prima herausgespielte Tor, aber die meisten Würfe waren sichere Beute von Natascha Krückemeier. „Sie ist eine Instinkt-Handballerin“, freute sich die HSV-Trainerin über eine erneut überragende Vorstellung ihrer klaren Nummer Eins zwischen den Pfosten. „Taschi“ lebt auch von der herausragenden Arbeit des Innenblocks Carina Senel/Mandy Reinarz mit den ebenfalls überzeugenden Halben Cassandra Nanfack und Vanessa Brandt, Die offensiv ausgelegte und knallhart zupackende 6:0-Formation hat das primäre Ziel, sehr wenige Würfe zuzulassen – und wenn doch, dann meist in Bedrängnis. „Nur 19 Gegentore gegen Lintfort, das ist schon stark“, lobte Recken-thäler Torhüterin und Abwehrverbund gleichermaßen. Interessant: Der HSV deckt fair. In der Sünder-Datei taucht erst an 31. Stelle mit Franziska Penz eine Gräfratherin auf.

Mit der selbstbewussten Natascha Krückemeier im Tor und der starken Defensive als Faustpfand sahen die 250 Zuschauer in der Klingenhalle eine sehr einseitige zweite Halbzeit. Lintfort spielte dem HSV mit sehr vielen leichten Fehlern auf dem Weg nach vorne in die Karten. Zwischendurch streute Vanessa Brandt immer wieder ein paar Gewaltwürfe ein, wenngleich ihre Quote auch schon besser war. 16 Würfe und „nur“ sieben Tore – das kann die Top-Torjägerin besser. Mandy Reinarz setzte sich als torgefährliche Spielmacherin häufig super in Szene. Beide Rechtsaußen – Hannah Kamp und Merit Müller – machten mit kompromisslosen Würfen ebenfalls einen Top-Job. Im Nu stand es 23:15 (48. Minute), kurz zuvor bekam Natascha Krückemeier noch einmal Sonderapplaus. Den sechsten Lintforter Treffer hatte Maxime Drent per Strafwurf-Heber nämlich in der 16. Minute markiert. Krückemeier provozierte in der 46. Minute erneut einen Heber der Niederländerin vom Punkt, roch den Braten aber wie geplant und durfte sich feiern lassen.

Der einzige Heimsieg am zehnten Zweitliga-Spieltag war also unangefochten. Auszusetzen gab es wenig. Nicht zufrieden war Luca Tesche. „Das ist nicht schlimm. Sie hat schon oft als Joker funktioniert, dieses Mal eben nicht“, meinte ihre Trainerin. Lara Karathanassis’ Meisterschafts-Comeback fiel auch in die Rubrik unglücklich.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck, Gün (nicht eingesetzt = n. e.); Brandt (7, 3), Reinarz (6, 1), Nanfack (4, 1), Kamp (3), Müller (2), Penz (2), Senel (2), Tesche, Weyh, Karathanassis, Jörgens, Clauberg (n. e.)

2. Bundesliga

DHB-Pokal: HSV-Bezwinger Thüringer HC, am Samstag in der Meisterschaft Union Halle-Neustadt mit 23:26 unterlegen, trifft im Pokal-Viertelfinale auf den VfL Waiblingen.

DHB-Nominierung: Lucy Jörgens nimmt an einem Lehrgang der U19/20 Nationalmannschaft teil: zwischen dem 29. November und dem 3. Dezember in Frankfurt. Den September-Lehrgang in Hennef musste die 19 Jahre alte Linksaußen verletzungsbedingt absagen. Gegen Lintfort kam sie in der Schlussphase zum Einsatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Bergische B-Jugend verpasst das Final Four
Bergische B-Jugend verpasst das Final Four
Bergische B-Jugend verpasst das Final Four
Sahin: „Hier hat sich vieles geändert“
Sahin: „Hier hat sich vieles geändert“
Sahin: „Hier hat sich vieles geändert“
SLC bekommt goldene Vereinsplakette
SLC bekommt goldene Vereinsplakette
SLC bekommt goldene Vereinsplakette
2G-Regel fordert Solinger Vereine
2G-Regel fordert Solinger Vereine
2G-Regel fordert Solinger Vereine

Kommentare