Türchen 21

Adventskalender: Mit 48 Jahren soll zum ersten Mal die Null stehen

Sabine Naßenstein und das Trikot mit der Nummer 21 sind seit mehr als 25 Jahren fest miteinander verbunden.Foto: Rossi Stockem
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Sabine Naßenstein und das Trikot mit der Nummer 21 sind seit mehr als 25 Jahren fest miteinander verbunden.Foto: Rossi Stockem

Türchen Nummer 21 im Adventskalender des ST-Sports mit Handballerin Sabine Naßenstein.

Von Thomas Rademacher

Eigentlich hatte Sabine Naßenstein ihre Handballschuhe schon ein paarmal an den Nagel gehängt. „Aber dann hat es sich doch immer wieder ergeben, dass ich ins Tor gegangen bin“, sagt die Schlussfrau von Oberligist Bergischer HC, mit dem sie derzeit verlustpunktfrei auf dem ersten Platz steht und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in die Regionalliga aufsteigen wird. Ob sie eine weitere Saison dranhängt? „Ich habe meine 80-prozentige Zusage gegeben“, sagt sie mit dem Verweis darauf, dass es sich um eine Familienentscheidung handele. Unstrittig ist, dass sie der Mannschaft trotz ihres bereits reifen Sportleralters weiterhin helfen kann.

Türchen 21.

Kürzlich hat Naßenstein ihren 48. Geburtstag gefeiert. Ihre Qualitäten zwischen den Pfosten sind aber nach wie vor hoch. Noch nie gehörte sie zu den athletischsten Spielerinnen, doch sie fiel immer durch eine unheimliche Schnelligkeit auf. „Die blitzt vielleicht nur noch hin und wieder auf, aber vieles mache ich auch durch Erfahrung wett“, sagt die Torhüterin, die 2009 mit dem HSV Solingen-Gräfrath die Westdeutsche Meisterschaft feierte. Auch damals gehörte sie schon zu den Routiniers. Sie blieb dem Verein noch einige Jahre treu, schloss sich dann dem TB Wülfrath an, mit dem sie zwei Aufstiege bis in die 3. Liga schaffte. „Der Aufwand wurde mir dann zu groß, so dass ich zum ersten Mal wirklich aufgehört habe. 2018 müsste das gewesen sein“, blickt sie zurück.

Dem Handball aber blieb sie verbunden. Da so viele ihrer ehemaligen HSV-Mitspielerinnen inzwischen beim BHC angeheuert hatten, besuchte sie regelmäßig die Begegnungen. „Und vor der Verbandsliga-Saison hat mich Trainer Lars Faßbender dann gefragt, ob ich noch mal Lust habe“, sagt sie. Der Rest ist Geschichte: Es folgte der Aufstieg in die Oberliga, eine coronabedingte Saisonabsage und nun der erste Tabellenplatz mit 20:0-Punkten. „Ich habe ja schon einiges erlebt, aber einen Aufstieg ohne Punktverlust noch nicht. Die Null stehen zu lassen, sehe ich schon als großes Ziel“, findet Naßenstein.

Gemeinsam mit Ina Federschmidt bildet sie das Gespann zwischen den Pfosten. Das Duo trennt 29 Lebensjahre. So sind die Rollen klar verteilt. „Ich unterstütze sie, wo ich kann. Bei uns gibt es keinen Streit, wenn jemand auf der Bank sitzen muss“, erläutert die Torhüterin, die erst als 13-Jährige mit dem Handball beim TV Heiligenhaus begann. „Als ich bei einem Aufwärmspielchen einige Siebenmeter hintereinander gehalten hatte, stand fest: Ich muss ins Tor. Da bin ich nie wieder rausgekommen“, sagt sie lachend. Damals trug sie – ohne die Wahl zu haben – die Nummer 12. Mit dem Sprung zu den Senioren fielen die Vorgaben weg. „Ich habe die Ziffern einfach umgedreht. Einen besonderen Grund hatte das gar nicht“, sagt die Wahl-Düsseldorferin.

Doch seitdem ist ihr die 21 ans Herz gewachsen. Ob in Homberg, Angermund, beim TV Beyeröhde Wuppertal in der 2. Liga, dem HSV, in Wülfrath oder nun beim BHC: Naßenstein spielte nur noch mit der Nummer 21. „Ein bisschen abergläubisch wird man dann schon. Es ist jetzt meine Zahl.“ Sogar Tochter Jule eifert ihrer Mutter diesbezüglich nach. Die 17-Jährige spielt zwar nicht Handball, hat sich als Fußball-Torhüterin des SV Wersten 04 aber auch bewusst für die 21 entschieden.

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