Fußball

Melina Hamm: Wie der Vater, so die Tochter

Mit dem Ball am Fuß fühlt sich Melina Hamm wohl. Die Aufderhöherin hat die Technik von ihrem Papa geerbt und mit taktischer Raffinesse kombiniert. Foto: Christian Beier
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Mit dem Ball am Fuß fühlt sich Melina Hamm wohl. Die Aufderhöherin hat die Technik von ihrem Papa geerbt und mit taktischer Raffinesse kombiniert.

Die Aufderhöher Fußballerin nimmt eine tolle Entwicklung und spielt in der U17 von Bayer Leverkusen.

Als leidenschaftliche Fußballfans hatten sie bis vor kurzem viel Spaß an ihrer Mannschaft. Wenn Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga oder auf internationaler Ebene marschiert, geht im Hause Hamm die Post ab. Vater Jürgen (52), Sohn Jonathan (18) und Tochter Melina (16) zelebrieren jeden Auftritt der Fohlen gemeinsam und fiebern am heimischen Bildschirm mit. Ähnlich viel Spaß hat das Familienoberhaupt auch an der sportlichen Entwicklung seiner Kinder. Während Jonathan Hamm im Radsport unterwegs ist, macht Melina Hamm als Fußballerin ihren Weg, trägt seit 2018 das Trikot von Bayer Leverkusen und tritt damit ein Stück weit in die Fußstapfen ihres Papas.

„Da musste ich mir erst einmal Respekt verschaffen.“

Melina Hamm über ihre Anfänge in einer Jungen-Mannschaft

Denn auch Jürgen Hamm war ein begeisterter und durchaus talentierter Fußballer. Beim TSV, damals noch Aufderhöhe, spielte er von der D-Jugend an und folgte seinem Trainer Uwe Tank nur mal für drei Jahre zum BV Gräfrath. Seine Schuhe hing der wuselige Mittelfeldspieler, der immer schwer vom Ball zu trennen war, mit Mitte 30 an den Nagel. „Melina ist aber deutlich besser, als ich es jemals war“, sagt Jürgen Hamm lächelnd. Mit seiner Technik hatte er die Gegenspieler in Bezirks- oder Kreisliga auch zu nerven gewusst. Seine Tochter kombiniere dies aber noch mit weiteren Fähigkeiten: „Sie hat einen starken Schuss und durchschaut ein Spiel unheimlich gut.“

An ihre Anfänge kann sich die 16-Jährige noch genau erinnern. Parallel zum Fußball beim TSV spielte sie dort zunächst auch noch Hockey, musste sich dann aber für eine Sportart entscheiden. Was ihr nicht wirklich schwerfiel: „Beim Hockey haben wir zum Aufwärmen immer Fußball gespielt. Irgendwann habe ich gemerkt, dass mir das eigentlich am meisten Spaß gemacht hat.“ So konzentrierte sie sich auf den TSV, wo sie als einziges Mädchen ausschließlich mit Jungs kickte. Melina Hamm: „Da musste ich mir erst einmal Respekt verschaffen.“

Jürgen Hamm ist verdammt stolz auf seine Tochter Melina, die er mit großer Begeisterung in allen Lebenslagen unterstützt.

Lange dauerte dieser Prozess aber nicht. Schnell wurde ihren Teamkollegen klar, was die beidfüßige Fußballerin drauf hat. Auch Axel Pfeifer, damaliger Kreisauswahltrainer, wurde auf Melina Hamm aufmerksam und sagte: „Ich habe selten eine talentiertere Spielerin in Solingen gesehen.“ Klar, dass ihr Weg auch in die Niederrheinauswahl führte und größere Vereine ihre Fühler ausstreckten. „Bayer Leverkusen ist schon früh an uns herangetreten“, erzählt Jürgen Hamm. Ein Wechsel kam für die Familie damals aber noch nicht infrage. Melina Hamm sollte sich erst einmal auf der Höher Heide weiterentwickeln.

2018 war es dann aber soweit. Nach einem Probetraining wechselte die Humboldt-Schülerin zu Bayer in die U15 und fasste sofort Fuß. „Ich bin super aufgenommen worden“, erinnert sie sich. Zunächst galt es aber, sich daran zu gewöhnen, plötzlich nur noch mit Mädchen zusammenzuspielen. Ein gravierender Unterschied ist ihr dabei schnell aufgefallen: „Unter Mädchen läuft alles viel disziplinierter ab. Wenn der Trainer etwas sagt, wird das sofort umgesetzt und nicht noch gequatscht.“ Was, wie sie selbst sagt, aber wohl auch am Verein liegt.

Menschlich und sportlich erlebte die 16-Jährige bei Bayer einen Traum-, körperlich aber einen Albtraumstart. Denn schon Ende Oktober 2018 zog sie sich im Training einen Kreuzbandriss zu. „Das war echt nicht cool.“ So verpasste sie die restliche Saison komplett und hatte Angst, den Sprung in die U17 nicht zu schaffen. Doch die Solingerin kämpfte nach der OP in Berlin für ihr Comeback und konnte sich dank optimalem Rehaverlauf schnell wieder zurückmelden. Zwar musste sich Hamm ihren Stammplatz in der U17 erst einmal zurückerobern, spätestens zur aktuell unterbrochenen Saison in der B-Juniorinnen-Bundesliga hatte sie diesen aber wieder.

Abgeschlossen soll ihre Entwicklung damit aber noch lange nicht sein. „So hoch wie möglich“ möchte Melina Hamm mal spielen. Dafür hat sie schon jetzt einen klaren Plan im Kopf. Nach dem Abi im nächsten Jahr möchte die Solingerin in den USA studieren und dies nach Möglichkeit durch den Fußball finanzieren. Und auch an Vorbildern mangelt es ihr nicht. Wer jetzt an Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo denkt, der irrt. „Florian Neuhaus und Jonas Hofmann“, sagt Melina Hamm. Sie ist eben ein leidenschaftlicher Gladbach-Fan.

Leidenschaft

Neben dem Fußball hat Melina Hamm auch ein Faible fürs Klavierspielen, womit sie bereits im Alter von fünf Jahren begonnen hat. Mittlerweile komponiert die Solingerin sogar Lieder, meistens in Form von Film-Musik. Gerne würde sie dies auch mit dem Studium in den USA vertiefen, die Tendenz geht aber eher in Richtung „Business“.

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