Mein Blick auf die Woche im Sport in Solingen

Spielabbruch: In jedem Fall bleibt ein fader Beigeschmack

thomas.rademacher @solinger-tageblatt.de
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Beleidigungen haben im Sport nichts zu suchen, da ist sich ST-Sportredakteur Thomas Rademacher sicher. Dennoch hätten die Spieler des 1. FC Monheim II klüger handeln können.

Solingen. Was sich in der vierten Minute der Nachspielzeit zwischen dem 1. FC Monheim II und der 1. Spvg. Wald 03 abspielte, braucht wahrlich kein Mensch. Unmittelbar nachdem die Solinger zum entscheidenden 5:3 getroffen hatten, verließen die Monheimer das Feld. Es soll in dem Fußballspiel zu rassistischen Beleidigungen aus dem Zuschauerraum gekommen sein. „Klare Kante“ nannte der FCM den dadurch erzwungenen Abbruch auf seiner Facebook-Seite.

Nun, so klar ist die Kante auch wieder nicht. Aber der Reihe nach: Trainer Michael Will sprach gegenüber dem ST von mehreren Vorfällen während des Spiels und einem seiner Fußballer, der „mental völlig erledigt“ in der Kabine gesessen habe. Was genau von wem gesagt worden ist, wird sich gewiss auch nicht in der Verhandlung vor der Bezirksspruchkammer herausstellen. Es wird – wie immer bei solchen Vorgängen – völlig konträre Darstellungen geben, so dass letztlich auf das Wort des Schiedsrichters vertraut werden muss. Hat dieser solche Beleidigungen wahrgenommen, hat Wald 03 nicht nur sportlich ein Problem. Ist dies nicht der Fall, muss sich die Sportvereinigung um den Erhalt der Punkte wohl keine ernsthaften Sorgen machen.

Völlig losgelöst vom Ausgang des Verfahrens bleibt der Vorwurf natürlich irgendwie dennoch im Raum stehen. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas bei Fußballspielen passiert sein soll. Es wird auch nicht das letzte Mal sein. Man muss es eigentlich nicht extra betonen, aber Beleidigungen jedweder Art haben im Sport natürlich nichts zu suchen. Was auch immer sich der betroffene Spieler vom wem auch immer anhören musste, das dazu geführt hat, dass es ihn psychisch angefasst hat, ist eine Schande für das Fair-Play.

In diesem konkreten Fall gibt es zwei Probleme. Das erste ist das übliche bei Spielen ohne Fernsehkameras. Beweise sind schwierig zu sichern, und die Schilderungen aller Beteiligten sind gegensätzlich. Dass dabei irgendwer lügt, wird inzwischen allgemein als Normalität abgetan. Darüber sollte man sich übrigens auch einmal Gedanken machen. Das zweite Problem ist der Zeitpunkt des Verlassen des Feldes. Wenn es doch darum geht, ein starkes Signal zu setzen, beziehungsweise „klare Kante“ zu zeigen, darf man doch nicht genau in dem Moment den Abbruch erzwingen, in dem man als sportlicher Verlierer feststeht. Ein starkes Signal wäre etwa ein Abgang vom Feld nach dem 3:4-Anschlusstreffer gewesen. So aber bleibt bei jedem Ausgang des Spruchkammer-Verfahrens ein fader Beigeschmack.

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