Mein Blick auf die Woche im Sport

Die drei Baustellen im bergischen Profihandball

thomas.rademacher @solinger-tageblatt.de
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Die Ereignisse rund um den Profihandball im Bergischen Land haben sich in dieser Woche mal wieder überschlagen. Wieso? Das weiß ST-Sportredakteur Thomas Rademacher.

Solingen. Zuerst verlor der Bergische HC mit 15 Toren Unterschied in Berlin, dann stellte die Stadt die Machbarkeitsstudie zur geplanten Arena offiziell vor, und nun kommen die nächsten Corona-Auflagen, die beim BHC-Spiel am Samstag gegen Flensburg in der Unihalle gelten. Ganz nebenbei war zwischendurch auch noch Alfred Gislason zu Gast bei Walbusch. Der Bundestrainer nahm sich Zeit für ein Exklusiv-Interview, ging dann noch in eine Talkrunde mit fünf Nachwuchsspielern des BHC und wirkte dabei komplett tiefenentspannt.

Über die 17:32-Niederlage des BHC in der Hauptstadt sei er auch überrascht gewesen, räumte Gislason ein – und sprach damit wohl vielen aus der Seele. Eine solch deftige Packung traut man dem modernen BHC gar nicht mehr zu. Viel zu stabil treten die Löwen Woche für Woche auf und bringen dabei eines immer auf das Feld: die BHC-DNA, wie sie der Club gerne selbst nennt. Grob gesagt handelt es sich dabei um einen Mix aus Leidenschaft, Kampfbereitschaft und Siegeswille. In Berlin waren zwar Emotionen im Spiel, doch zum Schluss handelte es sich dabei um Frust, was auch auf dem Feld zu erkennen war. Schlechte Leistungen werden die Löwen immer mal wieder haben, doch „Berlin“ sollte sich so schnell nicht wiederholen. Das Team wird wohl am Samstagabend eine Reaktion zeigen – völlig losgelöst vom Resultat gegen den Favoriten aus Flensburg.

Erfreulicher ging es einen Tag später zu, als die Stadtspitze für den Grundsatzbeschluss zum Bau der neuen Arena warb. Am 16. Dezember soll der Rat diesen fassen, und es sieht gut aus, dass dies auch tatsächlich passiert. Tatsächlich ist das Thema unter dem Strich gar nicht so kompliziert: Klingenhalle sanieren oder Arena bauen? Das ist die Frage. Das Zahlenwerk gibt eine eindeutige Antwort, wenn man nicht aus purer Sorge vor Neuerungen an Dingen festhalten möchte, deren Zeit längst vorbei ist.

Und dann gab es wie in der Vorwoche auch im Sport mal wieder ein Corona-Update. Ob es richtig oder falsch ist, die Besucherzahlen in den Hallen und Stadien zu begrenzen, und, ob die neue Maskenpflicht am Sitzplatz bei 2G-Reglement die korrekte Maßnahme ist, soll an dieser Stelle unbewertet bleiben. Was daran stört, ist vielmehr die Tatsache, dass die Entwicklung der Corona-Zahlen von voriger Woche, als die erste Verschärfung kam, bis heute nicht oder kaum zu beeinflussen war. Die Wirksamkeit der Maßnahmen der Vorwoche ist noch nicht ablesbar. So wirkt das Nachschärfen leider wie Aktionismus – oder aus anderer Perspektive betrachtet: Die Entscheidungen dieser Woche hätten schon in der vergangenen getroffen werden müssen.

TOP: HSV-Handballerinnen demontieren Regensburg.

FLOP: Der VfB spielt gut – und verliert, der VfB spielt schlecht – und verliert. Der Abstieg aus der Landesliga ist kaum noch zu verhindern.

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