Fechten

Meier und Bienefeld erhalten Lawrence-Gough-Preis

Dr. Elke Moosbach (l.) und Christine Gough (r.) ehrten Kassian Meier und Maya Bienefeld für ihre Erfolge im Fechten.
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Dr. Elke Moosbach (l.) und Christine Gough (r.) ehrten Kassian Meier und Maya Bienefeld für ihre Erfolge im Fechten.

Im Klingenmuseum werden zwei Degenfechter für ihre Leistungen ausgezeichnet.

Von Thomas Rademacher

Corona war schuld, dass Kassian Meier so lange auf seine Ehrung warten musste. Doch am Donnerstagabend war es im Klingenmuseum soweit. Der 17-Jährige wurde als bester Nachwuchsfechter Solingens mit dem Lawrence-Gough-Preis ausgezeichnet. „Ich freue mich wirklich riesig darüber“, sagt der Sportler und fügt mit Blick auf seinen Trainer leicht scherzhaft an: „Falk Spautz ist manchmal etwas sparsam mit Komplimenten. Da ist es ein tolles Gefühl, wenn man diese Anerkennung von außen bekommt.“ Maya Bienefeld erhielt zudem einen Sonderpreis für den größten Entwicklungssprung.

Eigentlich hätten beide Degenfechter schon viel früher geehrt werden sollen. Nachdem Lisa Marie Löhr den Preis 2019 erhalten hatte, ergab sich durch die Pandemie allerdings nie ein würdiger Rahmen. Durch die begonnene Kooperation des Fechtzentrums (FZ) mit dem Klingenmuseum hat sich dies nun geändert. Während das FZ auf der Klingenmesse Knife im Rahmen der Zusammenarbeit seine Fechtkünste vorführte, lud Museumsleiter Dr. Sixt Wetzler zum Klosterhof ein, um dort die Verleihung des Lawrence-Gough-Preises durchzuführen.

Dr. Sixt Wetzlar (r., mit Daniel Certa) zeigte ein historisches Buch.

In einleitenden Worten betonte Wetzler, wie glücklich er über die Kooperation sei. Zur Feier des Tages präsentierte er ein Fechtbuch aus dem 18. Jahrhundert und dokumentierte damit die große Historie der Sportart. Ein Kapitel ist das von Lawrence Gough, der zu den besten Fechtern Irlands zählte, aber eine bewegende Geschichte inklusive zweier verwehrter Olympia-Teilnahmen erlebt hat.

Im Fechten ist das Geld schnell ausgegeben.

Daniel Certa, FZ-Vorsitzender

In Erinnerung an den Wahl-Solinger, der bis zu seinem Tod 2016 eine Sprachschule betrieb, wurde der Preis zum vierten Mal verliehen. Neben einer Trophäe erhalten die Gewinner eine Prämie in Höhe von 500 Euro (Hauptpreis) beziehungsweise 300 Euro (Entwicklungspreis), die sie zweckgebunden zur Ausübung ihres Sports einsetzen dürfen. „Im Fechten ist das Geld schnell ausgegeben“, sagt FZ-Vorsitzender Daniel Certa und verweist auf das Material, das einen hohen Verschleiß hat. Während Kassian Meier sich bald einen neuen Anzug zulegen möchte, hat Maya Bienefeld bereits neue Schuhe angeschafft.

Die Leistung, mit der Meier die Jury überzeugt hat, liegt bereits eine Weile zurück. In der Saison 2019/20 gewann der Haaner, der die Friedrich-Albert-Lange-Schule besucht, ein internationales Turnier in Heidenheim, das ihm die EM-Teilnahme bescherte. „Das war auch mein größter Erfolg“, sagt Meier, der an das Großereignis jedoch keine so guten Erinnerungen hat. „Da war ich leider krank.“ Trainer Falk Spautz blickt zurück: „Als er sich damals im Flieger neben mich gesetzt hat, wusste ich schon, dass es ein harter Gang sein würde. Wenn er sich so gefühlt hat wie ich mich nach der Ansteckung ein paar Tage später, bin ich erstaunt, dass er es überhaupt auf die Planche geschafft hat.“

Maya Bienefeld hat einen ihrer größten Siege erst am vorigen Wochenende gefeiert. Mit dem Team des Fechtzentrums wurde die Fechterin überraschend Deutsche U17-Meisterin. „Wir sind ohne große Ansprüche nach Rüsselsheim gefahren und kommen plötzlich mit dem Titel zurück. Das war grandios“, sagt die 17-Jährige, die im Einzel Achte wurde.

Zwar steht dieser Erfolg nicht im Zusammenhang mit dem Erhalt des Preises, aber Bienefeld ist glücklich, „dass man die Entwicklung auch von außen sieht“. Es sei eine Sache, Lob des Trainers oder der Eltern zu bekommen, eine andere, wenn es durch eine Jury erfolgt, betont Maya Bienefeld, die ihren Vornamen, der an die berühmte Biene erinnert, nicht zufällig trägt. „Wir hatten ein wenig die Befürchtung, dass unsere Tochter uns irgendwann für die Auswahl verurteilt und ihr sicherheitshalber noch einen zweiten Namen gegeben“, sagt Mutter Sabine lachend und fügt erleichtert hinzu: „Aber sie ist zufrieden.“

Preis

Ehemalige Schüler Lawrence Goughs haben den Förderpreis ins Leben gerufen. Sie zeichnen mit Christine Gough, der Ehefrau des Verstorbenen, die größten Talente aus. Neben Gough gehören zur Jury: Dr. Elke Moosbach, Martin Hückeler, Claus Rogall, Catrin Jerskat und Brigitte Stegen.

Hintergrund: goughpapers.com

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