Minigolf

Markus Büdenbender will das WM-Ticket lösen

Um die Bahn mit einem Schlag spielen zu können, benötigt Markus Büdenbender den richtigen Ball. Eine Auswahl seines Bestands hat der Minigolfer am Platz stets dabei.
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Um die Bahn mit einem Schlag spielen zu können, benötigt Markus Büdenbender den richtigen Ball. Eine Auswahl seines Bestands hat der Minigolfer am Platz stets dabei.

50-jähriger Solinger tritt ab diesem Mittwoch bei der Deutschen Meisterschaft in Osnabrück an.

Von Thomas Rademacher

Bei gutem Wetter erfreut sich Minigolf nach wie vor großer Beliebtheit. Dann geht es kurz nach Feierabend zum Beispiel noch schnell zur Scheider Mühle, an der sich Solingens einziger Beton-Minigolfplatz befindet. Wo seit vielen Jahren Hobbyspieler zum Spaß die 18 Bahnen absolvieren, fanden einst sogar Bundesliga-Wettkämpfe statt. „Diese Zeiten sind längst vorbei“, weiß Markus Büdenbender, der zwar schon lange in Solingen lebt, stets aber in anderen Vereinen gespielt hat. Der 50-Jährige ist Minigolfer aus Leidenschaft. Gäbe es einen Profibereich, gehörte er wohl dazu. „Etwa mein halber Jahresurlaub geht für das Spiel drauf.“ So wie in dieser Woche. Bereits seit vorigem Donnerstag befindet sich Büdenbender in Osnabrück, um sich auf die an diesem Mittwoch beginnende Deutsche Senioren-Meisterschaft vorzubereiten.

Markus Büdenbender demonstriert seine Treffsicherheit.

Sein Ziel ist klar: das Ticket zur Weltmeisterschaft. Diese findet vom 10. bis zum 14. August in Deutschland (Wanne-Eickel) statt. „Nach der DM wird nominiert. Wenn ich kein ganz schlechtes Ergebnis liefere, dürfte ich dabei sein“, sagt Büdenbender. Schließlich war er zuletzt in Topform, hat beim Nationen-Cup, einem WM-Vorbereitungsturnier ebenfalls in Wanne-Eickel, mit der Mannschaft Gold und im Einzel Silber gewonnen.

Um solche Erfolge zu feiern, braucht es Akribie, Ehrgeiz und sehr viel Erfahrung. Beim Minigolf geht es zwar – wie beim Golf – auch um die einzelnen Schläge, viel wichtiger jedoch ist die Auswahl des Balles. Während Hobbyspieler die auf der Anlage zur Verfügung gestellten Kugeln auf allen 18 Bahnen spielen, nimmt der Minigolfer für jedes Loch eine andere. Etwa 600 Stück hat Büdenbender in seinem Bestand. „Und ich bin noch einer derjenigen, die wenige besitzen“, betont er.

Es gehört zur großen Kunst, herauszufinden, welcher Ball auf welcher Bahn am besten funktioniert. Während Büdenbender sein Können an der Scheider Mühle unter Beweis stellt, hat er freilich kein Problem, die Hindernisse zu treffen. Ballauswahl und Schlaggeschwindigkeit sind die entscheidenderen Faktoren. So verfehlt das Spielgerät nach einem Eckhindernis das Loch stets links. „Hier braucht es eine schnellere Kugel, die sich etwas früher von der Wand löst und die Kurve sozusagen nicht ganz ausfährt“, erklärt der seit 36 Jahren aktive Minigolfer. Gesagt, getan: Er wählt aus einem Koffer einen anderen Gummiball aus, konzentriert sich kurz und trifft mit einem Schlag das Ziel.

Ich habe mein Leben ein Stück weit danach ausgerichtet.

Markus Büdenbender, Minigolfer

Ohne eine Anlage genau zu kennen, hätte man also keine Chance. Daher hat sich Büdenbender als Vorbereitung auf die DM auch sechs Tage Training vor Ort in Osnabrück gegönnt. Bahnentests von 7 bis 17 Uhr sind keine Seltenheit, da neben dem klassischen Beton-Minigolf unter anderem auch Miniaturgolf, das auf Eternitplatten und kürzeren Bahnen gespielt wird, zum Pflichtprogramm gehört.

Bei diesem Aufwand ist es keine Überraschung, dass Leidenschaft Büdenbenders größte Triebfeder ist. Geld ist mit dem Sport, den nur etwa 5500 Menschen in Deutschland betreiben, ohnehin nicht zu verdienen. „Als Jugendlicher bin ich mit Freunden regelmäßig spielen gewesen. Das ist es aufgefallen, und wir sind angesprochen worden“, blickt der 50-Jährige zurück. Seitdem war er stets im Verein, „und ich habe mein Leben ein Stück weit danach ausgerichtet“. Sogar seine Ehefrau Gabi hat er beim Minigolf bei einer Deutschen Meisterschaft kennengelernt.

Inzwischen hat das Paar zwei Kinder, Fynn und Yannick, die beide Handball spielen. Erstgenannter beim Bergischen HC, wo sich Büdenbender auch selbst engagiert – als Schiedsrichterwart und Teamassistent der gerade in die Regionalliga aufgestiegenen Reserve. „Ich bin bei allen Spielen dabei“, sagt er. „Außer bei Terminkollisionen, dann ist Minigolf meine Nummer eins.“

Markus Büdenbender

Vereine: 1. MGSV Netphen, MGC Köln, Bad Godesberg, Bochumer MC, MGC Brechten, MSC Wesel (aktuell).

Erfolge: Deutscher Senioren-Meister mit Wesel 2018, Deutscher Vizemeister Herren mit MGC Brechten 2002, dritter Platz mit Bochumer MC 2008. Diverse Einzeltitel auf Landesebene.

Ziele: WM-Medaille mit der Nationalmannschaft, gute Einzel- und Teamplatzierung bei der DM.

Privat: Büdenbender stammt aus Netphen und zog 1999 nach Solingen. Beruflich ist er im Qualitätsmanagement einer Elektronikfirma aktiv.

Bestleistungen: 21 Schläge (Beton), 18 (Eternit).

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