Handball

Mandy Reinarz beißt sich durch

Mandy Reinarz ließ sich auch von starken Schmerzen nicht abhalten und trumpfte an alter Wirkungsstätte groß auf. Foto:
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Mandy Reinarz ließ sich auch von starken Schmerzen nicht abhalten und trumpfte an alter Wirkungsstätte groß auf.

2. Handball-Bundesliga: 29:22-Sieg des HSV Solingen-Gräfrath beim TVB Wuppertal

Von Lutz Clauberg

Top-Frauenhandball im Bergischen war eigentlich immer eine Wuppertaler Domäne. Der TV Beyeröhde war sogar schon einmal in der 1. Liga unterwegs. Mittlerweile ist der HSV Solingen-Gräfrath die klare Nummer Eins. Schon das Hinspiel war eine Demonstration der Stärke. Dem 32:20 in der Klingenhalle ließen die Solingerinnen jetzt einen weiteren souveränen Erfolg in der Sporthalle Buschenburg folgen. 29:20 (13:9) hieß es nach dem Abpfiff vor gut 200 Besuchern. Die Siegerinnen mischen als Tabellenzweiter weiter im Konzert der Großen mit, für Beyeröhde stehen die Zeichen auf Abstieg mit Pauken und Trompeten – zumal Werder Bremen Heide bezwang und bereits sieben Punkte Vorsprung hat.

„55 Minuten ohne Mandy – das wäre womöglich ein anderes Spiel geworden.“

HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler

Kerstin Reckenthäler hatte vorab durchaus Bedenken geäußert, weil der HSV-Trainerin jede Menge Rückraum-Spielerinnen durch Verletzungen abhanden gekommen waren. Luca Tesche, Jule Polsz, Jette Clauberg und Lara Karathanassis sowie die Langzeit-Verletzte Melina Fabisch saßen vereint unmittelbar am Spielfeldrand. Es ging vom Anpfiff weg knackig zur Sache – Beyeröhde suchte sein Heil offenbar mit einer robusten Gangart. Anna Lena Bergmann erwischte Mandy Reinarz schon nach vier Minuten mit einem Pferdekuss. „Da musste ich schon schlucken“, sagte Kerstin Reckenthäler und sprach von Bildern in ihrem Kopf: „55 Minuten ohne Mandy – das wäre womöglich ein anderes Spiel geworden.“

Wurde es aber nicht, weil die in ihrem früheren Handballerinnen-Leben in Beyeröhde schon herausragende Solingerin die Zähne zusammenbiss. Nach knapp fünfminütiger Behandlung kam sie, ordentlich bandagiert, zurück aufs Spielfeld. Der HSV, durchaus angesteckt von der hitzigen Atmosphäre, berappelte sich und machte aus der knappen 8:7-Führung (19. Minute) das Sicherheit gebende 13:7 (27.). Der Wuppertaler Trainerin Maja Zrnec gefiel die Entwicklung überhaupt nicht, mäkelte sehr häufig an den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns Marvin Cesnik/Jonas Konrad herum, kritisierte ihre Spielerinnen, wechselte extrem viel aus und war ein gehöriger Faktor dafür, dass sich Hektik breit machte.

Mit der Unruhe kamen die Gäste als homogene Einheit nach der Pause viel besser klar. Torhüterin Natascha Krücke–meier hielt konstant stark und streute immer wieder gescheite Gegenstoßpässe ein. Linksaußen Franziska Penz lief im zweiten Abschnitt zu toller Form auf. Mandy Reinarz und Carina Senel hielten die Deckung weitgehend zusammen – Senel war, wie Penz, nach der Pause auch im Angriff ein wichtiger Faktor. Vanessa Brandt vollstreckte derweil in wunderbarer Regelmäßigkeit. Zum Schluss traf sie wieder zweistellig und durfte sich über eine tolle Leistung ebenso freuen wie über die Punkte 30 und 31. „Richtig aufgewacht sind wir ja erst um die 20. Minute herum“, lautete Kerstin Reckenthälers Fazit. „Aber auch vorher hatte ich immer ein gutes Gefühl.“

In guter Erinnerung bleiben wird der 15. Saisonsieg auch der 17-jährigen Clara Pannes. Sie wurde in der 55. Minute eingewechselt. Lucy Jörgens kassierte wenig später eine ebenso überflüssige wie berechtigte Rote Karte nach einem Foul an der aufs Tor zustürmenden Michelle Stefes.

HSV: Krückemeier, Fahnenbruck (nicht eingesetzt = n. e.), Gün (n. e.); Brandt (10, 2), Senel (4), Penz (4), Reinarz (3), Nanfack (3), Kamp (2), Müller (2), Weyh (1), Pannes

2. Bundesliga

Ausblick: Bereits am kommenden Freitag (25. Februar) geht es für den HSV Solingen-Gräfrath beim TV Aldekerk wieder um Punkte. Anwurf in der Vogteihalle ist um 19.45 Uhr. Das Schlusslicht hatte um die Vorverlegung gebeten.

Quoten: Vanessa Brandt benötigte für ihre zehn Treffer 16 Versuche – für eine Rückraumspielerin durchaus ansprechend. Mittlerweile hat sie 163 Saisontore erzielt. Carina Senel erreichte in Wuppertal 100 Prozent (vier Würfe, vier Tore).

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