Motorsport

Luca Hafeneger eifert seinem Bruder Philipp nach

Luca Hafeneger und sein Sportgerät: Die Honda NSF100 mit etwa 8,4 PS wird in allen Rennen der Cup-Serie verwendet. Fotos: Hafeneger-Team
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Luca Hafeneger und sein Sportgerät: Die Honda NSF100 mit etwa 8,4 PS wird in allen Rennen der Cup-Serie verwendet.

Der zwölfjährige Solinger startet in dieser Saison beim ADAC Minibike Cup.

Von Thomas Rademacher

Philipp Hafeneger gehörte über viele Jahre zu Solingens prominentesten Sportlern. Der Motorradfahrer durfte sich Vize-Europameister nennen, hat sogar Grand-Prix-Luft geschnuppert und war einer der erfolgreichsten Teilnehmer der Internationalen Deutschen Meisterschaft. Fünf Mal wurde er zwischen 1998 und 2005 für seine Leistungen von den ST-Lesern zum Sportler des Jahres gewählt. Dass der Solinger auch familienintern ein Vorbild ist, ist daher keine Überraschung. Hafenegers jüngerer Bruder Luca hat sich nun ebenfalls dem Motorsport verschrieben und sagt: „Mein Ziel ist es, irgendwann in der MotoGP zu fahren.“ Der Weg in die „Formel 1 der Motorradfahrer“ ist aber noch lang. Luca Hafeneger wird im August 13 Jahre alt.

Auf dem Minibike fühlt sich der Solinger inzwischen sehr wohl. Die Kurventechnik mit schleifendem Knie ist bereits ausgefeilt.

Der Nachwuchsfahrer weiß noch gar nicht so lange, dass er die gleiche Leidenschaft für das Motorrad hegt wie sein älterer Bruder. Mit drei Jahren saß er zwar zum ersten Mal auf einer sehr kleinen Ausführung und ist ein bisschen durch den Garten gefahren, doch für ihn stand lange nicht fest, dass er den Rennsport ambitionierter betreiben möchte. „Ich habe mit sieben Jahren meine erste Motocross-Maschine bekommen. Die hatte noch keine Gänge. Mit zehn gab es dann eine mit Schaltgetriebe“, erinnert sich der Schüler der Theodor-Heuss-Schule. „Aber es gab auch Zeiten, da hat mir das Motorradfahren gar nicht so viel Spaß gemacht.“ Etwa, als er im Fußballverein aktiv war oder seine Liebe für Skier und Schlittschuhe entdeckt hat. „Warum das so war, kann ich heute kaum noch sagen“, sagt Luca Hafeneger.

Während der Corona-Pause hielt sich Luca Hafeneger auch auf dem Mountainbike fit.

Denn Motorräder liegen eben auch in der Familie. „Schon mein Opa ist Motocross gefahren“, weiß der Zwölfjährige. Und Vater Dirk gehört – ähnlich wie er es früher bei Philipp war – zu seinen größten Förderern. So geriet der Rennsport immer wieder in den Fokus, und Luca entdeckte seine Faszination dafür. „Es macht einfach Spaß, so schnell über eine Strecke fahren“, sagt er mit Blick auf das Minibike, das er vor kurzem von seinem Vater geschenkt bekommen hat.

„Ich kann aber sagen, dass die Dinger nicht leicht sind.“
Luca Hafeneger angesichts eines auf ihm gelandeten Minibikes

Durch seine Motocross-Erfahrung dauerte es nicht lange, bis er die Maschine beherrschte. „Es wird immer besser. Inzwischen schleift das Knie in Kurven gut über den Boden“, beschreibt der junge Sportler. Grund genug, in dieser Saison in einer Rennserie zu starten. Beim ADAC Minibike Cup tritt Luca Hafeneger in der Einsteiger-Klasse an. Corona verhinderte den pünktlichen Start, doch Ende Juni fanden auf der Kartbahn in Bopfingen die ersten beiden Rennen statt.

„Für das erste Mal war ich auf jeden Fall zufrieden“, sagt der Solinger, der während des Wettbewerbs beziehungsweise den Trainingsfahrten dort drei Mal gestürzt ist. „Im Freien Training bin ich in einer Linkskurve ausgerutscht, dann ist mir im Kampf um die Plätze ein anderer in die Pedale gefahren, und im Regen hat es mich während der Aufwärmrunde erwischt“, beschreibt er die Erlebnisse trocken. Schlimmeres ist jeweils nicht passiert. Auch wenn in dem Zweikampf sogar das Bike seines Kontrahenten auf ihm landete. Hafeneger: „Ich kann aber sagen, dass die Dinger nicht leicht sind.“

In den beiden Rennen landete der Solinger auf den Plätzen zehn und zwölf. „Ich bin eben neu dabei, deshalb war das in Ordnung“, meint er. Dass er höher hinaus will, ist für ihn selbstverständlich: „Ich bin sehr ehrgeizig. Im Gesamtklassement möchte unter den ersten Fünf landen.“ Die Voraussetzungen dafür hat Luca Hafeneger. In der Minibike Serie haben alle Maschinen einen Hubraum von 100 Kubikzentimern. „Da hängt es dann eben vom Mechaniker und Fahrer ab.“ Die nächste Chance auf eine gute Platzierung hat er bereits an diesem Wochenende. In Mülsen in der Nähe des Sachsenrings steigen die Rennen drei und vier der Cup-Serie.

Minibike Cup

Die Saison hat Ende Juni begonnen und läuft noch bis zum 19. September. Bis dahin finden Rennen in Mülsen (11. Juli), Faßberg (25. und 26. Juli), Wittgenborn (15. August), Oschersleben (22. August), Schlüsselfeld (5. September) und Templin (19. September) statt. Der Mini Bike Cup richtet sich an Nachwuchstalente zwischen 8 und 14 Jahren.

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