Sportlicher Adventskalender

Linus Arnesson ist fast wieder bei 100 Prozent

Linus Arnesson trägt die 24 beim BHC mit Stolz. Den Spaß am Handball hat der Schwede nach einer Erkrankung wiedergefunden. Foto: Moritz Alex
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Linus Arnesson trägt die 24 beim BHC mit Stolz. Den Spaß am Handball hat der Schwede nach einer Erkrankung wiedergefunden.

Türchen Nummer 24 im Adventskalender.

Von Thomas Rademacher

Dass Linus Arnesson sich eines Tages in Diensten des schwedischen Erstligisten Redbergslids IK für die Nummer 24 entschieden hat, war kein Zufall. „Mich hat Kobe Bryants Einstellung zum Sport beeindruckt“, berichtet der Spielmacher des Bergischen HC. Der hatte in der Jugend immer das Trikot genommen, das ihm zugewiesen wurde, doch seitdem er sich einmal entschlossen hat, mit der 24 des berühmten Basketballers aufzulaufen, möchte er dabei bleiben. „Ich habe auch bei meinem Wechsel zum BHC vor dreieinhalb Jahren danach gefragt und war froh, dass sie frei war“, meint der Schwede, der in diesen Tagen dabei ist, sich auf 100 Prozent seines Leistungsvermögens zurückzukämpfen.

Darum ging es dem im vorigen Januar tragisch verunglückten Bryant auch. Immer. Und genau das hat Arnesson an dem NBA-Superstar geschätzt. „Alles, was er auf dem Feld machte, machte er zu 100 Prozent. Der Rest war in diesem Moment egal. Es zählte nur das Spiel“, beschreibt der 30-Jährige. „Es gibt eine Geschichte, die zeigt, was ich meine.“ So habe Bryant auf einer Seite des Feldes trainiert, als ein anderer Basketballer die Halle betrat und ebenfalls anfing. Bryant habe nicht aufgehört, bevor der andere nicht wieder gegangen war. „Nach dem Grund gefragt, sagte er: ‘Ich wollte Dich wissen lassen: Egal wie hart Du arbeitest, ich bin bereit, härter zu arbeiten.’ Manchmal war das sicher etwas übertrieben, aber die Grundidee beeindruckt mich.“

Basketball schaut Linus Arnesson inzwischen nur noch unregelmäßig. Das Familienleben mit Sohn Mason und Freundin Mikaela lässt ein langes Aufbleiben bis tief in die Nacht ohnehin nicht mehr zu. Und freilich liegt der Fokus des Sportlers auf Handball und dem Bergischen HC, bei dem er gleich nach seiner Ankunft voll einschlug: Im ersten Jahr wurde er zum wertvollsten Spieler der 2. Liga gewählt, und nach dem Aufstieg erhielt er prompt die Nominierung für das Allstar-Team der Bundesliga.

Ein wenig ins Stocken geriet er in der vorigen Spielzeit. „Ich wusste nicht so richtig, was mit mir los ist. Ich fühlte mich manchmal merkwürdig abwesend, als ob ich mich fragte, was in den letzten zehn Sekunden passiert war“, erzählt Arnesson. „Da ich auch Schmerzen hatte, hat es kaum noch Spaß gemacht. Ich wollte unbedingt wissen, was mit mir los ist.“ Es dauerte eine Weile, bis die Diagnose feststand: Borreliose. Kurz vor dem Corona-Lockdown bekam Arnesson ein Antibiotikum, das schnell anschlug. „Der Arzt hat getippt, dass ich die Infektion schon lange in meinem Körper hatte. Ich war froh, als es wieder aufwärts ging.“

Zwar wurde Arnesson in dieser Saison durch einen Muskelbündelriss zurückgeworfen, doch langsam, aber sicher fühlt er sich wieder nahe dran an den begehrten 100 Prozent. „Handball macht wieder richtig Spaß, und ich bin auf sehr gutem Weg, mit altem Selbstvertrauen aufzutreten“, sagt der Schwede erleichtert.

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