Volleyball

Levi Weissenbach schlägt nicht nur in der Halle zu

Im Alter von acht Jahren hat Levi Weissenbach, hier beim Schlag, mit dem Volleyball angefangen. Letztlich stand da sogar das im Freundeskreis hoch im Kurs befindliche Basketballspiel zurück.
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Im Alter von acht Jahren hat Levi Weissenbach, hier beim Schlag, mit dem Volleyball angefangen. Letztlich stand da sogar das im Freundeskreis hoch im Kurs befindliche Basketballspiel zurück.

Der Sohn des früheren Volleys-Managers sorgt in einer Doppelrolle für Furore.

Von Jürgen König

Die Zahl der Talente, die im Solinger Sport regelmäßig in Erscheinung treten – und das nicht gerade selten auch mit Erfolg –, ist groß. In diesem Jahr hat sich ein junger Mann dazugesellt, der etliche Meisterschaften bestritten hat und mittlerweile den Adler auf der Brust trägt: Levi Weissenbach. „Mit zwölf Jahren habe ich beim Beachvolleyball angefangen, damals noch ohne den richtigen Fokus. Das hat sich dann aber relativ schnell geändert“, blickt der 15-Jährige auf seinen Start im Sand zurück.

Weissenbach? Na klar, dieser Name steht für Volleyball pur. Levis Vater Helmut, schon früh mit dieser Sportart in der Klingenstadt liiert, sorgte ab 2011 als Trainer und später Manager für eine spürbare Belebung. Er brachte von Bayer Leverkusen die Zweitliga-Lizenz für die TSG mit, die später sogar als eigenständige Volleys zwei Jahre in der 1. Bundesliga agierte, ohne allerdings über die Rolle des Prügelknaben hinauszukommen. „Es war schon cool, den bekannten Spielern zuzuschauen“, erinnert sich Levi, der dadurch noch einmal einen extra Schub erhielt. Zwar gab es zwischen Parkour und Klavier noch andere Ansätze für Hobbys, aber es wurde schließlich doch Volleyball. Und das auf hohem Niveau.

Denn mit der Zeit entwickelte sich beim Merscheider TV ein regelrechter Talentschuppen, auch heute noch absolviert Weissenbach junior parallel zu täglichen Athletik-Übungen ein, zwei Trainingseinheiten pro Woche beim Verein von der Turnerstraße. Aktiv wird er jedoch für andere: TuSA Düsseldorf und Rumelner TV sind die beiden Clubs, für die er sowohl in der Halle wie auch beim Beachen das jeweilige Trikot trägt. Als Spielgemeinschaft mit Rumeln gelang fünf Solingern – Weissenbach sowie Kai Thiedmann, Alex Maschke, Hugo Langenscheidt und Eric Ly – gerade erst souverän und mit weißer Weste der Titel in der NRW-Liga. Damit ist das Team für die Westdeutsche Meisterschaft am 11./12. März in Moers qualifiziert und top gesetzt. Fast alle gehören dem Kader des westdeutschen Volleyballverbandes an, mit dem Levi Weissenbach unter anderem Bronze im Bundespokal gewann.

Das sind tolle Momente auf hohem Niveau.

Levi Weissenbach

Die guten Leistungen von Levi Weissenbach, der noch an den Folgen einer Nackenoperation laboriert, blieben auch verantwortlichen Trainern nicht verborgen. Bundestrainer Kersten Holthausen vom Bundesstützpunkt Berlin und Landestrainer Oliver Gies, Förderer des Talents und eine der prägenden Figuren zu großen Volleys-Zeiten, überbrachten kürzlich die freudige Nachricht von der Berufung in den U17-Beach-Bundeskader. Und trotz des krankheitsbedingten Fehlens bei der Sichtung in Kienbaum mit 60 Talenten aus ganz Deutschland war auch in der Halle der Weg frei für große Einsätze: Nationalmannschaft hieß es kurz vor Weihnachten. „Das sind tolle Momente auf hohem Niveau“, war der Rechtshänder vom Programm unter der Regie von Hallen-Bundestrainer Dominic von Känel und vom Fahrplan begeistert – erst in Frankfurt der Lehrgang für die Qualifikation zur Europameisterschaft, dann Trainingslager in Paris und Berlin gemeinsam mit dem französischen Team, schließlich die EM-Qualifikation in Italien (27. Dezember bis 8. Januar). Dort geht es um die Tickets für die europäischen Finals im Juli 2023 in Montenegro.

Helmut Weissenbach hat auch als Spieler für große Volleyball-Zeiten gesorgt, Sohn Levi knüpft daran an.

Den direkten Weg ins 14er-Aufgebot hat Levi Weissenbach nicht gefunden, er steht jedoch als erster Nachrücker Gewehr bei Fuß. „Es war schon ein fantastisches Erlebnis, sich mit den besten Spielern Deutschlands nun auch in der Halle zu messen“, war sein Vater vom Rahmen angetan, die angemessene Einkleidung als Jugend-Nationalspieler gehörte dazu. Und so wird es weitergehen, stehen doch Maßnahmen am Bundesstützpunkt Beach in Berlin (22. bis 29. Januar) sowie in Frankfurt mit dem Hallen-Nationalteam (14. bis 19. Februar) an.

Denkt man an Beachvolleyball und Solingen, geht der Blick unwillkürlich zurück ins Jahr 2012. In London holten Julius Brink und Jonas Reckermann sensationell Olympia-Gold im Sand. Brink gehörte seinerzeit zum Kader der Volleys, Reckermann sollte später in der Klingenstadt heimisch werden. Die damalige Rollenverteilung des kleineren Brink und großen Reckermann ist für Levi Weissenbach heute kein Muss mehr. „Es kann auch gut zwei gleich große Spieler geben“, sagt der 1,90-Meter-Mann, der beim Lehrgang in Sachen Körpergröße indes noch mehrfach überboten wurde. Das Blocken gehört aber sicherlich zu seinen Stärken. Jonathan Bungert (U16, U17) sowie Julian Hikel (U18) werden Weissenbachs Partner in der nächsten Saison sein.

Dann wird es – ob beim MTV unter dem Vater oder bei Bundestrainern – weiter darum gehen, die Nervenstärke oder die starke Koordination zu festigen. Und gleichzeitig in anderen Bereichen zuzulegen, zum Beispiel Bewegungsabläufe zu optimieren. Gut möglich, dass der Schüler des Gymnasiums Vogelsang mit Vorlieben für Sport, Englisch und Deutsch dies bald auf einem Sportinternat tut. Für die Karriere von Levi Weissenbach in der Halle wie im Sand wäre dies sicherlich enorm förderlich.

Titelkämpfe 2022

Deutsche U16-Beach-Meisterschaft in Freiburg mit Jonathan Bungert: Bronze

Deutsche U17-Meisterschaft in Barby mit Julius Reckeweg: Platz vier

U17-Bundespokal in Bottrop mit Julian Hikel: Silber

Deutsche U18-Meisterschaft in Bottrop mit Julius Reckeweg: Platz 13

Deutsche U19-Meisterschaft in Laboe mit Julian Hikel: Platz 19 – alle Partner aus Düsseldorf

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