Förderung

Leistungssport: Spagat nach der Schule

Bei Deutschen Meisterschaften, wie hier 2019, ein Dauergast: Maximilian Kremser vom SLC. Foto: Wolfgang Birkenstock
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Bei Deutschen Meisterschaften, wie hier 2019, ein Dauergast: Maximilian Kremser vom SLC.

Bergische Sportförderung wird sich im Frühjahr groß präsentieren.

Von Jürgen König

Bislang erfolgte die schmucke Präsentation durch Petra Schmidt und Klaus Dreikausen nur in kleinerem Umfeld.

Eigentlich sollte dieses Thema bereits Anfang Dezember in einer großen Veranstaltung präsentiert werden – unter anderem mit hochkarätigen Referenten und Gästen wie Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann. Doch die nächste Corona-Welle stoppte die geplanten Aktivitäten in den Hallen der NRW-Sportschule. Um den Spitzensport im Bergischen und dessen Förderung soll es nunmehr im April/Mai in ansprechendem Rahmen gehen, in einem Pressegespräch wurde das Projekt aber schon mal vorgestellt.

„Unsere Mission ist eine Herausforderung. Und wir machen unseren Job ehrenamtlich und gemeinnützig“, sagt die Frau, die das kleine, kompetente Team anführt – Petra Schmidt, seit 2017 Geschäftsführerin der Leistungssport Solingen gGmbH. Ziel ist es, Sportlerinnen und Sportlern mit finanzieller Unterstützung das Miteinander von Studium und Ausbildung auf der einen sowie dem Sport auf der anderen Seite zu ermöglichen. Vertreter von Wirtschaft, Sportvereinen und NRW-Sportschule gründeten 2016 die Gesellschaft, die sich von Beginn an bergisch orientiert und der Stärkung der gesamten Region verschrieben hat, aber derzeit noch lediglich Aktive aus Solingen fördert.

Im Athleten-Top-Team befinden sich gemäß der Kriterien (siehe unten) derzeit mit Michelle Blos und Bastian Blos ein Duo der Ohligser Schützengemeinschaft, SLC-Leichtathlet Maximilian Kremser sowie vom Fechtzentrum Lisa Marie Löhr (Degen) und Peter Schmitz (Säbel). Acht Personen umfasst die Liste von potenziell zu fördernden Sportlern: Justin und Kevin Dang, Rafe Kenji Braach, Fynn Ohliger (alle Badminton, STC Blau-Weiß), Maya Bienefeld, Jakob Stange, Lorenz Spierzak, Kassian Meier (alle Fechtzentrum). „Unser Wunsch ist es, gemeinsam etwas zu schaffen“, erklärt Klaus Dreikausen mit Blick auf die Sportstadt Wuppertal und Remscheid, wo beispielsweise Judo förderungsfähig sei. Dreikausen ist Pressesprecher des Leistungssports an der Fals sowie des Fechtzentrums und seit Mai vergangenen Jahres in der Sportförderung aktiv.

Durch die Pandemie ist das gesamte Projekt etwas ins Stocken geraten, seit der ersten großen Präsentation 2019 – damals unter anderem auch mit der früheren Klasse-Leichtathletin und heutigen Medizinerin Inga Hundeborn – hat man sich einer verbesserten Gestaltung des Produktes gewidmet. Corona hat sich ebenfalls auf die möglichen Zuwendungen ausgewirkt, denn es war nicht gerade einfach, in Zeiten der wirtschaftlichen wie sportlichen Nöte zusätzliche Förderer beziehungsweise Spenden zu akquirieren.

„Es geht auch um die angemessene Wertschätzung. Und die haben Spitzensportler verdient.“

Petra Schmidt, Geschäftsführerin der Bergischen Sportförderung

Ursprünglich war geplant, jedem Athleten 250 Euro pro Monat zukommen zu lassen, derzeit liegt man bei 150. „Die Zusage läuft über ein Jahr, aber grundsätzlich ist es mit Blick auf Planungssicherheit längerfristig angesetzt“, verweist Petra Schmidt auf die Kosten, die mit dem leistungssportlichen Tun einher gehen. So im Bereich der Ausrüstung, des Materials oder der Reisen, wofür die stark vertretenen Degenfechter ein gutes Beispiel liefern – am kommenden Wochenende geht es ins italienische Udine, eine Woche später nach Bratislava/Slowakei. Und den Vereinen, in dem Fall dem Fechtzentrum, sind auch monetäre Grenzen gesetzt.

Schmidt und Dreikausen zeigten im Gespräch die sportliche Entwicklung auf, die in entsprechend orientierten Kindergärten beginnt und sich über Grundschulen, Vereine bis hin zur weiterführenden Schule einschließlich der NRW-Sportschule fortsetzt. Bei diesen Typen wird auch in Solingen auf etlichen Terrains (unter anderem Athletik, Mental-Sitzungen) größten Wert auf die Verzahnung von Schule und Sport gelegt. „Es ist ein Zukunftsmodell, welches natürlich auch Investitionen bedeutet“, weiß Petra Schmidt. Bis zum höchstmöglichen Schulabschluss greifen noch die „Leitplanken“ des Systems, schwierig wird es für leistungsorientierte Sportler danach.

„Und genau da setzen wir mit unserer Mission der Bergischen Sportförderung an“, so die Geschäftsführerin zum Start der „dualen Karriere“. Mit wertvollen Tipps rund um die sportlichen und beruflichen Belange sowie eben auch dem konkreten finanziellen Hintergrund. Denn nicht gerade wenige Karrieren wurden in der Vergangenheit schon abgebrochen. Das soll bei transparenter Handhabung der Fördervoraussetzungen durch das Projekt verhindert oder zumindest eingedämmt werden – damit Blos, Kremser & Co. weiterhin in der bergischen Region verankert sind und so auch den Solinger Leistungssport dauerhaft ins rechte Licht rücken können. Petra Schmidt: „Neben dem persönlichen Erfolg geht es um eine gesellschaftliche Funktion und die damit verbundene, angemessene Wertschätzung. Und die haben Spitzensportler verdient.“ Dass im Gegenzug auch die fördernden Unternehmen von spitzensportlich geschultem Personal profitieren können, lässt das Motto „Sport verbindet!“ leben. Und wird trotz Corona hoffentlich im Frühjahr mit Verspätung live präsentiert.

Hintergrund

Kriterien: Voraussetzungen für die Förderung sind der Kaderstatus in einer aktuellen Olympischen Sportart als Amateur sowie der Sitz in der Region (Sportler plus Verein). Der Registrierung folgt nach Erfüllung der Voraussetzungen und Abstimmung mit Verein/Trainer die Aufnahme in das Nachwuchs-Team.

Kontakt: über www.bergische-sportfoerderung.de

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