Sport-Landschaft

Lauterjung sieht Aufgaben und Chancen

Ernst Lauterjung am vergangenen Samstag in der Wuppertaler Unihalle, wo er einen enttäuschenden BHC erlebte.
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Ernst Lauterjung am vergangenen Samstag in der Wuppertaler Unihalle, wo er einen enttäuschenden BHC erlebte.

Seit 50 Jahren im zuständigen Ausschuss – ein Rundblick über den Sport in der Klingenstadt.

Von Jürgen König

Wenn an diesem Mittwoch ab 17 Uhr beim Merscheider Turnverein an der Turnerstraße die Sportausschusssitzung über die Bühne geht, wird sie einmal mehr unter der routinierten Leitung von Ernst Lauterjung stehen. Der SPD-Politiker gehört mittlerweile seit 50 Jahren dem Gremium an – Anlass genug, mit dem 74-Jährigen die Solinger Sport-Landschaft zu beleuchten.

Der Ausschuss: Als stellvertretender sachkundiger Bürger begann Lauterjung 1972 seine politische Karriere im Sport. Durchgängig gehörte er dem Ausschuss an und leitet ihn seit 1999. „Sicherlich haben wir parteiübergreifend ab und zu kleinere Unstimmigkeiten und andere Ansichten, aber der Versuch ist immer da, zu einer einheitlichen Regelung für den Solinger Sport zu kommen“, sagt der Sozialdemokrat, dem die konstruktive und respektvolle Atmosphäre sehr wichtig ist. Es gebe kaum noch Streit, was in früheren Zeiten durchaus der Fall war. Der Blick zurück anlässlich des imposanten Jubiläums ist natürlich auch mit bekannten Namen als ehemalige oder aktuelle Wegbegleiter verbunden: Ernst-Dieter Tack, Bernd Kurzrock, Frank Schütz, Salvatore Tranchina, Gerd Brems und viele andere.

Klingenhalle, Arena-Planung, Kunstrasenplätze – dieses Foto hat gleich drei bedeutende Themen des Solinger Sports zum Inhalt.

Die Arena: Ernst Lauterjung steht voll hinter den Plänen einer Arena für Events und Spitzenhandball, derzeit geplant am Weyersberg, weiß aber natürlich um die riesige Herausforderung. Folgerichtig betont er die Notwendigkeit der Gutachten, die im
Beteiligungsausschuss mehrheitlich verabschiedet wurden und an diesem Donnerstag im Rat erneut auf dem Prüfstand stehen.

„Es ist eine einmalige Chance, und es wäre fahrlässig, wenn wir das Projekt nicht prüfen und gegebenenfalls dann auch umsetzen würden“, sieht der Politiker gemeinsam zur von der Verwaltung um Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) angeführten sowie von SPD, CDU, FDP und BfS/ABI getragenen Vorgehensweise keine Alternative. Der Rat habe die Arena-Prüfung mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht – vom tatsächlichen Sanierungsbedarf der Klingenhalle bis hin zum Innenstadtkonzept müsse alles auf den Tisch kommen. „Wichtig ist auch, dass alle Vereine die Chance auf Handball haben werden und der Schulsport in seinen jetzigen Umfängen aufrechterhalten werden kann“, betont Lauterjung.

Ich bin durchaus optimistisch, dass wir die Halle erhalten können.

Ernst Lauterjung zur Zukunft der Eissporthalle
Weit gediehen sind die Arbeiten an der Höher Heide, wo ein neuer Kunstrasenplatz entstanden ist. Hinter dem Wall liegt das zukünftige Vereinshaus des TSV.

Die Sportparks: Begeistert ist der Ausschusschef von der Entwicklung in Aufderhöhe, wo der zweite Kunstrasenplatz samt zeitgemäßem Umfeld der Eröffnung entgegenstrebt. „Erst recht mit dem Vereinshaus des TSV entsteht dort Großartiges“, sagt Lauterjung und lehnt Stadionpläne mit städtischer Unterstützung – wie sie auch an der Carl-Ruß-Straße geäußert wurden – rigoros ab. In Aufderhöhe müsse man froh sein, überhaupt bauen zu können. Der riesige Wall, der als Lärmschutz dient, mache die nötigen Auflagen deutlich.
Auch für Wald sehe die Entwicklung gut aus. Erst recht, wenn Überlegungen mit der zweiten Tribüne und der Ertüchtigung des Naturrasens in die Tat umgesetzt werden können. Lauterjung: „Das Walder Stadion ist und bleibt ein Schmuckstück.“ Und das „nicht einfach gestartete“, aber schon länger von Weitsicht getragene Kunstrasenprojekt, bei dem noch in diesem Jahr die Sanierung abgeschlossen wird, bewertet er als Erfolgsgeschichte.

Die Eissporthalle: Kann Solingen die multifunktionale Stätte mit Schwerpunkt Eissport im Südpark erhalten? Die Pläne eines Neubaus wurden auf Eis gelegt, nun steht die Bestandswahrung im Vordergrund. „Es wird höchst interessant, aber ich bin durchaus optimistisch, dass wir die für Solingen wichtige Halle erhalten können“, spricht Ernst Lauterjung von mehreren Möglichkeiten, was den Standort einer neuen Heimat für Betreiber Lebenshilfe betrifft. Ansonsten verweist er auf intensive und vielversprechende Gespräche von Stadt, den Eissport-Vereinen EC Bergisch Land und Solinger Turnerbund sowie eben der Lebenshilfe.

Projekte: Auch wenn es parteipolitisch nicht das Kind der Sozialdemokraten war, lobt der erfahrene Kommunalpolitiker das Landesförderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ von CDU und FDP. „Das hat unserer Stadt gut getan“, sagt Lauterjung, wohl wissend, dass die vielen Sanierungen auf verschiedenen Anlagen aus städtischen Mitteln nicht möglich gewesen wären. Auf Lob stößt auch das Eigenengagement von Michael Kölker (Forst Technologie), der für sieben Millionen Euro ein vom Bergischen HC genutztes Sport-Leistungszentrum errichtet hat. Ernst Lauterjung: „Das hat mich riesig gefreut, davor kann man nur den Hut ziehen.“

Das Schwimmen: Schulen, Vereine, wenig Öffentlichkeit im Klingenbad; Öffentlichkeit sowie Reha- und Behindertensport am Vogelsang – so gestaltet sich eigentlich die Aufteilung, die aber immer wieder Thema ist. Auch an diesem Mittwoch wird sich der Ausschuss auf einen FDP-Antrag hin („Schwimmunterricht im Familienbad Vogelsang“) damit beschäftigen. „Es ist selbstverständlich enorm wichtig, dass Kinder das Schwimmen lernen, aber man darf auch nicht die Bemühungen der Vereine fürs Leistungsschwimmen außer acht lassen“, setzt Lauterjung weiterhin auf einvernehmliche Lösungen – wie in „seinem Sportausschuss“, dem er im Zusammenspiel mit der Sportverwaltung unter Horst Schulten ein „sehr gutes und von Umsicht“ geprägtes“ Verhältnis bescheinigt.

Zur Person

Politik: Seit 1978 gehört Ernst Lauterjung auch dem Rat der Stadt Solingen an, von 2014 bis 2020 war er Bürgermeister. Derzeit ist er in sechs städtischen Ausschüssen aktiv, hat darüber hinaus auch etliche weitere Jobs (unter anderem Aufsichtsrat Stadtwerke, Landschaftsversammlung Rheinland, stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender).

Privat: Verheiratet, drei Kinder, fünf Enkel – so stellt sich die familiäre Situation dar. Seit zehn Jahren ist Lauterjung Pensionär, arbeitete als leitender Betriebsprüfer und freigestellter Personalratsvorsitzender bei der Berufsgenossenschaft. Bei den Fußballern des FC Schalke 04 ist er seit 55 Jahren und mittlerweile Ehrenmitglied.

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