Die Woche im Sport von Jürgen König

Kulisse und Arena-Planungen treffen den HSV

juergen.koenig@solinger-tageblatt.de
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HSV Solingen-Gräfrath mit hervorragender Arbeit. Erfreuliche Zuschauerzahl beim Fußball.

Wenn in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen nicht eine absolute Trendwende einsetzt, kann man den erneut sicheren Klassenerhalt für den HSV Solingen-Gräfrath voraussetzen. Die herausragend arbeitende Trainerin Kerstin Reckenthäler wird dies sicherlich nicht unterschreiben, aber ihr Team ist einfach zu stark, um den Blick nach unten richten zu müssen – auch wenn die Hinrunde noch reichlich harte Brocken bereithält.

Mit 10:2-Punkten war der HSV in sein jüngstes Heimspiel gegangen und musste sich in der Klingenhalle mit der mageren Kulisse von 170 Zuschauern begnügen. Ein Grund war sicherlich der parallele Auftritt des Männer-Bundesligisten Bergischer HC in der Wuppertaler Unihalle, wo 1610 Besucher registriert wurden – eine Resonanz, mit deren Erlös alleine dauerhaft kaum eine Erstliga-Zugehörigkeit zu stemmen ist. Sicherlich ist das steigerungsfähige Interesse auch eine Folge von Corona, bei der Zurückgewinnung des Live-Erlebnisses ist nun einmal Geduld gefragt.

Die erfreulichste Zuschauerzahl des vergangenen Wochenende kam ausgerechnet von den seit Jahren sportlich in der Versenkung verschwundenen Fußballern. Offiziell waren es 300, nach Angaben von Gastgeber Sportvereinigung 03 gar 450 Interessierte, die am Sonntagabend dem Bezirksliga-Derby gegen DV beiwohnten. Die Kulisse macht auch deutlich, wie wichtig der Termin sein kann. Zuletzt hatte schon der TSV bei seinem Samstag-Spiel viel mehr Besuch als am üblichen Sonntagnachmittag. Mehr Mut und Flexibilität ist da angebracht, was auch für die Terminplaner gilt – eine Pause oberhalb des Kreises vom ersten Dezember-Wochenende bis Anfang März ist nicht zuletzt wegen der meist gut bespielbaren Kunstrasenplätze keineswegs mehr zeitgemäß.

Zurück zum HSV, der sportlich trotz des vermeidbaren Punktverlustes gegen das Team aus Flensburg ebenso überzeugt wie im Zweitliga-Management und in der gesamten Vereinsarbeit, die mittlerweile das spannende Projekt mit den Basketball-Sharks umfasst. Auch aktuell dreht Geschäftsführer Stefan Bögel an Schrauben, die Großem dienen sollen: der Weiterentwicklung auf hohem Niveau, vielleicht eines Tages sogar in der 1. Bundesliga. Da schmerzt es die Verantwortlichen nachvollziehbar, wenn das Gutachten zu einer bergischen Arena für den nicht kontaktierten HSV die Sporthallen der August-Dicke-Schule und der Fals als Ersatzstätten benennt. Unabhängig davon, dass dort die Kriterien durch die Handball-Bundesliga Frauen nicht erfüllt werden können, ist es eine Respektlosigkeit gegenüber dem über Jahre hinweg tadellos arbeitenden Club.

Diese Facette zeigt auf, was alles bei der für den Spitzensport – und dazu hat sich die Stadt Solingen zurecht bekannt – unerlässlichen Arena bedacht werden muss.

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FLOP Keine Bahnen in Solingen mehr, Zweitligist Blau-Weiß auf Abstiegskurs – das Sportkegeln steht als ganze Sportart vor dem Abgrund.

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